Jimmie Allen: Bettie James Gold Edition

Jimmie Allen: Bettie James Gold Edition

BMG

VÖ: 25.06.2021

 

Wertung: 7,5/12

 

Jimmie Allen hatte mit „Bettie James“ eine Hommage an seinen verstorbenen Vater, James Allen, und seine verstorbene Großmutter, Bettie Snead, die im September 2019 bzw. im Februar 2014 verstorben sind, aufgenommen. Es war ein Album der Kollaborationen. Im Juni dieses Jahres folgte mit „Bettie James Gold Edition“ quasi die zweite Runde. Nun wird dieses Album auch hierzulande noch mal beworben und besprochen werden. Das Konzept ist geblieben: Allen holt sich jede Menge Gäste dazu und lässt dabei keine Scheu vor unterschiedlichen Genres erkennen.

 

Das Konzept folgt dem schon bekannten der ersten Ausgabe: Allen ist in jedem Genre unterwegs und passt sich da seinen Gästen an. „Get Country“ hat nichts mit dem Roots-Country zu tun, ist mit einem Feature von Locash aber dem New Country, der seit geraumer Zeit ein kleiner Trend ist, zuzurechnen. „Home Sweet Hometown” mit Lanco fällt ebenfalls in diese Kategorie. „Flavor“ lässt mit den Beteiligungen von Pitbull und teamwork ja schon erkennen, dass es hier in eine poppige Richtung geht. Leider in keine schöne. „Somebody“ ist dann endgültig bei dem furchtbaren Radio-Einheitsbrei angekommen. „Pray“ ist die bedeutungsschwere Ballade dazu. Soul und Gospel erweitern das Soundspektrum.

 

Mit Keith Urban kommt er bei „Boy Gets A Truck“ zurück zum amerikanischen Mainstreampop mit Rockanleihen. Machen die beiden aber gut und man bleibt da als Zuhörer gerne am Ball. „Livin´ Man“ bringt dann wieder ein bisschen die moderne Version des Countrys mit. „Tequila Talkin´“  geht leider erneut in diese belanglose Richtung, die er auf dem Album mehrmals einschlägt, und dann ist Jimmie Allen nur noch einer unter vielen. Die gemeinsame Ballade „Forever“ mit Babyface mag kitschig sein, ist aber vom gesamten Vortrag auch sehr schön. „Good Times Roll“ ist eine Gute Laune Nummer, bevor „Drunk & I Miss You“ einen in die Depression stürzt. Die Ballade hat alles, was so eine Herzschmerznummer braucht.

 

Mit Tim McGraw hat sich Allen ein echtes Genreschwergewicht ins Albumboot geholt. Zusammen singen die beiden die Ballade „Made For These“. Dürfte in dieser Konstellation und aufgrund der Umsetzung sicher viele Klicks generieren. Brad Paisley holt anschließend bei „Freedom Was A Highway“ ganz dezent den Rock in das Album zurück. „Why Things Happen“ bleibt grundsätzlich auf diesem Highway. „When This Is Over“ mit Jimmie Allen, Tauren Wells und Rita Wilson wird noch mal das ganz große Gefühlsfeuerwerk aufgefahren. „This Is Us“ beendet das Album zusammen mit Noah Cyrus in wohligen Popgefilden.

 

Fazit: Jimmie Allen mag in vielen Genres beheimatet sein, New Country und Pop stechen dabei aber deutlich heraus. Die große Mainstreamsause bietet letztlich für viele Hörer etwas. Das macht mitunter sogar richtig Spaß, dürfte aber eher etwas für den amerikanischen Markt sein. Bei seinem nächsten Projekt darf sich Allen aber auch gerne wieder mehr der handgemachten Musik widmen. Gerne auch ein klassisches Country-Album aufnehmen.

 

https://jimmieallen.lnk.to/bettiejamesgold

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch