Rodriguez: "Searching For Sugar Man" - interessante CD und außergewöhnliche Story

Eine der ungewöhnlichsten Geschichten der Musikszene der 1970er Jahre erzählt von einem fast vergessenen Debüt des Songwriters Rodriguez aus Detroit. Seine Musik wurde später zur Quelle der Hoffnung und Inspiration für die Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika. Die Geschichte des Künstlers und seines legendären Hits „Sugar Man“ wird nun erstmals in dem Dokumentarfilm „Searching For Sugar Man“ erzählt, der ab 27. Dezember in den deutschen Kinos anläuft. Der Soundtrack dazu erscheint bereits am 5. Oktober 2012. Die neue CD „Searching For Sugar Man“ beinhaltet Teile des Debüt-Albums „Cold Fact“ von 1970 und auch Songs der Nachfolge-LP „Coming From Reality“ von 1971. Beide Werke erhielten Jahrzehnte später überschwängliche Kritiken.

           

Dennis Coffey und Mike Theodore, zwei gefeierte Produzenten aus Detroit, entdeckten Rodriguez in den späten 1960ern in einer Bar und waren begeistert von seinem „dylanesken“ Songwriting. Trotz seiner Einzigartigkeit und aller Lobeshymnen wurde das Album „Cold Fact“ kein kommerzieller Erfolg. Rodriguez brachte zwar noch eine weitere LP auf den Markt, verschwand aber langsam in der Versenkung. Bald tauchten die wildesten Gerüchte über seinen weiteren Werdegang auf. Die einen behaupteten, er litte unter schwersten Depressionen, andere gingen sogar noch weiter: der Sänger habe Suizid begangen und sich auf der Bühne selbst verbrannt.

 

Nichts von alledem entsprach der Wahrheit, und während der Künstler in der Heimat in Vergessenheit geriet, sorgte seine Musik viele tausend Kilometer entfernt für Furore: „Cold Fact“ war in Südafrika nach der Veröffentlichung umgehend vom damaligen Apartheidregime auf den Index gesetzt worden. Allerdings existierten zahlreiche Bootlegs der LP - und so wurden seine Songs zum Soundtrack der rebellierenden afrikanischen Jugend. Ohne davon zu wissen, avancierte Rodriguez in den nächsten zwei Jahrzehnten zum südafrikanischen Superstar, und die Anzahl der Kopien, die von „Cold Fact“ im Umlauf waren, hätten problemlos für eine Platin-Auszeichnung gereicht.

S U C H E
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