Dorian Hunter: Die Masken Des Dr. Faustus (25)

Dorian Hunter: Die Masken Des Dr. Faustus (25)

Zaubermond/Indigo

VÖ: 29.08.2014

 

Wertung: 12/12

Tipp!

 

Dorian Hunter kehrt wieder in den Schoß seiner Eltern zurück. Was einst beim Zaubermond-Verlag begann, erlebt nun dort seine Fortsetzung. Die Jubiläumsfolge wird nun wieder bei Zaubermond veröffentlicht und dies auch noch derart detailliert und umfangreich, dass „Dorian Hunter“ noch mal auf eine ganz neue Ebene gehoben wird. Dies fängt bei der Aufmachung an und hört mit den 50. Stimmen, die „Die Masken Des Dr. Faustus“ mit Leben füllen, noch lange nicht auf. Die Macher haben sich alle nur erdenkliche Mühe gegeben die 25. Runde würdig zu begehen. Seit 2008 fesselt die Serie nun schon die Kritiker und die Fans, mit „Die Masken Des Dr. Faustus“ werden aber noch mal neue Maßstäbe gesetzt.

 

Zunächst sticht die wundervolle Optik ins Auge. Das dicke Digipack hält vier CDs für den geneigten Hörer bereit. Natürlich kann man die Folgen „Mummenschanz (25.1)“, „Hassfurt (25.2)“ und „Fastnacht (25.3)“ auch einzeln kaufen, aber macht das Sinn? Wohl eher nicht, denn nur komplett fügt sich alles und da kann man auch gleich zu dieser schönen Gesamtausgabe greifen. Auf der vierten CD gibt es zudem auch noch den wundervollen atmosphärischen Soundtrack „Hunteresque“ von Andreas Meyer obendrauf. Die knapp 3 ½ Stunden sind ja schon Kaufgrund genug, aber das Auge isst ja bekanntlich mit. Das schöne Digipack hält auch noch ein umfangreiches Booklet bereit. Dort gibt es jede Menge Informationen zu dieser Folge, die übliche Auflistung der Synchronsprecher und ein Interview mit Dieter Hallervorden, der hier ein paar Auskünfte zu seiner Rolle als Faust in Dorian Hunter gibt. Für ein Hörspiel ist das eine sehr üppige Ausstattung und das Teil hat sich im Fanschrein einen Platz ganz vorne verdient!

 

Die drei Folgen weichen etwas vom eigentlichen Exposé ab. „Die Todesmasken des Dr. Faustus“ spielten ursprünglich ja nur in der Vergangenheit. Hunter erinnert sich hier in einem Gespräch mit Olivaro an eines seiner vergangenen Leben. Hier werden Speyers Abenteuer mit der Spielmannstruppe des Prinzipals Cherves Apillion beschrieben. Erst mit „Das Mordpendel“ geht es wieder in die Gegenwart zurück und dort wird beschrieben, wie es um die Dämonendrillinge bestellt ist. Mit „Die Masken Des Dr. Faustus“ hat man nun das Kunststück vollbracht, die Vergangenheit und die Gegenwart miteinander zu vermischen. Eigentlich sollte die Romanvorlage ja allen erdenklichen Platz haben um auch die unwichtigsten Nebenfiguren auszuschmücken und mit Leben zu füllen. Eigentlich, denn den Machern der Jubiläumsfolge ist es gelungen auch jede Nebenrolle wichtig erscheinen zu lassen oder charakterlich zu formen.

 

Dorian Hunter ist der Meister des Drudenfuß. Ihm gehorcht er. Nur er beherrscht ihn. Die einzig wirksame Waffe gegen den Dämonendrilling ist aber verloren gegangen. Oder etwa nicht? Und was führt das vermeintlich neue Oberhaupt der Schwarzen Familie im Sinn? Olivaro ist jedenfalls bereit den Drilling zu verraten, allerdings muss sich Hunter mit einer weiteren Reinkarnation seines Ichs beschäftigen – dies ist der Deal! Wer folgte auf seine Existenz als Juan Garcia de Tabera? Hunter beginnt sich zu erinnern und trifft dabei auf seinen alten Lehrmeister: Dr. Faust. Gesprochen wird selbiger übrigens vom wunderbaren Dieter Hallervorden, der diesen Charakter mit reichlich Leben füllt.

 

„Mummenschanz“ ist das Vorspiel, während sich in „Hassfurt“ alles zusammenfügt und Dr. Faust einen Plan für die Spieltruppe schmiedet. Einen blutigen dazu. Die Cliffhanger einer jeden einzelnen Folge sind übrigens extrem gemein, denn man will schließlich sofort wissen, wie es weitergeht. Und dabei spielen die Paten des Dämonendrillings auch noch eine wichtige Rolle. Was oder wer sind sie? Der Spannungsbogen ist extrem groß und dies dürfte eine der düstersten Folgen über den Dämonen-Killer sein!

 

Olivaro entpuppt sich immer mehr zu einem der besten Charaktere, die diese Reihe zu bieten hat. Düster, dunkel, durchtrieben und geheimnisvoll reicht diese Rolle schon alleine um dem Zuhörer eine dicke Gänsehaut zu bereiten. Stefan Krause haucht Olivaro durch seine herausragende Sprechleistung und Synchronisation das Leben ein. Abgesehen davon ist dies vom kompletten Synchronisationsteam eine hervorragende Leistung und die ganze Atmosphäre ist überwältigend.

 

Wie nicht anders zu erwarten ist „Fastnacht“ der unbestrittene Höhepunkt von Runde 25. Vergangenheit und Gegenwart werden wunderbar miteinander verzahnt – auch was den Sprechtext betrifft. Und ohne zu spoilern – Olivaro und Dorian Hunter müssen zusammen arbeiten, wenn sie den Drilling besiegen wollen. Und dann wäre da auch noch die Abtrünnige Coco Zamis, die ihre Kräfte wiedererlangt hat und die Teil des Cliffhangers zum Schluss ist. Man kann es kaum erwarten wie es mit dem Dämonen-Killer und Folge 26 weitergehen wird. Eins ist klar: Olivaro ist der schrecklichste Gegner, mit dem es Dorian Hunter je zu tun hatte.

 

Fazit: „Dorian Hunter – Die Masken Des Dr. Faustus“ ist in jeglicher Hinsicht ein Augen- und Ohrenschmaus! Die Komplettausgabe erfreut einen mit einer wundervollen Optik und Aufmachung. Die düstere Geschichte gehört zu den Spannendsten dieser Reihe. Der schwarze Humor bleibt dabei zwar etwas auf der Strecke und wer die Splatter-Effekte bisher so geliebt hat, kommt auch ein bisschen kurz. Dafür wird hier eine fast schon beängstigende Realität geschaffen. Eine Sternstunde der „Dorian Hunter“ Serie! So werden Jubiläen gefeiert!

 

Text: Torsten Schlimbach

Interview mit Dieter Hallervorden über seine Rolle als »Faust« in Dorian Hunter

Herr Hallervorden, Ihre Vielseitigkeit ist mittlerweile Ihr Markenzeichen geworden.
Schauspieler, Kabarettist, Regisseur, Dramaturg und Intendant – braucht es da eigentlich noch Mut, sich auf die Horror-Hörspielserie Dorian Hunter einzulassen?
Dieter Hallervorden:
Ich liebe generell Herausforderungen, noch mehr natürlich deren Bewältigung. Eine Hörspielaufnahme
wie bei Dorian Hunter war für mich eine neue Erfahrung. Dass jede Rolle einzeln eingesprochen wird
und erst nach den Aufnahmen alle Sprecher »zusammengemischt« werden, hat den Vorteil, dass man
sich während der Aufnahme komplett auf die Arbeit an seiner eigenen Figur konzentrieren kann.
Gleichzeitig tragen Sprecher und Regie eine große Verantwortung. Es muss sehr bewusst und
nuanciert an der Rolle gearbeitet werden, damit es später beim Zusammenspiel »natürlich« klingt.
Sie sind dafür bekannt, sich akribisch auf Ihre Rollen vorzubereiten. Bestes Beispiel ist Ihr Film
»Sein letztes Rennen«, für den Sie mit der Goldenen Lola als »Bester Schauspieler«
ausgezeichnet wurden. Wie aufwändig war es im Vergleich, sich für die Hörspielrolle des Dr.
Faust zu rüsten?
Der Film war insbesondere eine körperliche Herausforderung. Es war eine intensive sechsmonatige
Vorbereitung erforderlich. Da Dr. Faust nun eher der vergeistigte Typ ist, hat es hier nicht ganz so
lange gedauert. Aber immerhin hat Faust einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Solchen Leuten
sollte man generell nicht trauen!
Immerhin verschrieb Faust seine Seele dem Teufel, um die »letzten Dinge« zu erfahren – er tat
es also um einer guten Sache willen!
So scheint es, ja. Aber Faust – wenn es ihn denn wirklich gegeben hat – war auch ein Taschenspieler
und Gaukler, der sich zu inszenieren wusste. Angeblich starb er ja bei einem alchemistischen
Experiment – dem Versuch, Gold herzustellen. Wir haben die Aufnahmen im Studio kurz vor diesem
Punkt beendet. Wer weiß, was sonst mit mir passiert wäre!
Dann steckt also jede Menge Faust im Künstler Dieter Hallervorden? Hatten Sie nie den
Wunsch, sich auch mal auf alten Erfolgen auszuruhen?
Auch wenn ich dem Leibhaftigen bisher glücklicherweise nicht begegnet bin, so bin ich zeit meines
Lebens neugierig gewesen, d. h., gierig, Neues zu erleben. Und ich bin auch im fortgeschrittenen Alter
gespannt, wann ich – wo auch immer – neue Erfahrungen machen kann. Am besten natürlich positive!
Die düstere Machart von Dorian Hunter begeistert nicht nur Fans, sondern auch Kritiker.
Glauben Sie an eine Unterscheidung zwischen Unterhaltung und sogenannter ernsthafter
Kunst?
Ganz ehrlich: Aus Sicht des Künstlers geht es vor allem darum, die bestmögliche Qualität zu
erreichen. Unterhaltung soll dem Publikum Freude machen, und dafür muss auf der Künstlerseite in
der Regel sehr viel Schweiß fließen. Wenn dann nur das Publikum Spaß hat, nicht aber die Kritiker,
kann ich damit leben. Die meisten von ihnen haben leider einfach keine Ahnung, wie schwer es ist,
etwas vermeintlich »Leichtes« zu machen ...

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Dorian Hunter: Amsterdam (24)

Dorian Hunter: Amsterdam (24)

Folgenreich/Universal

VÖ: 24.02.2014

 

Wertung: 9/12

 

Dort wo „Tod eines Freundes“ aufgehört hat, knüpft nun „Amsterdam“ an. Die neue Runde aus der Dorian Hunter Reihe ist eine richtige Sause – in jeglicher Hinsicht. Böser, gemeiner und blutiger kehren die liebgewonnenen Dämonen, Vampire und sonstigen Mächte des Bösen zurück und die geneigte Zuhörerschaft sitzt in der ersten Reihe. Aber Vorsicht, nicht dass man da noch in die Handlung mit einbezogen wird – man weiß ja nie. Dieser Tag scheint jedenfalls nicht mehr fern und wer weiß, vielleicht ist „Amsterdam“ endgültig der Türöffner in diese Welt. Will man das? Man kann sich dem zumindest kaum entziehen!

 

So wie wie unser Held, der Dämonen-Killer. Dorian Hunter macht sich – der Titel lässt es schon erahnen – mit Coco Zamis auf nach Amsterdam. Dies wird natürlich keine gemütliche Zugfahrt und ist auch nicht der Start einer schönen Städtetour. Die beiden haben ja auch außergewöhnliches Gepäck dabei. Vampir Rosqvana hat zwar keinen Körper mehr, der Kopf lebt aber weiter. Hunter und Zamis können diesen allerdings nicht endgültig töten, da Rosqvana als Einziger weiß wo sich der Drudenfuß befindet und ohne diesen kann der Dämonendrilling – wir erinnern uns an Folge 23 – nicht ausgelöscht werden. Rosqvana benötigt also einen neuen Körper und Hunter den Drudenfuß. Man muss zusammenarbeiten und so macht sich diese ungewöhnliche Reisegruppe auf den Weg.

 

In Red Jong finden sie eine Art Frankenstein, der die Kopf/Körpertransplation vornehmen soll und will. Besagter Red Jong verfolgt aber noch ganz andere Pläne und schickt Hunter und Zamis eine nette Begleitung mit in den Zug. Überhaupt scheint mit diesem kleinen Frankenstein etwas nicht zu stimmen und dann hat er auch noch seine eigene, kleine Armee der abartigsten Monster. Hunter hätte sich deren Bekanntschaft sicher gerne erspart, aber ohne Fleiß kein Preis. Der Beruf des Dämonenkillers ist manchmal aber auch eine blutige Angelegenheit…

 

Fazit: „Amsterdam“ macht schon verdammt viel Spaß und ist durchaus spannend. Die neue Folge ist aber nicht ganz so düster angelegt wie noch der Vorgänger. Mit Ndoyo, der von Chirurg Red Jong in das Rennen geschickt wird, gibt es eigentlich sogar einen Charakter der den Zuhörer das Fürchten lehren könnte. Eigentlich, denn mit Jürgen Kluckert wurde die Rolle mit der Synchronstimme von Benjamin Blümchen besetzt und das wirkt sich unfreiwillig komisch aus und verleiht dieser Rolle sogar auf eine ganz eigentümliche Weise einen gutmütigen Zug. Der gute und positive Gesamteindruck wird dadurch natürlich nicht geschmälert und letztlich ist das eine nette Randnotiz. Kunstblut und Splattereffekte sorgen jedenfalls für beste Unterhaltung!

 

Text: Torsten Schlimbach

Dorian Hunter: Tod eines Freundes (23)

Dorian Hunter: Tod eines Freundes (23)

Folgenreich/Universal

VÖ: 29.11.2013

 

Wertung: 11/12

Tipp!

 

Da ist unser Dämonen-Killer aber schwer in die Bedrängnis geraten. Jetzt ist klar, auch ihm, dass er als Juan Garcia de Tabera einst auf der Erde wandelte. Besagter de Tabera hat ein großes Problem, denn er muss die dämonische Drillinge, bei deren Geburt er anwesend war, töten. Nur wie? Die Lösung ist so schnell gefunden wie auch schwierig. Ein Drudenfuß, seines Zeichen ein Pentagramm aus massiven Gold, soll ihm dabei helfen und ist zudem die einzige Möglichkeit dieser Ausgeburt der Hölle ein Ende zu bereiten.

 

Soweit so gut. Wer die Reihe „Dorian Hunter“ kennt weiß, dass hier auch wieder Zeitsprünge dazu gehören. Der Dämonen-Killer kriegt nämlich auch im Hier und Jetzt so langsam eine Ahnung davon, dass er schon mal unter anderem Namen vor vielen Jahrhunderten jagt auf die Dämonen machte. Und mittlerweile gibt sich auch Olivero als Oberhaupt der schwarzen Familie zu erkennen, will aber gleichzeitig mit Hunter gemeinsame Sache machen. Dämonische Drillinge bereiten auch diesem zwielichtigen Gesellen Angst. Hunter ist aber gewarnt, trotzdem weiß auch er, dass man manchmal Allianzen eingehen muss die einem eigentlich widerstreben.

 

„Tod eines Freundes“ dreht die Spannungsschraube – sofern das überhaupt möglich ist – noch ein bisschen mehr an. Die kleinen Kalauer, die sonst gerne eingebaut werden, fehlen hier gänzlich. Etwas zu kurz kommt die Rolle von Olivero, eine der besten Rollen überhaupt und dabei so schön schaurig. Die dämonischen Drillinge werden auch wunderbar böse dargestellt, da ist eine Gänsehaut vorprogrammiert. Wie es der Titel schon andeutet, geht es diesmal ans Eingemachte. „Tod eines Freundes“ und Dorian Hunter ist mittendrin. Und Coco Zamis? Liebt sie Hunter noch? Mysteriöse Geschehnisse greifen hier um sich.

 

Fazit: „Tod eine Freundes“ ist atmosphärisch einer der besten Folgen aus der Dorian Hunter Reihe! Dies hat man schon oft gedacht und jedes Mal wird man wieder auf eine Neues überrascht. Die Geschichte nimmt noch mal eine neue Wendung und nebulöse Dinge der Vergangenheit werden aufgeklärt, dafür werden wieder neue Nebelkerzen gelegt und der Cliffhanger ganz zum Schluss lässt einen kaum bis zur nächsten Runde ruhig schlafen. Man darf über „Tod eines Freundes“ nicht zu viel schreiben – Spoiler-Alarm. Eine Sternstunde dieser Serie – nicht mehr, aber auch nicht weniger!

 

Text: Torsten Schlimbach

Dorian Hunter: Esmeralda - Vergeltung (22.2)

Dorian Hunter: Esmeralda - Vergeltung (22.2)

Folgenreich/Universal

VÖ: 30.08.2013

 

Wertung: 11/12

Tipp!

 

Mit „Esmeralda – Verrat“ wurde in der letzten Dorian Hunter Folge der Köder gelegt, jetzt geht es an das große Fressen. Besonders für die zahlreiche Hörerschaft. Man darf wohl mit Fug und Recht behaupten, dass die Fortsetzung - „Esmeralda -Vergeltung“ - ein Höhepunkt dieser Reihe ist. Spannung, Gänsehaut und Grusel gibt es gratis dazu. Man muss sich allerdings auf die Geschichte einlassen können und konzentriert die Handlung verfolgen. Ein Hauch von Splatter weht durch diese Geschichte und der Auftritt von Marvin Cohen entbehrt nicht einer gewissen Komik.

 

Worum geht es? Um die erste Wiedergeburt von Dorian Hunter. Im 16. Jahrhundert verlieben sich Juan Garcia de Tabera und Esmeralda. Die Dame wird als Hexe abgestempelt, ihre Voraussagen macht sich allerdings die Inquisition zu nutze. Alles vergeblich für Esmeralda, der im wahrsten Sinne des Wortes die Haut abgezogen wird. Aus dem Liebespaar wird also nichts.

 

Im Hier und Jetzt bricht Dorian Hunter bewusstlos zusammen, als ihn die Erinnerungen an diese Zeit übermannt. Wieder bei Bewusstsein sieht er sich plötzlich einer Gefahr ausgesetzt, die seit Jahrhunderten darauf gewartet hat, ihm endlich seine gerechte Strafe zukommen zu lassen...Hunter ist sichtlich überrascht, nicht immer kann er sich auf seine Erinnerungen verlassen. Immerhin kommen reichlich Zombies zum Einsatz. Endlich!

 

Damit ist dieses Hörspiel allerdings nicht beendet, denn es gibt mit „Schneesturm“ noch ein Kurzhörspiel hinten dran. Hier trifft man auf einen alten Bekannten. Das Vampir-Oberhaupt von New York spielt dabei eine nicht unwichtige Rolle. Ist schon verdammt blöde, wenn ein paar Menschen aufgrund eines Schneesturms in einem Raum gemeinsam gefangen sind – mit einem Wesen der Dunkelheit. Und die berühmte Kinoszene aus Harry und Sally wird auch noch thematisiert – irgendwie jedenfalls.

 

Fazit: Wäre „Esmeralda – Vergeltung“ ein Film, dann würde diese Dorian Hunter Folge wohl zu den ganz großen Blockbustern gehören. Ein schneller Schnitt und Zeitwechsel sorgt dafür, dass dies den heutigen Erwartungen und dem Standard entspricht. Dies macht es dem Hörer nicht immer einfach und die volle Konzentration ist da gefragt. Die Umsetzung ist allerdings famos. Die Geschichte selbst strotzt nur so vor Spannung. Ein echter Knaller, der Gruselfans erfreuen wird. Gänsehaut garantiert!

 

Text: Torsten Schlimbach

Dorian Hunter: Esmeralda – Verrat (22.1)

Dorian Hunter: Esmeralda – Verrat (22.1)

Folgenreich/Universal

VÖ: 21.06.2013

 

Wertung: 9/12

 

Dorian Hunter hat in der letzten Folge noch gemeinsame Sache mit Geisterjäger John Sinclair gemacht, kommt jetzt aber zu seinem angestammten Tun und Handeln zurück. Anders ausgedrückt: nach dem kurzen Abstecher in andere Gefilde nimmt diese Reihe nun ihren gewohnten Gang, insbesondere den Aufbau betreffend. Diesmal gibt es also keine abschließende Handlung, sondern es werden noch mehr Nebelkerzen geschmissen um die Verwirrung und Spannung weiter anzuheizen. Also, die Lauscher aufgesperrt und ganz nahe an die Boxen gerückt.

 

Worum geht es? Der Titel lässt es schon vermuten, diesmal scheint Spanien irgendwie eine Rolle zu spielen. Doch was hat Dorain Hunter damit zu tun? Oder besser: wer oder was war Dorian Hunter im Jahre 1506? Altertümliche Aufzeichnungen und Tagebücher sollen hier die Antwort liefern. Hier landet die Geschichte dann tatsächlich im Jahre 1506. Hexenverbrennung und Verfolgung war da an der Tagesordnung und die junge Esmeralda gerät in die Fänge des machtgierigen Lucero. Da sie den Tod ihres Herrn – Christoph Columbus – vorhergesehen hat, soll auch sie auf dem Scheiterhaufen landen. Lucero will sich allerdings ihre Dienste sichern und ihre hellseherischen Fähigkeiten für seine Zwecke missbrauchen. Notfalls kann man sich das ja auch alles zurechtbiegen. Mit Juan Garcia de Tabera hat Esmeralda allerdings einen Verbündeten und man ahnt als Zuhörer schon, dass diesem Mann noch eine ganz besondere Rolle zukommen wird. Die Auflösung gibt es vermutlich dann in der Fortsetzung.

 

Wie es bei Dorian Hunter oftmals der Fall ist, ist auch diese Folge zweigeteilt. Norbert Helnwein soll ermordet werden, warum bleibt vorerst aber im Dunkeln. Coco Zamis kann ihn in letzter Sekunde retten. Und dann wäre da ja noch das neue Oberhaupt der Schwarzen Familie. Olivaro spinnt sein Netz immer weiter und doch erschließt sich sein Tun und Handeln nicht immer. Dies ist auch gleichzeitig einer der interessantesten und markantesten Charaktere dieser Reihe. Stefan Krause liefert abermals eine ganz vorzügliche Leistung als Sprecher ab. Er verleiht dieser Figur eine unheimliche und mystische Note und erweckt Olivaro zum Leben. Michael Douglas ist übrigens auch irgendwie mit von der Partie. Lucero wird nämlich von keinem Geringeren gesprochen wie Volker Brandt, der deutschen Synchronstimme von Douglas.

 

Fazit: „Esmeralda – Verrat“ ist ein erstklassige Hörspiel aus der Dorian Hunter Reihe. Die Sprecher liefern allesamt einen erstklassigen Job ab, allerdings sticht die Rolle des Olivario so langsam aber sicher noch etwas mehr heraus. Die Hörerschaft wird hier geschickt angefüttert, aber vieles bleibt selbstverständlich noch im Dunkeln. Die Köder sind ausgelegt, man darf gespannt sein, wie es weitergehen wird!

 

Text: Torsten Schlimbach

Dorian Hunter: Herbstwind

Dorian Hunter: Herbstwind

Folgenreich/Universal

VÖ: 19.04.2013

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Die 21. Folge der Dorian Hunter Reihe dürfte ein Novum und etwas ganz Besonderes darstellen. Eigentlich arbeiten Geisterjäger und Dämonenkiller ja nicht Hand in Hand. Dies auf einem Hörspiel zu vereinigen wäre ja schon alleine eine Sensation, aber daraus einen Crossover zu machen, welcher sich auf zwei unterschiedliche Hörspielreihen bezieht, dürfte eine einmalige Angelegenheit sein. Abgesehen davon arbeiten mit Dorian Hunter und dem berühmtesten aller berühmten Geisterjäger, John Sinclair himself, nun zwei echte Größen zusammen. Also irgendwie, denn ob dies gewollt ist steht ja nun auch noch mal auf einem ganz anderen Blatt.

 

Hier haben sich die Macher – passend zur Walpurgisnacht – etwas ganz Wunderbares ausgedacht. Parallel erscheinen nun „Herbstwind“ und die John Sinclair-Folge 83(!) „Ein Leben Unter Toten“. Die beiden Hörspiele lassen sich selbstverständlich auch ganz wunderbar losgelöst voneinander genießen. Genrefans kommen aber nicht umhin beide zu erwerben. Spannende Stunden sind somit garantiert, denn diesmal sind die Ghouls – oder waren es Ghoule? - besonders getarnt. Oder etwa doch nicht? Miträseln ist mal wieder das Gebot der Stunde - wenn man überhaupt vor lauter gruseln dazu kommt.

 

„Herbstwind“ ist eine Sternstunde der Dorian Hunter Reihe. Gut, wer darauf setzt, dass die bisherigen Folgen fortgesetzt werden, wird enttäuscht werden. Die 21. Folge hat damit nämlich so rein gar nichts zu tun. Dies ist aber nicht weiter schlimm, im Gegenteil und eine abgeschlossene Folge hat auch etwas für sich! Doch worum geht es überhaupt und wie passt da John Sinclair ins Bild und was macht Hunter jetzt in einem Altersheim in Schottland?

 

Der Secret Service hat ein Handyvideo ausgewertet, auf dem der Bestatter Howard Little bei einer Beerdigung plötzlich mit einer anderen Stimme spricht. Ist selbiger besessen oder ist dies gar ein Fakevideo? Letzteres kann zumindest ausgeschlossen werden. Hunter heuert also bei ihm als Hilfskraft an. In dem verschlafenen Kaff trifft er auf Lady Sarah Goldwyn, doch bevor er überhaupt versteht, was mit der alten Dame los ist, wird selbige auch schon wieder zurück ins Altersheim gebracht. Ein paar Tage später ist sie tot. Jetzt häufen sich auch noch die mysteriösen Vorkommnisse und Hunter scheint auf der falschen Spur zu sein. Oder nicht? Die Puzzelteile fügen sich nur ganz langsam zusammen. Und dann kommt auch noch dieser John ins Spiel, der seine reiche Tante im Altersheim abliefert. Die beiden Herren müssen sich zunächst zusammenraufen – blutige Nasen sind vorprogrammiert. Und dann hat dieser John auch noch ein seltsames Kreuz dabei und mit der Heimleiterin stimmt natürlich auch etwas nicht....

 

Fazit: Man rätselt bei „Herbstwind“ gerne mit um hinter die mysteriösen Vorkommnisse zu kommen. Nach und nach mag die Lösung zwar auf der Hand liegen, bis dahin ist das aber eine äußerst spannende Angelegenheit, die zudem atmosphärisch sehr dicht und fein ausbalanciert ist. Dies ist mitunter eine ganz große Sternstunde der Dorian Hunter Reihe! Um den roten Faden dieser Serie können sich dann ja wieder die nachfolgenden Teile kümmern – bis dahin rotiert „Herbstwind“ im Player!

 

Text: Torsten Schlimbach

Dorian Hunter: Devil´s Hill

Dorian Hunter: Devil´s Hill

Folgenreich/Universal

VÖ: 23.11.2012

 

Wertung: 8/12

 

Amsodi ist und bleibt tot, nur ist seine Nachfolge immer noch nicht geregelt. Ohne Kopf irren die Dämonen ziel- und führungslos umher. Wer soll in die großen Fußstapfen treten? Wer kann die Geschicke leiten und die verschiedenen Interessen unter einen Hut bringen? Und wer ist derart durchtrieben und böse, dass er das Oberhaupt der Schwarzen Familie geben kann? Diese Frage stellt sich natürlich und somit wird der Suche nach einem Nachfolger auf einem Schloss in England nachgegangen.

 

„Devil´s Hill“ erinnert gleich in mehrfacher Hinsicht an das richtige Leben. Diese Art von Konklave, um einen neuen Fürst der Dunkelheit zu finden, kennt man auch von anderen Veranstaltungen, nur dass bei Dorian Hunter kein weißer Rauch aufsteigen wird. Da sich gleich mehrere Sippenführer als Oberhaupt empfehlen wollen, erinnert das nicht umsonst an die Postenvergabe wichtiger politischer Ämter. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Böse? Passt ja! Und wer ist der Oberfiesling, der derart durchtrieben ist, dass der Beelzebub höchstselbst Angst bekommt? Richtig, Olivaro wirft seinen Hut in den Ring und möchte die Führung übernehmen. Es gibt nur ein Problem, einer nach dem anderen wird auf diesem Schloss abgemurkst. Nur, wer ist der Mörder?

 

Vielleicht Coco Zamis, die Olivaro aus dem Hut gezaubert hat? Die Suche läuft auf Hochtouren und das Ergebnis ist natürlich mal wieder höchst überraschend. Kurioserweise hat Dorian Hunter diesmal überhaupt nichts mit der Geschichte zu tun, denn er taucht gar nicht auf – und dies bei der Jubiläumsausgabe der Hörspielreihe. Diese ist eben immer wieder für eine faustdicke Überraschung gut! Man vermisst Hunter aber auch nicht, denn Olivaro wuppt dieses Hörspiel von ganz alleine. Stefan Krause hat diesen Charakter mal wieder hervorragend synchronisiert und die Boshaftigkeit und der Wahnsinn kriegt ein Gesicht. Auch Coco Zamis und Creeper sind herausragend dargestellt.

 

Fazit: „Devil´s Hill“ ist wieder mal ein ungewöhnliches Hörspiel aus der Dorian Hunter Reihe. Diesmal trägt sich alles an einem Ort zu und Hunter kommt gar nicht drin vor. Die Spannung ergibt sich nicht nur aus der Hinterhältigkeit von Olivaro, sondern auch aus der Suche nach dem Mörder. Und natürlich möchte man wissen, wie es mit Coco Zamis weitergeht - eine Art Cliffhanger zum Schluss sorgt ja schon dafür, dass man sich auf die 21. Ausgabe freut.

S U C H E
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