Balmorhea: The Wind

Balmorhea: The Wind

Deutsche Grammophon

VÖ: 09.04.2021

 

Wertung: 9/12

 

Das Minimalistenduo Balmorhea veröffentlicht mit „The Wind“ zwölf Kompositionen, die genau zum richtigen Zeitpunkt herausgebracht werden. Die Pandemie hat uns immer noch fest im Griff und da kann ein bisschen Seelenbalsam sicher nicht schaden! Die Songs sind inspiriert von Meditationen über die Natur und ihre Zerbrechlichkeit. Daran lässt sich ja schon ablesen, wohin die musikalische Reise hier geht. Man sollte allerdings nicht den Fehler machen und das fälschlicherweise unter New Age oder Esoterikquatsch einsortieren. „The Wind“ wurde im Saal 3 vom Funkhaus Berlin aufgenommen und Produzent Jonathan Low hat die Aufnahme koproduziert und in seinem Studio Long Pond, das er in Upstate New York für Aaron Dessner und The National betreibt, gemischt und gemastert.

 

Die Albumeröffnung „Day Dawns In Your Right Eye“ würde musikalisch vermutlich auch als Zwischenteil auf ein Radiohead-Album passen. Hier gibt es auch ein paar sanfte und gesungene Wortfetzen zu hören. „Rose In Abstract“ ist ein wunderschönes Klangkonstrukt aus Streichern und Klavier. Das Stück könnte man auch wunderbar als Filmmusik nehmen - herrlich entschlackend und entschleunigend. Sanft perlt „La Vagabonde“ aus den Boxen. Das ist unaufgeregt und auf eine gefühlvolle Art und Weise auch sehr schön.

 

Bei „Landless“ wird die Gitarre prominent in den Vordergrund gerückt. Selbige gibt es auch bei „The Myth“ zu hören. Der entrückte Frauengesang verstärkt die musikalische Umsetzung. „V“ ist ganz ähnlich gepolt, lässt aber noch mehr Melancholie aus den Boxen tropfen. „Ne Plus Ultra“ klingt glatt nach Frühling. Zeit die Fenster zu öffnen und verloren seinen Gedanken nachzuhängen. Einen epischen, gar dramatischen Höhepunkt gibt es zum Schluss mit „Night Falls In Your Left“.

 

Fazit: „The Wind“ ist ein tolles Album für Musikliebhaber. Die Kompositionen sind allesamt sehr gelungen und auch die handwerkliche Umsetzung ist mit sehr viel Liebe zum Detail ein Hochgenuss. In diesen seltsamen Zeiten streicheln diese Songs die Seele ein bisschen und das ist eine tolle Eigenschaft.

 

Website: https://balmorheamusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch