Diane Warren: The Cave Sessions, Vol. 1

Diane Warren: The Cave Sessions, Vol. 1

BMG

VÖ: 27.08.2021

 

Wertung: 7/12

 

Diane Warren kennt man vielleicht nicht, weil die Dame nicht ganz vorne im Rampenlicht steht. Ihre Songs und Kompositionen erlangten aber durchaus Weltruhm. Ihre rockigen Balladen wurden dabei zu einer Art Signatur-Sound. Sie versteht sich allerdings auch auf alle anderen möglichen Genres und kann Songs dafür locker aus dem Ärmel schütteln. Ihren ersten Vertrag erhielt sie übrigens vom deutschen Musikproduzent Jack White. Die beiden zerstritten sich allerdings und so gründete Warren 1986 ihr eigenes Verlagshaus, was ihr auch die Rechte an ihren Songs sicherte. In den USA als auch in Großbritannien hatte sie über 100 Hits in den Single-Charts. Die Liste ihrer Songs ist beachtlich! Sie wurde schon für so ziemlich jeden Preis nominiert, selbst für den Oscar. Mit „The Cave Sessions, Vol. 1“ wird erst jetzt ihr erstes Soloalbum veröffentlicht!

 

Die fünfzehn Songs werden von einer stattlichen und beachtlichen Zahl von Interpreten und Künstlern flankiert. „She´s Fire“ ist ein guter Popsong, der allerdings durch die gefühlvolle Performance von Santana unglaublich aufgewertet wird. G-Eazy macht das, was eben G-Eazy so macht. Mit „Seaside“ gibt es anschließend einen ziemlich belanglosen Popsong zu hören. Da nützt auch Rita Ora nichts. „Sweet“ ist ähnlich angelegt, auch wenn die Stimmakrobaten von Pentatonix dabei sind. Bis hierhin ist das lupenreiner, zeitgemäßer und belangloser Pop. Nicht mehr und nicht weniger. „When We Dance Slow“ wird durch Luis Fonsi zur Herzschmerzballade. Musikalisch mit Latin-Einschlag.

 

Die Country-Ballade „I Save Me“ wird von Maren Morris ganz toll gesungen. Der erste nachhaltige Song. Das ist auch der Song, der dem Album an dieser Stelle eine Wendung gibt. John Legend knüpft mit einer tollen Gesangsleistung bei der Pianoballade „Where Is Your Heart“ nahtlos daran an. So darf es gerne weitergehen. „Drink You Away“ bleibt zwar dem Balladenfach treu, wird aber wieder mit zeitgemäßen Klängen zum Pop aufgeblasen, der sowieso ständig die Radiostationen verstopft.

 

Im zweiten Drittel gibt es mit „You Kind Of Beautiful“ von Jimmie Allen einen sehr gefühlvollen Gesangsbeitrag. „Domino“ wird von LP in den Rock überführt. Celine Dion hat ja schon öfters mit Diane Warren gearbeitet. Mit „Superwoman“ wird dies nun fortgeführt. Überraschenderweise ist es keine Ballade, sondern eher ein sehr ordentlicher Poptrack mit melancholischer Grundnote. Darius Rucker macht dann noch aus „Times Like This“ einen AOR-Song. Leona Lewis und James Morrison schmachten zusammen bei „Old With Me“, bevor Paloma Faith mit „Blessings“ eine ihrer brillanten Gesangsleistungen abliefert.

 

Fazit: Diane Warren veröffentlich mit „The Cave Sessions, Vol. 1“ das erste Soloalbum ihrer Karriere, aber natürlich tritt sie hier auch nicht ganz vorne im Rampenlicht auf und überlässt diesen Part lieber anderen. Der Balladenanteil ist sehr hoch. In den besten Momenten ist das durchaus berührend und nachhaltig, es gibt aber auch sehr viele Anbiederungen beim poppigen Zeitgeist. Ein bisschen Country hier und ein bisschen Rock da und fertig ist ein Gebräu, welches für jeden etwas zu bieten hat!

 

https://www.realsongs.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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