Eric Bibb: Dear America

Eric Bibb: Dear America

Provogue Records

VÖ: 10.09.2021

 

Wertung: 9/12

 

Eric Bibb hat in seinem Leben schon eine ganze Menge gesehen und erlebt. Mit seinen 69 Jahren hat er quasi die komplette Geschichte der modernen Musikkultur als Beobachter, aber auch selbst als Künstler erleben dürfen. Bibb sagt, dass es für ihn ein Segen ist, Amerikaner und speziell New Yorker zu sein. Er hat nun mit „Dear America“ eine Art Brief an seine Heimat verfasst. Liebe, aber auch Schmerz gehören dazu. Es sind die vielleicht gefühlvollsten Songs, die Eric Bibb jemals aufgenommen hat.

 

„One-ness Of Love“ ist der letzte Song des Albums und mit derart viel Liebe ausgestattet, dass einem die Tränen in die Augen schießen können. Das Duett mit Lisa Mills verströmt so viel positive Energie – Wahnsinn. Aufgenommen wurde dies alles übrigens bevor die Pandemie die Welt zum Stillstand brachte. Der Einstieg mit „Whole Lotta Lovin´“ wird von Ron Carter unterstütz. „Whole World's Got The Blues“ ist natürlich ein toller und düsterer Blues-Song. Die Akustikgitarre wird roh angeschlagen und Eric Gales zeigt auf der Elektrischen, dass er einer der Besten seines Fachs ist. Die Thematik, nämlich das Unbehagen auf der Straße, wird so kongenial umgesetzt. Ein ganz großer Song – in jeglicher Hinsicht!

 

Der Titelsong „Dear America“ ist übrigens ein lässiger Blues-Stampfer. „Different Picture“ ist düster, geheimnisvoll und dringlich. „Emmet´s Ghost“ ist abermals mit Carter aufgenommen worden. „White And Black“ ist musikalisch sehr schunkelig und heimelig, aber bei der Thematik natürlich auch absolut verständlich und folgerichtig. Der schöne Folk von „Along The Way“ lädt zum Nachdenken ein. „Talkin´ Bout A Train“ gibt es als Part 1 und Part 2. Das Thema gehört natürlich zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Umsetzung ist absolut lässig. „Loves Kingdom“ strahlt als vorletzter Song Hoffnung, Zuversicht und sehr viel Liebe aus – musikalisch kongenial umgesetzt.

 

Fazit: Eric Bibb hat mit „Dear America“ ein tolles Album aufgenommen. Eine Bestandsbeschreibung, die allerdings nicht nur Negativität ausstrahlt, sondern auch viel Liebe mit auf den Weg gibt. Musikalisch ist das zwischen erdigem Blues und Folk absolut hörenswert. Der Blues-Veteran Eric Bibb verliert nie die Hoffnung und auch, wenn die Songs zwischendrin sehr düster sind, geht zum Schluss doch wieder die Sonne auf.

 

https://www.ericbibb.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

 

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch