Fantastic Negrito: White Jesus Black Problems

Fantastic Negrito: White Jesus Black Problems

Storefront Records/The Orchard

VÖ: 03.06.2022

 

Wertung: 9/12

 

Fantastic Negrito veröffentlicht mit „White Jesus Black Problems“ ein neues Album und vermutlich handelt es sich dabei um die Vertonung einer Familiengeschichte. Eine schottische weiße Dienstmagd verliebt sich in einen versklavten Schwarzen. Die beiden müssen ihre Liebe natürlich geheim halten. Xavier Amin Dphrepaulezz, besser bekannt als Fantastic Negrito, ist ein Ur-Enkel – na gut, es fehlen noch ganz viele Urs davor – des besagten Paares.

 

Thematisiert wird hier Rassismus, aber auch Kapitalismuskritik. Liebe und Mitgefühl kommen dabei keineswegs zu kurz. Letztlich hat die Liebe ja schon bei seinen Vorfahren gesiegt – ein Hoffnungsschimmer für uns alle! Musikalisch ist das Album ziemlich wild. Schon der Eröffnungssong „Venomous Dogma“ ist ziemlich verrückt. Was als Chor anfängt landet bei den Beatles zu „Lucy In The Sky With Diamonds“-Zeiten, nur um im nächsten Moment ein Synthesizer-Gewitter abzufeuern. „Highest Bidder“ hingegen landet beim Funk. Die Gitarren sind dem Delta-Blues allerdings auch nicht unähnlich.

 

Darf es auch ein bisschen Soul sein? Kommt, und zwar mit „They Go Low“. „Nibbadip“ fängt wie eine Stones-Nummer an, kommt dann aber auch wieder auf den Soul zurück. „Oh Betty“ rockt und rollt direkt aus den Sümpfen heran. „Man With No Name“ ist eine Mischung aus James Brown und dem jungen Jagger. „You Better Have A Gun“ erinnert wiederum an die Kinks. Musikalisch ist das trotz der Thematik beschwingt und entspannt. „Trudoo“ ist ruhe- und rastlos. Eine schöne Funkraserei mit viel Rock and Roll. „In My Head“ ist eine aufregende Mischung aus Gospel, Delta-Blues und Funk, aber auch Jazz und Prog. „Virginia Soil“ ist zum Schluss noch mal eine fantastische Melange aus Blues- und Gospelmusik.

 

Fazit: „White Jesus Black Problems“ mag eine Geschichte vertonen die mehr als 270 Jahre zurückliegt, aber leider immer noch aktuell ist. Rassismus ist traurigerweise immer noch allgegenwärtig. Musikalisch hat Fantastic Negrito das sehr stark in Szene gesetzt. Funk, Rock, Blues, Gospel und Soul gibt es hier mit vielen Facetten und im bunten Mix zu hören. Definitiv ein Geheimtipp 2022!
 

https://www.fantasticnegrito.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch