Jimmie Allen: Bettie James (EP)

Jimmie Allen: Bettie James (EP)

Stoney Creek Records

VÖ: 10.07.2020

 

Von Jimmie Allen hat man hierzulande noch nicht so viel mitbekommen. Der Mann fliegt mit seiner Musik immer noch unter dem Radar hindurch. Sein Album „Mercury Lane“ von 2018 wurde in seiner Heimat allerdings von Kritikern wie Musikliebhabern gut bis sehr gut angenommen. Der amerikanische Rolling Stone geriet gar ins Schwärmen. Jetzt legt der Mann, der als einer der neuen Country-Helden gehandelt wird, mit „Bettie James“ eine neue EP mit sieben Songs nach. Benannt hat er das Werk nach seiner verstorbenen Großmutter Bettie Snead und seinem verstorbenen Vater James Allen.

 

„Bettie James“ ist gleichzeitig aber auch eine Zusammenarbeit mit Freunden und Künstlern, die Jimmie Allen verehrt. Auf jedem Track hat er mit anderen Musikern zusammengearbeitet. Mit Country hat das nur am Rande zu tun. Im Grunde ist „Bettie James“ ein Popalbum mit gelegentlichen Country-Versatzstücken. „Good Times Roll“ mit Nelly ist ein nettes Musikstück, welches durchaus gute Laune verbreitet. Ein kurzes Gitarrensolo gehört dann eben auch dazu, aber in der Summe ist das eben die gute alte Popmusik.

 

„Drunk & I Miss You“ klingt so, wie es der Titel schon vermuten lässt. Mickey Guyton steigt mit Allen in den Ring um die große Melancholiekeule zu schwingen. Die Nummer lebt von dem eindringlichen Gesang der unter die Haut geht. „Made For These“ ist die Sorte Ballade, die auch Rob Thomas gut zu Gesicht stehen würde. Tim McGraw ist hier mit von der Partie, der stimmlich natürlich völlig anders einzuordnen ist, als Brad Paisley bei „Freedom Was A Highway“. Bei letztgenanntem Song darf dann auch die Gitarre noch mal jaulen. Das nachdenkliche „Why Things Happen“ wird von Darius Rucker and Charley Pride unterstützt. In seiner gesamten Machart erinnert das ein wenig an eine Boyband-Nummer. „When This Is Over“ hat mit Tauren Wells, Rita Wilson und The Oak Ridge Boys ein paar Gäste mehr am Start. Auch dieser Track erinnert an Rob Thomas. Zusammen mit Noah Cyrus beendet er mit dem kunterbunten Popsong „This Is Us“ die EP.

 

Fazit: „Bettie James“ hat viele Gäste und noch mehr Popmusik zu bieten. Ein bisschen Country hier, ein bisschen Rock da und natürlich auch ein wenig R&B bereichern das Klangbild. Ob sich dies unter der Vielzahl ähnlicher Veröffentlichungen bemerkbar machen kann, wird sich zeigen. In seiner Heimat dürfte „Bettie James“ aber sicher wieder etwas mehr Aufmerksamkeit erhalten.

 

https://www.jimmieallenmusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch