Wilko Johnson (Ex Dr. Feelgood) veröffentlicht am 15. Juni sein erstes Album mit neuem Material seit 30 Jahren auf CD und LP 

“Ich sollte eigentlich tot sein!“ 2012 wurde bei der aus dem englischen Canvey Island stammenden Gitarrenlegende Wilko Johnson von der Kultband Dr Feelgood Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium festgestellt. Aber trotz der düsteren Vorhersagen der Ärzte trat er weiterhin und mit neuer Lebenslust live auf und veröffentlichte gemeinsam mit  Roger Daltrey das erfolgreichste Album seiner Karriere: „Going Back Home“.

 

Nach dem bemerkenswerten Erfolg dieser Platte gab er bekannt, dass er nun dank einer dritten Meinung – von einem Arzt, der nachts ein zweites Leben als Konzertfotograf führte – und einer lebensrettenden Operation krebsfrei war. Mit seinem charakteristischen Humor sagte Wilko über die späte Wiederbelebung seiner Karriere: “Wenn man gesagt bekommt, dass man stirbt, fühlt man sich doch erst so richtig lebendig.”

 

‘Blow Your Mind’ ist Wilko Johnsons erstes Album mit neuem Material seit 30 Jahren und es ist der Sound eines Mannes, der sich wirklich lebendig fühlt.

 

Unterstützt wird Wilko auf diesem Album von seiner langjährigen Band – Norman Watt Roy am Bass und Dylan Howe am Schlagzeug – sowie dem Produzenten Dave Eringa, der auch auf dem Goldalbum „Going Back Home“ mit Roger Daltrey an den Reglern saß. Das Album, von dem Wilko selbst sagt, dass er „nicht dachte, dass ich es noch machen würde“, beschäftigt sich mit der schwierigen Situation, die er die letzten fünf Jahre zu bewältigen hatte. Songs wie „Marijuana“ und „Take It Easy“ haben die Krebsdiagnose zum Thema.

 

Über seine ersten neuen Texte seit 30 Jahren sagt Wilko: “Das ist gar nicht so einfach – worüber soll ich mit 70 Jahren denn singen? `Ich liebe Dich, Baby, aber Du hast mir wehgetan?´ Also, ehrlich. Das ist schon ein Problem. Aber ich dachte nie, dass ich mal über verschiedene echte Erfahrungen aus dem wahren Leben schreiben würde – bis ich krank wurde.”

 

Wer aber erwartet, dass Wilkos unverwechselbarer R&B-Stil wegen der sehr persönlichen Texte weicher wird, dem steht eine Überraschung bevor. Wenn überhaupt, dann klingt seine Art, Gitarre zu spielen, sein ‘Chop’, sogar noch aggressiver. Und die nachdenkliche Stimmung einiger Songs wird mit dem Partyfeeling des Titeltracks, „Beauty“ und „I Love The Way You Do“ mehr als ausgeglichen. Diese Lieder erinnern mit ihrer Energie und ihrem Drive an Wilkos ganz frühe Aufnahmen mit Dr Feelgood.

 

Als er nach den Erfahrungen der letzten Zeit und allem, was er durchgemacht hatte, wieder ins Studio ging, sagte Wilko folgendes über die zwölf Titel auf „Blow Your Mind“: “Ich hatte eigentlich nicht vor, diese Songs tatsächlich zu benutzen und ich hatte keine Ahnung, ob ich überhaupt nochmal ins Studio gehen würde. Einer der Songs spiegelt genau diese Situation – nachts im Haus zu sitzen und zu wissen, dass es auf das Ende zugeht. Wir haben den Song aufgenommen und er wird auf dem Album sein. Und im Grunde ist er ganz fröhlich geworden!”

 

Produzent Dave Eringa bringt es auf den Punkt: “Ich dachte wirklich nicht, dass ich nach „Going Back Home“ noch ein Album mit Wilko Johnson machen würde. Aber es war mir eine Freude und eine Ehre, seine ersten neuen Songs seit 30 Jahren mit ihm aufzunehmen. Wilko ist einer der echten Gentlemen der Musikwelt – belesen, intelligent und wortgewandt und trotzdem noch total Rock ’n’ Roll!”

 

 

Tracklisting:

01. Beauty

02. Blow Your Mind

03. Marijuana

04. Tell Me One More Thing

05. That's The Way I Love You

06. Low Down

07. Take It Easy

08. I Love The Way You Do

09. It Don't Have To Give You The Blues

10. Lament

11. Say Goodbye

12. Slamming

 


ÜBER WILKO JOHNSON

Wilko wurde 1947 auf Canvey Island in England geboren und studierte an der Newcastle University Englisch. Danach ging er auf Reisen. Eigentlich wollte er Lehrer werden, aber dann klopfte der Rock’n’Roll an seine Tür. Wilko kaufte seine erste Fender Telecaster in einem Musikladen in Southend, Essex, und damit war sein Schicksal endgültig besiegelt. Bald avancierte er zum rhythmischen Kraftwerk, das in der Band Dr Feelgood hinter Lee Brilleaux auf- und abstolzierte und Grimassen schnitt. Mitte der 1970er stand Wilko auf unzähligen Bühnen in Großbritannien und bildete mit Dr Feelgood und ihrem bodenständigen Rock’n’Roll, der ein willkommenes Gegengewicht zur Progrockszene darstellte, die Spitze der Pubrock-Bewegung. Sein Einfluss war im ganzen Land und später auch in den Anfängen der Punkrevolution spürbar (Joe Strummer von The Clash kaufte seine Telecaster, nachdem er Wilko hatte spielen sehen). Mit Dr Feelgood veröffentlichte Wilko vier erfolgreiche Alben. Danach folgte eine sehr kreative Phase mit den Solid Slenders, einer frühen Version der Wilko Johnson Band. 1980 stieg er schließlich bei Ian Durys Band The Blockheads ein.

 

Während der 80er und 90er und bis ins neue Jahrtausend hinein trat er weiter in Großbritannien, Europa und Japan auf. Als 2009 Julien Temples preisgekrönter Film „Oil City Confidential“ herauskam und Wilko als der Star des Films gefeiert wurde, richtete sich die Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf diesen außergewöhnlichen Künstler. 2010 wurde Wilko eine Rolle in der Erfolgsserie „Game of Thrones“ angeboten. 2011 und 2012 war er in vier Folgen als der stumme Henker Ilyn Payne zu sehen.

 

2014 erschien das Erfolgsalbum „Going Back Home“, Wilko Johnsons Zusammenarbeit mit Roger Daltrey. Es erreichte Platz 3 der britischen Albumcharts. Der Grund für diese Kooperation war nicht nur, dass beide große Fans von Johnny Kidd & the Pirates sind, sondern, da ja eigentlich alle Beteiligten davon ausgingen, dass Wilko gerade im Begriff war, an Krebs zu sterben, lautete die Devise: Jetzt oder nie!”

 

2015 arbeiteten Wilko und Julien Temple wieder zusammen, diesmal an der Dokumentation „The Ecstasy Of Wilko Johnson“. Der Film beschäftigt sich mit Wilkos Krebsdiagnose und der späteren überraschenden „Begnadigung“. Das Kinopublikum war genauso begeistert wie die Leute, die den Film auf BBC 4 sahen und er wurde 2016 mit einem „Kermode“-Award ausgezeichnet.

 

Wilkos neue Autobiografie „Don’t You Leave Me Here“ erschien im Frühjahr 2016 bei Little, Brown.

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