Eric Gales: Crown

Eric Gales: Crown

Provogue Records/Mascot Label Group

VÖ: 28.01.2022

 

Wertung: 8/12

 

Eric Gales hat mit „Crown“ mal wieder ein neues Album im Köcher. Einen Tag nach der Ermordung von George Floyd begann er mit den Aufnahmen dazu. Es ist ein politisches Album geworden, beschäftigt sich aber auch mit seinen eigenen Dämonen, wie seinem Drogenmissbrauch. 2009 war er aufgrund wDrogen- und Waffenbesitz am Tiefpunkt angekommen und musste ins Gefängnis. Auch diese Erfahrung ist in „Crown“ eingeflossen. Eric, Josh Smith und Joe Bonamassa haben dafür die Songs gemeinsam geschrieben. Eine Randbemerkung sei erlaubt: wer immer die Idee für dieses Covermotiv mit Köngispose von Gales hatte, sollte vielleicht so schnell nicht mehr an eine solche Geschichte gelassen werden.

 

Mit „Death Of Me“ startet Gales mit einem markanten Riff und einem amtlichen Solo in die Platte. Das kann man mitunter unter Hardrock verbuchen. „The Storm“ widmet sich dann erstmals dem Blues. „Had To Dip“ dengelt 30 Sekunden dahin und könnte auch aus irgendeiner Hendrix-Session stammen. „I Want My Crown“ ist anschließend sehr funky. Dies ist die Sorte Funk, die Prince gefallen würde. Vermutlich. Bonamassa und Gales zeigen hier, was sie draufhaben. „Stand Up“ ist netter, langsamer Blues. Allerdings fehlt hier etwas die zündende Idee. „Survivor“ ist wohl die pure Selbstreflexion. Musikalisch erinnert das an Lenny Kravitz. „You Don´t Know The Blues“ ist lässig bis in die Krone, während „Rattlin´ Change“ aus einem einzigen Gitarrensolo besteht.

 

„Too Close To The Fire“ erstreckt sie über sieben Minuten. Die sphärische Nummer hat eine geheimnisvolle Atmosphäre zu bieten. Natürlich nimmt Gales auch hier noch mal ordentlich Fahrt auf und drückt das Pedal ganz durch. Die Gitarre darf wunderbar heulen. Technisch ist das durchaus anspruchsvoll. Gales galt einst aber ja auch nicht ohne Grund als Gitarrenwunderkind! „Put That Back“ groovt wie Sau und ist funky. Und sehr tanzbar. „Take Me Just As I Am“ schließt sich an, geht musikalisch aber zurück in die 70er und erinnert an Musik der Blaxploitation Filme. „Let Me Start With This“ kommt noch mal im supercoolen Funkgewand daher. Mit „I Found Her“ gibt es auf der Zielgeraden noch mal langsamen Schiebeblues. „My Own Best Friend“ feiert mal den ganz großen Blues, bevor die Show mit „I Gotta Go“ beendet wird.

 

Fazit: „Crown“ ist alles in allem etwas zu lang ausgefallen und der Spannungsbogen kann nicht über die volle Distanz gehalten werden. Das ist letztlich aber auch Jammern auf hohem Niveau. Gales hat einen ganz eigenen Stil und ballert hier erstaunlich viele funky Songs heraus. Das klingt sogar hin und wieder recht roh. Der Mann ist ein Großer an den sechs Saiten und das stellt er auch hier erneut unter Beweis.

 

https://www.ericgales.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch