Florian Franke: Rosa Elefanten

Florian Franke: Rosa Elefanten

Recordjet/Edel

VÖ: 18.09.2020

 

Wertung: 7/12

 

Florian Franke hat kein großes Label und keine große Hilfe der Industrie im Rücken. Der Wuppertaler hat für sein Album „Rosa Elefanten“ eine gewisse DIY-Attitüde an den Tag gelegt und mit seinen Musikern die Songs so auf den Weg gebracht, als wären selbige live eingespielt worden. Der studierte Musiker Franke hat hier zudem sehr intime Songs aufgenommen und man kann als Zuhörer ein bisschen in seine persönliche Gedankenwelt eintauchen.

 

Auch, wenn man nicht die üblichen Verdächtigen als Songschreiber mit im Boot hat, ist es letztlich das Ergebnis welches zählt. Und wenn selbiges sich dann doch zwischen Giesinger, Weiss oder Oerding einsortieren lässt, dann ist die Herangehensweise auch egal. „Don Quichotte“ und DeLorean“ hören sich nämlich ganz schwer nach den erwähnten deutschsprachigen Popbarden an. Die trifft auf die Musik, aber auch die Texte zu. So oder so ähnlich bringen diese Deutschpoeten ihren Befindlichkeitspop unter die Leute.

 

Der schmissige Titeltrack „Rosa Elefanten“ lässt dann aber aufhorchen. Das geht in Richtung Jazz wie man diesen auch von Roger Cicero kennt. Auch die Ballade „Bis Der Morgen Uns Erlöst“ geht in eine ähnliche Richtung. Stimmlich ähnelt Franke sogar Cicero. Und genau in diesen Gefilden bleibt der Mann aus der Stadt mit der Schwebebahn nun hängen. Das schwermütige „Ich Geh Nicht Unter Sonder Auf“ ist Bar-Jazz galore. „Samweis“ ist ganz nett, aber erst „Wenn Es Alle Verneinen“ geht wieder gut rein. Die Nummer dürfte auch autobiografischer Natur sein. Franke hat sich eben nie unterkriegen lassen und jetzt hält er ein Album mit seinem Namen in den Händen.

 

Die Ballade „Zu Selten“ wird die Dame, an die es gerichtet ist, sicherlich sehr berühren - und nicht nur die. Das fluffige und jazzige „Einstein“ schließt sich an. Mit „Haie“ geht es dann etwas subtiler und düsterer weiter. Konsumkritik braucht aber ja auch keine Fröhlichkeit. „Irgendwie Geht´s Gut“ ist der sanfte Albumausklang, der das Ding hier richtig schön rund macht.

 

Fazit: Florian Franke hat mit „Rosa Elefanten“ ein Album aufgenommen, welches in seinen schlimmen Momenten wie all die anderen deutschsprachigen Poppoeten klingt. In den schöneren Augenblicken ist das allerdings einem Roger Cicero nicht unähnlich und der Jazz-Anteil wird dann ziemlich hochgeschraubt. Musikalisch ist diese Seite der Platte auch wesentlich anspruchsvoller.

 

https://www.florian-franke.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch