Franc Moody: Into The Ether

Franc Moody: Into The Ether

Juicebox Recordings /AWAL/Rough Trade

VÖ: 23.09.2022

 

Wertung: 8/12

 

Es ist ja immer so eine Sache mit dem Nachfolger eines erfolgreichen Debüts. Im Falle von Franc Moody kam dann noch erschwerend hinzu, dass die Pandemie das Touren lahmlegte und das Erstlingswerk nicht entsprechend vorgestellt werden konnte. Trotzdem rotierte die Musik in den einschlägigen Portalen. Franc Moody wurden zudem auch noch zu einer kleinen Streaming-Sensation und konnten ordentlich Klicks genieren. Funk, Disco, House und Soul wurden zu etwas Aufregendem zusammengemischt. Tottenham war plötzlich die Dance-Hochburg. Nun folgt mit „Into The Ether“ der Nachfolger. Jetzt geht es auch noch in die Wüste. So ein bisschen jedenfalls.

 

Der Titeltrack „Into The Ether“ träufelt noch sehr viele Zutaten über den Sound. Da werden Elemente des Reggaes genommen, aber auch das Funk-Genre ist nicht weit weg. Die Musik läuft dabei wie in Zeitlupe ab. „Mass Appeal“ schließt sich da nahtlos an. Mit dem an Daft Punk erinnernde „I´m In A Funk“ grooven sich Franc Moody dann richtig ein. „Raining In LA“ kriegt sogar ein Intro spendiert. Dann geht es lässig ab. Die Nummer zieht einen unweigerlich aus dem Sessel hoch. „The 7“ bringt dann endgültig den Soul in die Platte. Ein bisschen Gospelmusik schwingt da im Verborgenen auch noch mit.

 

„Here Comes The Drop“ wird genüsslich über 5 Minuten ausgebreitet. Die Nummer wird dann auch langsam aufgebaut, ballert dann aber ordentlich. Worte bedarf es da keiner. Trotz aller Kapriolen ist das Stück letztlich doch recht entspannt. So wie eigentlich alles bei Franc Moody. „Suspended Animation“ ist funky und fluffig und mit seiner Soul-Attitüde schwer in den 70ern beheimatet. „Cherry“ punktet mit einer über alle Maßen beeindruckenden Hookline. Geht gut ins Ohr. Der Background-Chor überzeugt dabei ganz besonders. „Something´s Got Me“ zieht mit einer Energie auf die Tanzfläche, die beeindruckend ist. Ist das Retco-Chic? French House? Alles gleichzeitig? Letztlich ist es einfach Franc Moody. „In Transit“ lädt noch mal alle in die Disco ein!

 

Fazit: Das britische Kollektiv Franc Moody macht zwar Retro-Musik, aber verpasst den ganzen Dance-Tracks einen modernen Anstrich. Funk, Soul, Pop und Disco sind die Zutaten dazu. Die triste Jahreszeit kann so musikalisch ungemein aufgehellt werden und selbst Nichttänzer werden bei den Klängen nicht sitzen bleiben und ordentlich abzappeln.

 

https://francmoody.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch