Jack Savoretti: Europiana

Jack Savoretti: Europiana

Universal

VÖ: 25.06.2021

 

Wertung: 7,5/12

 

Jack Savoretti ist in Großbritannien immens erfolgreich und im Musikgeschäft durchaus eine große Nummer. Drei Top-10 Alben in Folge sprechen eine deutliche Sprache. „Singing To Strangers“ konnte sogar den Thron erklimmen. 65 Millionen Streams stehen für das Album ebenfalls auf der Habenseite. Jetzt kommt Savoretti mit seinem neuen Album um die Ecke. „Europiana“ wurde in den Abbey Road Studios in London aufgenommen. Als Produzenten standen ihm Cam Blackwood (George Ezra, Florence & The Machine) und Mark Ralph (Jess Glynne, Years & Years, Jax Jones) zur Seite.

 

„Europiana“ ist ein Popalbum mit einem kleinen Hang zum Easy Listening, aber auch mit bedeutungsschweren Klängen wie beim Auftakt „I Remember Us“. Das klingt wie eine Ballade dieser großen Popdiven. Die kratzige Stimme von Savoretti kommt dabei leider zu selten zur Geltung. „Secret Life“ kommt anschließend leichter und forscher daher – tanzbarer Popsong. „Who´s Hurting Who“ bleibt dem eingeschlagenen Weg treu. Die Nummer geht allerdings nicht nur in die Beine, sondern setzt sich auch schnell im Gedächtnis fest. Das nennt man wohl einen Ohrwurm. Die Hookline ist aber auch zu gut.

 

„When You´re Loneley“ erinnert an die 70er oder an Stevie Wonder zu Zeiten von „I Just Called to Say I Love You“. Die Klavierballade „More Than Ever“ ist sehr gefühlvoll und wird vom Gesang getragen. In den unschönen Momenten erinnert das an Bon Jovi. „Too Much History“ führt den geneigten Hörer wieder zurück auf die Tanzfläche der 70er. Man kann sich der Nummer nicht entziehen – ob man möchte oder nicht! Geiler Vibe! „Dancing In The Living Room“ – der Titel lässt es schon erahnen – bleibt im schwülstigen Disco-Nebel hängen.

 

„Each And Every Moment“ hat doch nicht etwa ein Saxofon am Start? Zwar hinten im Mix, es ist aber definitiv das gute, alte Saxofon. „The Way You Say Goodbye“ ist diese Art einer sehnsuchtsvollen Ballade, wie sie in Hollywood-Blockbustern vorkommen – oder bei „Sex And The City“. „Calling Me Back To You“ holt den Pop zurück, während „War Of Words“ zum Schluss noch mal die ganz große Schmalzkeule schwingt. Ist das hier ein Phil Collins-Album oder was? Jack Savoretti ist eben vielfältig aufgestellt.

 

Fazit: „Europiana“ ist ein Album, welches teilweise den Vibe der zweiten Hälfte der 70er einfängt. Zwischen Disco und Easy Listening ist das ein Pop-Hitalbum, welches mit Balladen angereichert wird. Die gewaltige Stimme von Savoretti kommt dabei etwas zu kurz, aber dafür entschädigen diese unwiderstehlichen Hooklines. Wird in Großbritannien sicher wieder ein Erfolg. Und nicht nur da!

 

https://www.jacksavoretti.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch