Beady Eye: 14.03.2011, E-Werk, Köln

Wenn eine neue Band innerhalb kürzester Zeit die Live Music Hall in Köln ausverkauft bekommt und das ganze Ereignis ins E-Werk verlegt wird, dann muss es sich schon um eine ganz besondere Formation handeln. Das Debüt liegt ja auch erst gerade frisch auf dem Tisch. Gut, dass Beady Eye auf eine feste Fanbasis bauen können. Als Nachfolgeband von Oasis fängt man natürlich nicht bei Null an und das wissen die Mannen um Liam Gallagher auch nur zu gut. Die Erwartungshaltungen sind dann auch dementsprechend hoch.

 

Mittlerweile ist sogar eine ganz neue Generation an Fans nachgewachsen und so kann man anhand der Gespräche nach dem Konzert feststellen, dass manche gerade ihr erstes Konzert mit dem guten Liam erlebt haben. „Ich fand es komisch, dass er sich das ganze Konzert nicht bewegt hat und immer so gebeugt gesungen hat." „Er hätte ja wenigstens mal sagen können, dass es schön in Köln ist und er sich freut uns zu sehen." „Warum haben die denn keine Oasis-Hits gespielt?" „Mit Don´t Look Back In Anger hatte ich schon gerechnet." Der entscheidende Satz kommt aber dann! „Eins muss man ihm ja lassen, er singt wie auf CD." So ist es.

 

Dass Liam Gallagher nun nicht gerade wie ein Iggy Pop über die Bretter fegt, sollte eigentlich bekannt sein. Dass er immer leicht gebeugt am Mikro steht ebenfalls. Die Vergangenheit hat zudem gezeigt, dass er nicht unbedingt die Kommunikation erfunden hat. Pöbeleien sind auch mal ein gerne genommenes Stilmittel um die eigene Coolness zu unterstreichen. Insofern war das Konzert im Kölner E-Werk sogar eine kleine Offenbarung. Der Mann hat sich immerhin zu mehreren Ansagen hinreißen lassen, einen Song Japan gewidmet und man hat ihn sogar lachen gesehen. Mehr konnte man wirklich nicht erwarten.

 

Im Vorfeld konnte man ja immer wieder lesen, dass Beady Eye eine demokratische Band wären. Hat das wer geglaubt? Köln hat zumindest gezeigt, dass man nun auch durchaus den Meister kritisieren darf und man ihm auch mal flüstern kann, dass er gerade die falsche Nummer ansagt. Mit einem Lachen nimmt er das zur Kenntnis und weiter geht es.

Die musikalische Darbietung war formidabel. Liam war so gut bei Stimme wie selten zuvor und auch die Songs von „Different Gear, Still Speeding" machen live schon eine überraschend gute Figur. Das Debüt wurde dann auch fast komplett gespielt. Lediglich „Wigwam" wurde durch „Man Of Misery" ersetzt und als Zugabe gab es dann noch „Sons Of The Stage" - das war es. Der Anfang mit „Four Letter Word" verlief noch etwas holprig, aber dann passte alles. Im Hintergrund untermalten Projektionen die Songs, aber im Grunde war es die große Liam Nichtshow.

 

Nach etwas mehr als 60 Minuten war der Zauber auch schon wieder vorbei. Eins zeigt dieser Abend aber auch deutlich: das Debüt kann was, Livetest bestanden. Gerade „The Morning Son" wirkt magisch und „The Roller" wird sogar vom Publikum fast wie ein Oasis-Song begrüßt. Mit „For Anyone" gibt es dann auch das obligatorische Beatles-Zitat und letztlich sind alle zufrieden. Was macht Liam jetzt eigentlich mit seinem Parka? Der war nämlich komplett durchgeschwitzt. Kapuze alleine aufsetzen reicht nicht. Halten wir fest: fast alles wie immer, nur eben ohne Noel. Beady Eye haben in dieser Form und mit solchen Songs definitiv eine Daseinsberechtigung!

 

Fotos gibt es hier.

 

(Torsten Schlimbach bedankt sich bei Janna von Verstärker Promotion und natürlich bei Beady Eye für die freundliche Unterstützung!)

 

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch