Dan Reed Network: Let´s Hear It For The King

Dan Reed Network: Let´s Hear It For The King

‎Drakkar Entertainment Gmbh/Soulfood

VÖ: 17.06.2022

 

Wertung: 8/12

 

Es gibt Bands denen der ganz große Erfolg aus unbekannten Gründen verwehrt bleibt. Dan Reed Network ist so ein Fall. Die Kapelle war mit ihrem Funk Rock in den 80ern dann auch zu früh dran. Touren mit Bon Jovi und den Rolling Stones spülte die Jungs aus Portland zwar in die großen Arenen und auch das Debütalbum fand einige Beachtung, aber andere überholten Dan Reed Network erfolgsmäßig links und rechts. Die Gruppe war von dem ganzen Drum und Dran des Musikgeschäfts genervt und zerfiel. Erst in der Silvesternacht 2012 fand in der Heimatstadt eine Reunion-Show statt. Mit „Let´s Hear It For The King“ wird nun das sechste Album veröffentlicht.

 

Es ist gut, dass die Herren zurück sind. Nein, nicht alles auf „Let´s Hear It For The King“ ist großartig, der Titelsong ist beispielsweise furchtbar kitschig, schmalzig und hätte besser nie das Licht der Welt erblickt. Halten wir uns aber nicht mit den Schattenseiten des Albums auf, denn es gibt hier auch ganz viel Licht! Die Albumeröffnung „Pretty Karma“ ist grandios. Die Nummer klingt als hätte Lenny Kravitz mit Living Color im Studio gestanden. Funk Rock und eine gewisse Eingängigkeit werden ziemlich erdig eingeknüppelt. „The Ghost Inside“ lässt schwere Gitarren und Bässe auf den Zuhörer los. In den Strophen drückt und pumpt das ordentlich. Wer bei „Supernova“ noch still sitzen kann, hat den Rock nie geliebt. Was für eine geile Nummer!

 

Dann folgen die Ausfälle. Auch die Ballade „I See Angels“ ist nur leidlich besser als der Titeltrack. „Homegrown“ erinnert ein bisschen an Maroon 5 – nur mit besserem Gesang. „Stumble“ ist solide Funk Rock-Kost. „Just Might Get It“ kommt düster in den Strophen angekrochen, hat aber einen Refrain mit Ohrwurmqualität am Start. „Where´s The Revolution“ klingt wie es der Titel verspricht. Die Nummer geht nach vorne. Soul-Funk-Rock der feinen Sorte! „Are You Ready“ fehlt etwas das Besondere. Der Song plätschert etwas ereignislos dahin. „Unfuck My World“ stampft noch mal auf die Zielgerade, bevor „Last Day On Saturn“ das Album mit ordentlich Dampf auf dem Kessel beendet.

 

Fazit: Gut, dass Dan Reed Network noch mal im Musikgeschäft auftauchen. Ob es erfolgreicher als zu Beginn der Karriere sein wird? Eine treue Anhängerschaft haben die Herren ja. „Let´s Hear It For The King“ ist immer dann gut, wenn die Kapelle frei von der Leber weg rockt. Das wird dann mit Funk oder Soul garniert und macht ordentlich Laune. Die kleinen Schwächen des Albums nimmt man da gerne in Kauf.

 

https://danreed-network.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch