Jacob Brass: Circletown

Jacob Brass: Circletown

Riverbell Records

VÖ: 21.05.2020

 

Wertung: 8/12

 

Jacob Brass hat vor knapp zehn Jahren schon mal versucht als Solokünstler Fuß in dem Haifischbecken Musikgeschäft zu fassen. Das Album wurde gelobt, brachte den Singer/Songwriter aber nicht weiter. Eine EP wurde 2014 nachgeschoben, aber seitdem herrschte Funkstille. Der Mann blieb der Musik treu und arbeitete als Musikcoach bei einer Fernsehsendung oder nahm andere Auftragsarbeiten an. Dies ist freilich nicht damit zu vergleichen, wenn man seine eigene Musik schreiben, aufnehmen und veröffentlichen kann. Genau das macht Jacob Brass nun mit „Circletown“.  Hier hat der Münchner alles in Eigenregie erledigt – von der Aufnahme bis zur Produktion.

 

Was macht eigentlich Travis oder Fran Healey? Stimme und Musik von Jacob Brass lassen genau diese Frage aufkommen. „Circletown“ klingt so wie man es von den verträumten Melancholikern auch kennt. Die Songs perlen mit einer Klarheit aus den Boxen, wie beispielsweise bei „Mystery Road“. Die Melancholie, die auch den Travis-Songs immer anhaftete, ist im Grunde hier bei jeder Nummer mit im Gepäck. In Summe, auch durch die feine Instrumentierung, ist da so manche Gänsehaut vorprogrammiert.

 

„Avalanche“ ist angenehm forsch, „Thailand“ herrlich entschlackt und „Circletown“ die volle Melancholiebreitseite. „Run Away“ bleibt dieser Schiene treu, holt musikalisch aber noch ein paar poppige Elemente zur Tür herein. Mit „If We Don´t Act Now“ gibt es dann das Gegenteil und das Stück, welches aus Gesang und Akustikgitarre besteht, ist sehr introvertiert, zurückgenommen und hört sich an, als hätte Brass das Ding bei sich in der Küche eingespielt. „American Dream“ drückt mit Hall und Traurigkeit ganz schön auf die Tränendrüse bevor „I Will Stay“ das komplette Album in einem Lied auf den Punkt bringt.

 

Fazit: Jacob Brass hat mit „Circletown“ ein schönes, bisweilen trauriges Album aufgenommen. Das ist handgemachte Musik zwischen Folk, Singer/Songwriter und Pop. Hin und wieder erinnert das stark an die frühen Travis, was ja nicht unbedingt die schlechteste Referenz ist.

 

https://www.jacobbrass.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch