Jason Aldean: Macon

Jason Aldean: Macon

BMG

VÖ: 12.11.2021

 

Wertung: 7/12

 

Jason Aldean ist ein Superstar, den hierzulande fast keiner kennt. Der Mann, der seit 2005 zu einer Art neuen Country-Mainstreambewegung zählt, hat in den USA und Kanada extrem viele Alben an die Frau und den Mann bringen können. Er generiert zudem jede Menge Streams und seine Konzerte sind sowieso bis auf den letzten Platz ausverkauft. Jetzt besinnt sich Aldean auf seine Wurzeln. Heimat ist extrem wichtig und natürlich hat er hier auch seine musikalische Sozialstation. Die Rede ist von dem kleinen Kaff Macon, Georgia. Bis Ende April soll der geneigte Fan 30 neue Songs in den Händen halten. Die Alben „Macon“ und „Georgia“ haben jeweils zehn neue Tracks am Start und zudem auch jeweils fünf Live-Songs zu bieten.

 

Wer eine Allergie gegenüber typischer, amerikanischer Mainstreammusik hat, der sollte Musik von Jason Aldean um jeden Preis vermeiden. Es ist nicht die Sorte Songs, die Tom Petty auch immer mal wieder ins Radio gespült hat. Bei Aldean zielt alles darauf ab, während bei seinen Musikerkollegen das bestenfalls ein netter Nebeneffekt war und ist. Es hat Aldean auf jeden Fall eine große Anhängerschaft beschert.

 

„Macon“ fängt mit „After You“ zunächst ganz vielversprechend an. Die Gitarreneffekte erinnern dabei sogar an The Edge von U2. Schnell geht die Nummer aber in Richtung Country-Rock-Mainstreamhymne. Aldean träufelt noch diese unwiderstehliche Portion Melancholie drüber und fertig ist der nächste Hit. Es ist ein guter Auftakt. „Over You Again“ ist die erste Ballade, die in der Mitte des Songs die E-Gitarre losheulen lässt. „That´s What Tequila Does“ ist eher zurückgenommen. Hin und wieder erinnern die Songs von Aldean an Matchbox Twenty, so wie dieser hier auch.

 

Das Duett „If I Didn´t Love You“ mit Carrie Underwood dürfte auch wieder jede Menge Streams zu verantworten haben. Das ist alles nicht schlecht und das hat durch die Bank weg Hitqualitäten. Aldean weiß natürlich, dass er mit den Balladen ziemlich viele Hörer einfangen kann. Es ist somit kein Wunder, dass er „Heaven“ von Bryan Adams gecovert hat.  „This Bar Don´t Work Anymore“ dengelt anschließend etwas ereignislos dahin. „The Sad Songs“ ist eine Nummer von der Stange für Aldean. Das eigentliche Album endet dann wieder mit einem ruhigen Track. „Watching You Love Me“ fängt fast als Lagerfeuerromantiknummer an, endet aber natürlich bombastisch und mit viel Pathos. „Amarillo Sky“ eröffnet dann den Live-Reigen. „Johnny Cash“ ist ein schönes Brett mit Rockanleihen. Dies gilt sogar noch mehr für „She´s Country“, gleichwohl die Nähe zu „Wild Thing“ nicht von der Hand zu weisen ist. „Big Green Tractor“ ist ein richtig guter Livesong für die großen Stadien. „My Kind Party“ lässt anhand des Titels ja mehr als erkennen, was hier live Ambach ist.

 

Fazit: Jason Aldean wird vermutlich auch mit „Macon“ bei uns keinen Volltreffer landen, denn dafür ist das zu sehr auf das amerikanische Mainstreampublikum zugeschnitten. Aldean liefert hier das ab, was seine Fans erwarten. Das sind überwiegend balladeseke Hymnen, die an der einen oder anderen Stelle auch mal rocken. Nicht mehr und nicht weniger.

 

https://www.jasonaldean.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch