Ellis Mano Band: Ambedo

Ellis Mano Band: Ambedo

Jazzhaus Records/In-Akustik

VÖ: 25.06.2021

 

Wertung: 8/12

 

Die Ellis Mano Band aus der Schweiz ist eigentlich noch relativ neu auf der Musiklandkarte. Unerfahren sind die vier Herren allerdings nicht und sie konnten in der Vergangenheit im Hintergrund schon an der einen oder anderen Erfolgsgeschichte mitarbeiten. Chris Ellis hat beispielsweise Musik studiert und als Musiklehrer gearbeitet und mit der A-cappella Formation a-live auch Bühnenerfahrung sammeln können. Edis Mano hat sich als Studiomusiker einen Namen gemacht und als Begleitgitarrist des Sängers Kunz im Musikgeschäft Fuß gefasst. Schlagzeuger Nico Looser und Bassist Severin Graf arbeiteten als Studiomusiker schon mit Stefan Raab zusammen und sind somit auch mit allen Wassern gewaschen. Zusammen bildet das Quartett nun die Ellis Mano Band. Das Debüt „Here and Now“ erschien im Jahr 2019. Jetzt folgt mit „Ambedo“ bereits der Nachfolger.

 

Die Band hat nichts mit aktuellen Musikströmungen am Hut, sondern frönt der guten, alten handgemachten Musik. Dabei bedienen sich die Herren an vielen Zutaten. Das Oberthema mag immer der Blues sein, es wird aber auch mal beim Soul und R&B nach dem Rechten geschaut und der Rock ist natürlich auch immer nur einen halben Schritt entfernt. Man hört zwar, dass die Ellis Mano Band weder aus UK noch den USA kommt, aber gerade die letztgenannte Option ist musikalisch trotzdem immer präsent.

 

Mit dem rockigen Stampfer „The Horrible Truth“ steigt das Quartett ordentlich wütend in das Album ein. Christian Neander von Selig spielt die Gitarre sehr ähnlich und somit erinnert das durchaus an eine englischsprachige Ausgabe von Selig – sicher nicht die schlechteste Referenz! Mit „Sweet Sin“ geht es anschließend etwas entspannter zur Sache. Das Gitarrenspiel bleibt sich aber treu. Guter Groove, gute Hookline. Wer ein Faible für ehrliche und handgemachte Musik hat, wird das Album schon jetzt lieben. „Ambedo Mind“ erinnert an den Soul der 70er – imklusive Bläsersätze, Backgroundgesang und einem Frontmann, der sich auch mal in Richtung Falsett aufmacht.

 

„The Fight For Peace“ ist anschließend tatsächlich sehr bluesig, wird zum Refrain hin aber auch etwas zu kitschig und dramatisch. „Johnny & Susie“ ist die alte Geschichte von einem Träumer und einer Tänzerin. Guter Adult Rock, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Zu „Long Road“ werden die Akustikgitarre und die Fidel ausgepackt. Zwischendrin nimmt das dramatische und bombastische Züge an. Mit „The Question“ rockt die Kapelle danach ordentlich durch den Gemüsegarten. Den Schiebeblues hat die Band mit „Breakfast“ auch noch auf das Album gepackt. „Keep It Simple“ ist eine Middle of the Road-Nummer, die durchaus im Ohr hängen bleibt. Mit dem letzten Song „Heart N´ Mind“ gibt es zum Schluss noch mal das ganz große Gefühlsbesteck. Ein bisschen Bon Jovi steckt da drin.

 

Fazit: Die Ellis Mano Band hat mir ihrem zweiten Album „Ambedo“ ein klassisches Album aus Blues, Rock und Soul aufgenommen. Dazu gehört dann auch mal eine bombastische Ausarbeitung, etwas Pathos oder Adult Rock. Das war bei den Altvorderen aber ja auch immer der Fall. Wer handgemachte Musik liebt und schätzt, sollte das Album der Schweizer auf jeden Fall auf dem Zettel haben!

 

https://www.ellismanoband.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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