Jason Aldean: Georgia

Jason Aldean: Georgia

BMG

VÖ: 22.04.2022

 

Wertung: 7/12

 

Nach dem soliden „Macon“ wird von Jason Aldean nun „Georgia“ veröffentlicht. Die beiden Alben sind untrennbar miteinander verbunden und als Einheit konzipiert. So lassen sich auch wunderbar die Einflüsse von Aldean nachvollziehen. „Georgia“ hat auch wieder zehn Songs zu bieten. Wie schon bei der ersten Runde gesellen sich fünf Live-Tracks dazu, sodass man in Summe auch hier wieder fünfzehn Stücke vorfindet. Für den geneigten Fan sind das natürlich Festtage und innerhalb von einem halben Jahr hat Aldean so nun satte dreißig Songs veröffentlicht. Man muss sicher kein Prophet sein um schon jetzt festzustellen, dass „Georgia“ auf diversen Plattformen wieder Millionen Klicks generieren wird. In Deutschland wird Aldean aber nicht an die ganz großen Fleischtöpfe herankommen.

 

Mit „Whiskey Me Away“ startet der Mann in gewohnten Mainstream-Country-Gefilden. Man sieht staubige Highways und Trucker-Kneipen vor dem geistigen Auge vorbeiziehen. „Trouble With A Heartbreak“ fährt im zweiten Gang, dafür aber auf der melancholischen Straße. „The State I´m In“ schwingt dann noch etwas die Pathos-Keule und legt noch ein paar Briketts Bombast obendrauf. „Midnight And Missin´ You“ bringt noch ein bisschen Mainstream-Rock unter. Bon Jovi war damit ja stets erfolgreich.

 

„Ain´t Enough Cowboy“ ist von der Grundstruktur ja ganz nett, aber mal ehrlich, im Jahr 2022 sollte Autotune nun wirklich längst im Giftschrank der Musikgeschichte gelandet sein. „God Made Airplanes“ ist eine Herzschmerzballade – inklusive Gitarrensolo – wie sie gerne im amerikanischen Radio gespielt wird. „My Weakness“ bleibt grundsätzlich dem eingeschlagenen Weg treu. Aldean versucht hier aber auch noch etwas rockiger zu klingen, bleibt letztlich aber bei den melancholischen Tönen hängen. Mit „Holy Water“ haut er dann aber endlich eine entschlackte Ballade heraus, die durchaus zu berühren versteht. Nach dem soliden „Rock And Roll Cowboy“ ist „Your Mama“ ebenfalls eine schöne Ballade. Klar, er trägt da etwas dick auf, aber das gehört natürlich zu dieser Sorte Musik zum guten Ton.

 

Ein Live-Track knallt teilweise ganz ordentlich. „Take A Little Ride“ entpuppt sich als schönes Hardrock-Mainstream-Brett. Las Vegas feiert. Die übrigen vier Songs sind dann eher in bekannten Gewässern angesiedelt und ruhiger, balladesk oder melancholisch ausgefallen. „Blame It On You“ vereint dabei sogar diese zwei musikalischen Welten von Jason Aldean.

 

Fazit: Wer Jason Aldean ins Herz geschlossen hat, wird auch an „Georgia“ wieder sehr großen Gefallen finden. Der Mann bedient auch mit diesen Songs wieder perfekt den amerikanischen Mainstream-Markt. Es gibt die großen Balladen, zuckrigen Pathos, Bombast und auch die Art von Mainstream-Country, die jenseits des großen Teichs immer gerne genommen wird, auf die Ohren.

 

https://www.jasonaldean.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Jason Aldean: Macon

Jason Aldean: Macon

BMG

VÖ: 12.11.2021

 

Wertung: 7/12

 

Jason Aldean ist ein Superstar, den hierzulande fast keiner kennt. Der Mann, der seit 2005 zu einer Art neuen Country-Mainstreambewegung zählt, hat in den USA und Kanada extrem viele Alben an die Frau und den Mann bringen können. Er generiert zudem jede Menge Streams und seine Konzerte sind sowieso bis auf den letzten Platz ausverkauft. Jetzt besinnt sich Aldean auf seine Wurzeln. Heimat ist extrem wichtig und natürlich hat er hier auch seine musikalische Sozialstation. Die Rede ist von dem kleinen Kaff Macon, Georgia. Bis Ende April soll der geneigte Fan 30 neue Songs in den Händen halten. Die Alben „Macon“ und „Georgia“ haben jeweils zehn neue Tracks am Start und zudem auch jeweils fünf Live-Songs zu bieten.

 

Wer eine Allergie gegenüber typischer, amerikanischer Mainstreammusik hat, der sollte Musik von Jason Aldean um jeden Preis vermeiden. Es ist nicht die Sorte Songs, die Tom Petty auch immer mal wieder ins Radio gespült hat. Bei Aldean zielt alles darauf ab, während bei seinen Musikerkollegen das bestenfalls ein netter Nebeneffekt war und ist. Es hat Aldean auf jeden Fall eine große Anhängerschaft beschert.

 

„Macon“ fängt mit „After You“ zunächst ganz vielversprechend an. Die Gitarreneffekte erinnern dabei sogar an The Edge von U2. Schnell geht die Nummer aber in Richtung Country-Rock-Mainstreamhymne. Aldean träufelt noch diese unwiderstehliche Portion Melancholie drüber und fertig ist der nächste Hit. Es ist ein guter Auftakt. „Over You Again“ ist die erste Ballade, die in der Mitte des Songs die E-Gitarre losheulen lässt. „That´s What Tequila Does“ ist eher zurückgenommen. Hin und wieder erinnern die Songs von Aldean an Matchbox Twenty, so wie dieser hier auch.

 

Das Duett „If I Didn´t Love You“ mit Carrie Underwood dürfte auch wieder jede Menge Streams zu verantworten haben. Das ist alles nicht schlecht und das hat durch die Bank weg Hitqualitäten. Aldean weiß natürlich, dass er mit den Balladen ziemlich viele Hörer einfangen kann. Es ist somit kein Wunder, dass er „Heaven“ von Bryan Adams gecovert hat.  „This Bar Don´t Work Anymore“ dengelt anschließend etwas ereignislos dahin. „The Sad Songs“ ist eine Nummer von der Stange für Aldean. Das eigentliche Album endet dann wieder mit einem ruhigen Track. „Watching You Love Me“ fängt fast als Lagerfeuerromantiknummer an, endet aber natürlich bombastisch und mit viel Pathos. „Amarillo Sky“ eröffnet dann den Live-Reigen. „Johnny Cash“ ist ein schönes Brett mit Rockanleihen. Dies gilt sogar noch mehr für „She´s Country“, gleichwohl die Nähe zu „Wild Thing“ nicht von der Hand zu weisen ist. „Big Green Tractor“ ist ein richtig guter Livesong für die großen Stadien. „My Kind Party“ lässt anhand des Titels ja mehr als erkennen, was hier live Ambach ist.

 

Fazit: Jason Aldean wird vermutlich auch mit „Macon“ bei uns keinen Volltreffer landen, denn dafür ist das zu sehr auf das amerikanische Mainstreampublikum zugeschnitten. Aldean liefert hier das ab, was seine Fans erwarten. Das sind überwiegend balladeseke Hymnen, die an der einen oder anderen Stelle auch mal rocken. Nicht mehr und nicht weniger.

 

https://www.jasonaldean.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch