Morgenstern: Die Axt (4)

Morgenstern: Die Axt (4)

Folgenreich/Universal

VÖ: 16.05.2014

 

Wertung: 8/12

 

Chris Morgenstern hat einen dicken Kopf oder wie man es im Volksmund auch nennt: einen Kater. Er hat den Geburtstag seiner Lieblingswirtin wohl etwas zu heftig gefeiert, aber für eine Auszeit hat der Privatdetektiv gar keine Zeit. Wie schon in den ersten drei Folgen wird auch „Die Axt“ den ehemaligen Polizisten wieder in ein rasantes Abenteuer stürzen, doch diesmal geht es mehr denn je um Leben und Tod. Da hätte er wohl doch besser den Tag im Bett verbracht. Auf der anderen Seite wird er die nächsten Stunden gar keine Zeit haben an seinen Hangover zu denken.

 

Worum geht es? Der beste Freund von Morgenstern, Kurt, braucht seine Hilfe. Seine Freundin Aylin ist Zeugin eines Mordes geworden. Die Polizei ist selbstverständlich verständigt worden, aber Kurt fühlt sich dann doch sicherer, wenn ihm der Privatdetektiv zur Seite steht. Ereignet hat sich die Tat bei Dreharbeiten, denn Kurt ist Schauspieler und auch für Aylin konnte er eine kleine Rolle ergattern, sonst wäre sie gar nicht mit am Set gewesen. Alles was besagte Aylin sagen kann ist ein Wort: Axt.

 

Morgenstern eilt zum Tatort und schafft seine Freunde von selbigem weg. Doch was immer die drei auch tun, wo immer sich die drei verstecken wollen, ein Killerkommando ist schon da. Darauf war der gute Chris gar nicht vorbereitet und somit hat er auch keine Ersatzmunition dabei. Auf Kurt kann er sowieso nicht bauen, da sein Freund den Umgang mit Waffen nicht gewohnt ist. Morgenstern ist auf der Flucht durch Potsdam somit auf sich alleine gestellt. Selbst die sichersten Verstecke spüren die Killer auf. Die Luft ist entsprechend bleihaltig. Und dann sieht sich das flüchtende Trio plötzlich dem Anführer der ganzen Psychopathen gegenüber: la hacha, die Axt. Ausgerechnet jetzt ist Morgenstern seine Waffe abhandengekommen….

 

Die vierte Runde von „Morgenstern“ ist sehr temporeich. Der Erzähler, Olaf Reitz, hat alle Hände voll zu tun, damit die rasante Story auch den richtigen Drive kriegt. Er meistert die bravourös! Ein paar kleine Gimmicks untermalen die Handlung und so peitschen auch dem Hörer die Schüsse links und rechts um die Ohren. Zum Schluss gibt es übrigens wieder eine Art Cliffhanger, der dafür sorgt, dass man unbedingt wissen will wie es mit „Morgenstern“ und dem Kampf gegen das Verbrechen weitergeht.

 

Fazit: „Morgenstern – Die Axt“ lebt von seinem Tempo. Die Geschichte ist aufgrund der Hetzjagd durch Potsdam unserer drei Helden einigermaßen spannend. Die Umsetzung und die Erzählung von Olaf Reitz ist sehr gelungen. Trotzdem ist es das Ende dieser Folge – welches mit dem eigentlichen Fall nichts mehr zu tun – warum man ab jetzt ungeduldig auf die nächste Folge wartet. Wer oder was ist Morgenstern immer einen Schritt voraus und wer ist über sein Tun und Handeln derart gut informiert? Eine Auflösung wird freilich noch auf sich warten lassen.

 

Text: Torsten Schlimbach

Morgenstern: Todeszone Sinai (2)

Morgenstern: Todeszone Sinai (2)

Folgenreich/Universal

VÖ: 17.01.2014

 

Wertung: 9/12

 

In der ersten Folge von „Morgenstern“ durfte der Namensgeber dieser Serie noch in heimischen Gefilden ermitteln. Jetzt verschlägt es den Privatdetektiv allerdings in einen ganz anderen Teil der Welt. Er wird angeheuert den verschwundenen Arzt Robert Beck aufzuspüren. Soweit hört sich das nach einem ganz normalen Auftrag an und doch ist die Mutter von Beck heilfroh, dass Chris Morgenstern nicht gleich das Weite sucht, nachdem er erfahren hat, dass sich die Spur in Ägypten verliert. Die Neugier des Ex-Polizisten ist aber geweckt und so macht er sich auf nach Kairo.

 

Robert Beck hat für eine Wohltätigkeitsorganisation gearbeitet und so lässt sich der Detektiv vor Ort gleich per Taxi dahin kutschieren. Die Räume sind allerdings verlassen und doch scheint Morgenstern nicht der Einzige zu sein, der sich dafür interessiert und somit ist es zunächst besser, dass er sich mehr oder weniger im Verborgenen hält. Das Aufsuchen der örtlichen Polizei bringt ihn auch nicht unbedingt weiter. Glücklicherweise trifft er sehr bald auf einen Ägypter, der nicht nur die deutsche Sprache spricht, sondern auch ein Freund von Beck ist und dessen Verschwinden ebenso aufklären möchte. Zusammen machen sie sich auf in Richtung Sinai, wo sich die Spur des Arztes verliert.

 

Auf der Fahrt dahin keimt ein schrecklicher Verdacht in den beiden auf. Am Wegesrand entdecken sie Leichen, die nur notdürftig vergraben wurden und die aussehen, als hätte man sie ausgeweidet. So langsam gerät das Duo in einen Strudel des organisierten Verbrechens. Als ihnen dann auch noch ein Flüchtling aus dem Sudan in die Arme läuft, der nach Hilfe sucht, dämmert es ihnen, dass sie es hier mit Organhandel zu tun haben könnten. Unerwartet kriegen sie Hilfe aus Österreich und der Sumpf scheint noch schlimmer zu sein, als man es sowieso schon vermutet hat...

 

Fazit: Die zweite Folge von „Morgenstern“ ist noch spannender wie das Debüt dieser Serie. Auch der Sound wurde hörbar weiterentwickelt und so kommt da noch mal ein ganz anderer Dreh rein, da es sich nicht mehr auf die Erzählstimme alleine beschränkt. Als Kritikpunkt muss man allerdings auch anführen, dass hier so ziemlich jedes Klischee aufgefahren wird, was in den Köpfen der Menschen über ein Land wie Ägypten nun mal verankert ist. Korruption, Menschen- und Organhandel sind da nur die Sperrspitze. Wenn man das allerdings nicht weiter hinterfragt, dann wird man von diesem Hörspiel sicher bestens und spannend unterhalten!

 

Text: Torsten Schlimbach

Morgenstern: Leben Und Sterben (1)

Morgenstern: Leben Und Sterben (1)

Folgenreich/Universal

VÖ: 29.11.2013

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Krimifans kriegen mit der brandneuen Serie „Morgenstern“ neues Futter geboten. Ein Novum stellt sicherlich die Veröffentlichungspolitik dar, denn es gibt dies sowohl als Hörbuch als auch E-Book käuflich zu erwerben. Damit nutzt man die Möglichkeiten der modernen Medien und Technik. Die erste Folge von „Morgenstern“ hingegen ist dafür nach altem Muster gestrickt und wird ohne die ganzen Schnörkel, die mittlerweile eine solche Produktion mit sich bringt, die Fans echter Krimis begeistern. Hier hat man endlich mal wieder das Gefühl, dass dies nicht weit von der Realität entfernt sein könnte.

 

Doch worum geht es? Im Fokus steht Privatdetektiv Christian Morgenstern. Bis vor zwei Jahren war er noch Polizist, doch dann gab es ein einschneidendes Erlebnis und er konnte nicht weiter im Hamsterrad des Staatsdienstes tätig sein. Nachdem ihm eine Kugel die linke Schulter zerfetzte und eine weitere in seinem Schädel steckte lag er drei Wochen im Koma. Danach war nichts mehr wie vorher und er wurde zu dem, was man im Volksmund mal als Privatschnüffler bezeichnet hat. Seine Vergangenheit wird aber auch Chris Morgenstern nicht so schnell los.

 

In seinem ersten Fall soll er eigentlich Metalldiebe einer Firma aufspüren. Sind darin die Angestellten und Mitarbeiter verwickelt? Morgenstern kann darüber nicht weiter nachdenken, denn er wird Zeuge von unglaublichen Geschehnissen. Ehe er sich versieht ist er mittendrin im Drogensumpf. Ein Drogendealer greift ihn an, verstümmelt sich vor seinen Augen aber selbst und schneidet sich das eigene Gesicht auf. Die Droge Crystal Meth ist dafür verantwortlich, die aus den Konsumenten wahre Zombies werden lässt. Dann wäre da noch ein Pärchen, die über ihre Sucht ihr eigenes Kind völlig vergessen und die geheimnisvolle Julie, die Morgenstern in einer Kneipe aus den Fängen von zwielichtigen Kerlen befreien muss und so in eine Schlägerei gerät.

 

Morgenstern ist schon mittendrin in den Ermittlungen, die ihn zu einer prunkvollen Villa führen. Dort trifft er nicht nur auf blutjunge Mädchen, die wie Vieh gehalten werden, auch Julie läuft ihm erneut über den Weg. Der Privatdetektiv weiß plötzlich nicht mehr wer Freund und Feind ist und auch sein alter Kollege aus dem Polizeidienst, der seinerseits einen Rucksack mit großen Problemen zu tragen hat, läuft ihm dabei immer wieder über den Weg. Die Schlinge zieht sich zu und plötzlich steht Morgenstern selbst im Fokus der Ermittlungen. Wer ist ihm immer einen Schritt voraus und schreckt auch vor Morden nicht zurück?

 

Fazit: Die neue Krimiserie „Morgenstern“, die in Brandenburgs Hauptstadt Potsdam spielt, ist sehr spannend und dies mit einfach Mitteln. Über weite Strecken wird die Geschichte nämlich nur durch den Erzähler Olaf Reitz zum Leben erweckt. Dies geschieht aber auf extrem spannende Art und Weise und als Zuhörer hängt man mit seinen Ohren förmlich an seinen Lippen. Die dezenten Soundspielereien im Hintergrund verstärken diesen Eindruck zusätzlich. Hierfür sind die Macher von „Die Elfen“, „John Sinclair“ und „Star Wars – The Clone Wars“ verantwortlich. Für eine erstklassige Atmosphäre ist also gesorgt. Wer schnörkellose Krimis wie „Matula“ schätzt und liebt, wird auch „Morgenstern“ ganz schnell in sein Herz schließen. Man darf gespannt sein wie es mit dem Privatdetektiv nach der ersten Folge um Drogen und einen Mädchenhändlerring weitergeht. Zum Glück muss man nicht lange warten, denn schon im Januar 2014 geht es in die zweite Runde!

 

Text: Torsten Schlimbach

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