White Lies: 21.03.2011, Live Music Hall, Köln

Die White Lies haben gerade erst das zweite Album „Ritual" veröffentlicht und doch zählt die Band schon zu den größeren Ereignissen. Woran man das festmachen kann? Die Kölner Live Music Hall platzt an diesem Abend aus allen Nähten und der WDR gibt sich ebenfalls die Ehre. Der Abend ist doch glatt für eine Rockpalast Sendung gut und dies ist ja nun wahrlich eine Auszeichnung. Entsprechend groß ist dann auch die Aufregung im Vorfeld und der WDR hat dementsprechend auch eine stattliche Anzahl an Mitarbeitern entsandt, damit auch wirklich alles glatt laufen kann.


Während sich die Vorgruppe im Inneren noch abmüht, ist der Innenhof gegen 21 Uhr immer noch recht gut gefüllt und viele Besucher ziehen ein Kaltgetränk den tropischen Temperaturen der Halle vor. Es ist immerhin schon kurz nach 21.30 Uhr, als die White Lies endlich die Bühne betreten. Die Bude ist wirklich bis auf den letzten Platz gefüllt und selbst in der letzten Reihe ist es schön kuschelig und das Gedränge ist groß. Die Altersstruktur ist sehr gemischt und viele ältere Semester erinnert der Sound der White Lies sicher auch an die eigene Jugend.


Die Luftfeuchtigkeit dürfte so ziemlich genau bei 100 Prozent liegen. Man meint die Tropfen von der Decke fallen zu sehen. Die drei Mannen von den White Lies ficht dies nicht an und sie haben sich stilecht wie immer gekleidet. Durch Live-Verstärkung an Gitarre und Keyboard zaubern sie einen amtlichen Sound auf die Bretter. Es hatten ja schon ganz andere mit Klangproblemen in der Live Music Hall zu kämpfen - davon kann an diesem Abend keine Rede sein.


„A Place To Hide", „Holy Ghost" und „To Lose My Life" eröffnen das Konzert auch recht gut. Der Anfang ist allerdings noch ein bisschen holprig und gerade der Gesang wird von Minute zu Minute besser. Wer ein große Show erwartet, ist ganz sicher auf dem falschen Konzert. Der Bewegungsradius der einzelnen Protagonisten ist dann auch nicht sehr groß und passt auf einen Bierdeckel. Die Konzentration liegt voll und ganz auf der Musik und deren Umsetzung. Das ist auch schon schwer genug, denn die beiden Alben sind perfekt produziert und eine Reproduktion für ein Livekonzert ist da schon eine mittelschwere Herausforderung. Die White Lies lösen das ziemlich gut und das kommt schon recht klar und brillant aus den Boxen. Manche Songs sind sogar wesentlich druckvoller wie auf Platte.


Dezentes Licht unterstützt die dunkle Atmosphäre der Songs. Hin und wieder dürfen mal ein paar mehr Lichterkegel durch die Halle zucken, das war es aber auch schon. Dass die White Lies auch schon so was wie Hits im Gepäck haben, wird an diesem Abend auch mehr als deutlich. „Death" kennt nun wirklich jeder und es macht sich sogar ein Hauch von ausgelassener Stimmung breit. Mit „Bad Love" oder dem Rausschmeißer „Bigger Than Us" wird dann ebenfalls noch mal ordentlich Gas gegeben und auch die Nummern werden natürlich dankbar vom Publikum angenommen. Die Band gibt sich sympathisch und volksnah. Man glaubt ihnen sogar, wenn mehrmals fallen gelassen wird, dass man sich freut in Köln zu spielen.


Einen großen Wermutstropfen gibt es trotzdem: das ist insgesamt doch sehr kurz. Klar, die Band hat erst zwei Alben im Rücken, aber 75 Minuten - wenn überhaupt - sind doch ein bisschen wenig. Auf der anderen Seite soll man ja immer dann aufhören, wenn es am schönsten ist. Die Zuschauer und Fans machten jedenfalls einen zufriedenen Eindruck. Von der musikalischen Umsetzung gibt es eh nichts zu meckern, das war schon recht perfekt. Wer die White Lies schätzt, aber einen Konzertbesuch noch hinauszögert, sollte sich schleunigst um Tickets bemühen und staunen, wie brillant die Band die Studiotracks live umsetzen kann.

 

Ein paar Fotos

 

(Torsten Schlimbach bedankt sich bei Vicky Butscher und Universal und natürlich bei den White Lies für die freundliche Unterstützung!)

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch