Fozzy: Boombox

Fozzy: Boombox

Mascot Records

VÖ: 06.05.2022

 

Wertung: 6/12

 

Foozy sind seit knapp 20 Jahren im Rockzirkus unterwegs. 2017 ging es für die Kapelle dann mit „Judas“ durch die Decke. Der Song steht bei YouTube aktuell bei 55 Millionen Views. Die fünf Herren haben sich für den Nachfolger sehr viel Zeit genommen. Geschlagenen fünf Jahre später erscheint nun das neue Werk, welches auf den Titel „Boombox“ getauft wurde. Das reguläre Album hat zwölf Tracks zu bieten und dürfte die Fans in aller Welt ziemlich glücklich machen.

 

Die Herren sagen ja von sich selber, dass sie ganz nach oben möchte. Alles für den Erfolg tun? So klingt dann aber auch die Musik. Oberflächlich betrachtet knallt das, aber letztlich ist das doch alles sehr glatt poliert und wie aus dem Baukasten zusammengesetzt. Innovativ geht sowieso anders. Chris Jericho ist aber ja sowieso auf den großen Erfolg aus.  Wrestling und WWE machen es möglich. Jericho will aber ja auch als Musiker ernst genommen werden.

 

Man muss jetzt keine besondere Affinität zum Wrestling haben um „Boombox“ zu verstehen und vielleicht sogar zu mögen. „Sane“ wird alle mit einer Vorliebe für Papa Roach oder Limp Bizkit abholen. Der Refrain ist zudem derart eingängig, dass sich auch Pophörer wohlfühlen könnten. Insgesamt aber ein Brett. „I Still Burn“ ist dagegen größtenteils recht schmalzig. „Purifier“ lässt zwar auch das Schlagzeug scheppern, den Bass treiben und die Gitarren jaulen, aber die Nummer ist auch tanzbar. Damit hätten wir im Grunde das Album komplett abgesteckt. Moment, es fehlt ja noch die Ballade. Kommt. „Army Of One“ bedient dann auch dieses Segment. Es wurde an alles gedacht. „Ugly On The Inside“ kommt dann wieder zu dem Papa Roach und Limp Bizkit-Thema zurück.

 

Fozzy fingen einst ja mit Coverversionen an. Mit „Relax“ von Frankie Goes To Hollywood haben sie sich einen Überhit der 80er ausgesucht und spielen selbigen sehr nahe am Original angelehnt nach. „Nowhere To Run“ oder „My Great Wall“ rasen wie ein D-Zug an einem vorbei. Ist noch 1999? „What Hell Is Like“ ist aber noch ganz cool, während „Omen“ gehöriges Nervpotenzial hat. Die auf Klassik getrimmten Gitarrenschichten sind nun wirklich nicht der letzte Schrei. „The Worst Is Yet To Come“ steht mit anderthalb Beinen im Pop, bevor „The Vulture Club“ zum Schluss noch mal alles niederwalzt.

 

Fazit: Fozzy knüpfen mit „Boombox“ nahtlos an den Vorgänger an. Alles wie gehabt. Malen nach Zahlen. Teilweise ist das in der zweiten Hälfte der 90er kleben geblieben. Auf der anderen Seite bedeutet das natürlich auch, dass Fans genau das kriegen, was sie erwartet haben und lieben. Alles gut also.

 

https://fozzyrock.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch