Budderside: Spiritual Violence

Budderside: Spiritual Violence

Silver Lining/Warner

VÖ: 26.03.2021

 

Wertung: 8/12

 

Budderside haben sich erneuert. Bringt ein neues Line-up mehr Erfolg? Das erste Album bekam ja durchaus wohlwollende Kritiken. Gründer und Sänger Patrick Stone ist aber selbstverständlich noch an Bord. Die Gitarristen Sam “Bam” Koltun (Faster Pussycat, Dorothy) und Logan Nikolic, Bassist Gabe Maska und Drummer Jeff Dewbray vervollständigen die Band. Auf dem neuen Album „Spiritual Violence“ ist mit Phil Campbell zudem prominente Unterstützung mit dabei. Die gab es für die Band schon immer aus dem Motörhead-Lager. Lemmy höchstpersönlich nahm seinen ehemaligen Roadie Patrick Stone unter seine Fittiche und signte Budderside für sein Label Motörhead Music. Auf den Tarot-Karten, die auf dem Cover und im Booklet zu sehen sind, spielt Lemmy auch noch mal eine Rolle. Es geht ja auch um das Schicksal und wie alles miteinander verknüpft ist.

 

„Spiritual Violence“ hat alles, was ein modernes Hardrock-Album benötigt. Die Melodien sind groß und die Refrains eingängig. Der Einstieg „Wide Awake“ macht dann auch keine Gefangenen. „Zen“ drosselt das Tempo, dafür kommen die Gitarren wie Pfeile angeflogen und die Rhythmussektion spielt wie ein Uhrwerk. Der Nackenbrecher „Amber Alert“ dürfte Fans, die ein paar härtere Klänge zu schätzen wissen, begeistern. „Pardon Me“ für Lemmy hat folgerichtig Phil Campbell am Start. „I´m A Man“ ist ganz lässig und klingt mitunter nach 90er Alternativrock.

 

„Folsom Prison Blues“ würde von Kid Rock nicht anders interpretiert werden. Ob dies nun gut oder schlecht ist, kann ja jeder für sich selbst entscheiden. „Things We Do“ ist theatralisch im Aufbau und der Ausarbeitung. Die Klassikelemente verstärken die Dramaturgie. „Feels So Good“ hat im Mittelteil einen Part eingebaut, der an die zweite Hälfte der 90er erinnert. Das kracht ordentlich und auch der Rest kommt messerscharf auf den Punkt. „Soul Searchers“ liefert solide ab, aber Songs dieser Machart hat man schon im Dutzend gehört. „Daygobah“ ist der letzte Song des Albums und setzt noch mal ein Ausrufezeichen. Wer erklären möchte, wie Budderside denn klingen, kann diesen Song als Beispiel laufen lassen. Alle Elemente, von klassischem Heavy Metal über Classic Rock bis hin zu Hardrock und poppigen Klängen, sind hier zu finden. Abgesehen davon sägt sich die Nummer auch schnell in die Gehirnwindungen.

 

Fazit: Budderside haben mit „Spiritual Violence“ ein gutes Album aufgenommen. Es klingt an der einen oder anderen Stelle aber auch ein bisschen nach Kalkül und als ob da der große Erfolg geplant würde. Ob das neue Bandgefüge dazu ins Bild passt, bleibt abzuwarten und wird die Zukunft zeigen. Einstweilen sind die Songs aber - für alle Freunde der gepflegten Härte mit melodischem Unterbau - eine nette Geschichte!

 

https://www.budderside.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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