Jimmy Hall: Ready Now

Jimmy Hall: Ready Now

KTBA Records/ Rough Trade

VÖ: 16.09.2022

 

Wertung: 7,5/12

 

Jimmy Hall hat man fast ein Stückchen vergessen. Seit 2007 gab es nun schon kein neues Material aus eigener Feder. Dies ist im Musikgeschäft mehr als nur eine Ewigkeit. Jetzt wurde ihm wieder auf das Pferd geholfen und für „Ready Now“ hat er tatkräftige Unterstützung von Joe Bonamassa, Josh Smith, dem legendäre Keyboarder Reese Wynans, dem Bassisten Michael Rhodes und dem Schlagzeuger Greg Morrow erhalten. Bonamassa und Smith zeichnen sich dann auch noch für die Produktion verantwortlich. Bonamassa ist mittlerweile ja sowieso dafür bekannt, dass er fast vergessene Blues-Musiker wieder zurück in die Spur verhilft.

 

Wenn man sich „Ready Now“ anhört, wird man unweigerlich auch beim Sound von Bonamassa landen. Der Mann hat nämlich fünf Songs auf dem Album mitgeschrieben und spielt Gitarrensoli bei „Jumpin’ For Joy”, „Risin’ Up”, „Holding On For Dear Love”, „A Long Goodbye” and „Will You Still Be There”. Sein Trademark-Sound ist also hier sehr präsent. „Holding On For Dear Love“ fällt dabei allerdings eher durch das unvergleichliche Spiel auf, während die Blues-Ballade „A Long Goodbye“ auch atmosphärisch ganz klar seine Handschrift erkennen lässt.

 

Mit dem rumpelnden Auftakt „Jumpin´ For Joy“ lässt Jimmy Hall zu Beginn keine Zweifel daran aufkommen, dass er es noch mal wissen will. Das Songwriting und die Umsetzung sind allerdings auch sehr altbacken und so hört sich die Nummer letztlich an, als wäre sie ausschließlich für Menschen jenseits der 50 geschrieben worden. „Risin´ Up“, mit dem wundervollen Mundharmonikaspiel und dem Soulunterbau, kann da wesentlich mehr punkten.

 

Beim Titelsong „Ready Now“ ist mit Warren Haynes ein weiteres Genie an den sechs Saiten dabei. Hier klingt Jimmy Hall dann auch mehr nach den Allman Brothers – also ziemlich cool. Klassischen Blues gibt es natürlich auch, nachzuhören bei „Will You Still Be Here“. „Without Your Love“ ist eher eine Moll-Nummer, aber wunderschön und weit vom Kitsch entfernt. „Love For It“ ist fast ein kleiner Gospel-Track. Der druckvolle Gesang trägt diesen Song spielerisch. „Eyes In The Back Of The Head“ ist der Saloon-Westernsong, der das Album zum Abschluss richtig rund macht.

 

Fazit: „Ready Now“ ist an der einen oder anderen Stelle ziemlich altbacken, kann aber dafür mit dem Rest immens punkten. Immer dann, wenn Jimmy Hall die bekannten Blues-Pfade verlässt, wird es interessant. Oftmals sind es genau die Songs, an denen Bonamassa nicht beteiligt ist. Western, Gospel und Soul werden dann in den Sound eingeflochten und machen daraus etwas Neues, Aufregendes!

 

https://www.jimmyhall.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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