Die Zeitmaschine: Teil 1 u. 2

Die Zeitmaschine: Teil 1 u. 2

Folgenreich/Universal

VÖ: 29.09.2017

 

Wertung: 12/12

Tipp!

 

Wenn im Hause Folgenreich ein neues Hörspiel erscheint, dann sollte man schon mal genauer hinhören. Und wenn sich dann auch noch Oliver Döring als Produzent dafür verantwortlich zeichnet, dann darf man vorab sogar ein bisschen aufgeregt sein. Es dürfte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben, dass Döring zur Realisierung seiner verschiedenen Projekte immer einen immens hohen Aufwand betreibt und mit sehr viel Liebe zum Detail agiert. Jetzt hat er sich mit „Die Zeitmaschine“ von H. G. Wells etwas ganz Besonderes ausgesucht, denn immerhin handelt es sich hier um einen Meilenstein der Science Fiction-Literatur! Die Messlatte liegt also extrem hoch, aber wenn die Umsetzung einer schaffen kann, dann ist es Döring unter dem Dach von Folgenreich! Es ist ihm mal wieder gelungen. „Die Zeitmaschine“ setzt dieses Jahr Maßstäbe auf dem Hörspielsektor und gehört mit zum Besten, was in dem Genre (Freigabe übrigens ab 12 Jahren) in den letzten Jahren veröffentlicht wurde!

 

Die Ausgangssituation dürfte ja soweit bekannt sein. Die Beschreibung von Wells einer Zeitreise stammt bekanntlich aus dem Jahre 1895! Döring hat mit ein paar Kniffen die Story nun etwas modernisiert und den Ausgangspunkt in die 70er Jahre verlegt. Der Bruch ist somit nicht ganz so hart, allerdings ist das für den weiteren Verlauf der Geschichte ja auch unerheblich. Im ersten Teil (eine eigene CD) spielt sich das Geschehen um den jungen Forscher und Erfinder Jack aber größtenteils noch in Echtzeit – sprich den 70ern – ab. Jack muss seine Gönner und Freunde davon überzeugen, dass die Gerüchte, er würde Gelder veruntreuen, nicht stimmen. In welche Richtung er forscht, wissen diese Leute übrigens auch nicht und somit sind sie wie vor den Kopf gestoßen, als er ihnen die Geschichte mit der Zeitmaschine auftischt. Vorab hat er einem engen Vertrauten und Freund schon einen kleinen Prototyp vorgeführt. Zum Ende des ersten Teils lässt er dann die Katze aus dem Sack und er berichtet von seinen Zeitreisen.

 

Natürlich bietet die erste Runde einen Cliffhanger, der nicht ohne ist. Aber es dürfte sich ja von selber verstehen, dass „Die Zeitmaschine“ nur ein schlüssiges Bild ergibt, wenn man beide Folgen erwirbt und hört! Als geschickter Schachzug von Döring entpuppt sich hier, dass Hauptdarsteller Jack so noch die Rolle des Erzählers einnimmt. Man kehrt zwischendurch also immer mal wieder in die 70er zurück, wo der Forscher und Erfinder sich mit jeder Menge Fragen konfrontiert sieht, die es zu beantworten gilt. Fragen, die sicherlich auch den Zuhörer beschäftigen. Diese Lösung ist ebenso brillant wie sehr förderlich für den Gesamtzusammenhang.

 

Die (möglichen) Zeitreisen werden sehr bildlich beschrieben. So könnte es sein. Jack strandet schließlich im Jahr 802.701! Die Menschheit wurde vorher von fünf Weltkriegen gebeutelt, aber unsere Spezies wurde nicht ausgelöscht. Er trifft auf die freundlich-naiven Eloi. Die Eloi sprechen die Sprache von Jack, lassen aber ansonsten jeden Anflug von Empathie vermissen. Jack rettet einer jungen Frau das Leben und erfährt nach und nach immer mehr über die Eloi. Es gibt da nämlich auch noch die Morlocks, die unter der Erde leben da sie keine UV-Strahlen vertragen und somit nachtaktiv sind. Was führen diese Wesen im Schilde? Man ahnt es: nichts Gutes! Und dann ist auch noch die Zeitmaschine von Jack verschwunden und er sitzt erstmals in der fernen, fernen Zukunft der Menschheit fest.

 

Das Setting und die Synchronisation sind brillant. Als Sprecher konnte Döring mal wieder die erste Riege engagieren. Auch die übrige klangliche Ausstattung kann sich hören lassen und verleiht den beiden Hörspielen eine morbide und beeindruckende Atmosphäre. Die Ausgangsgeschichte von Wells ist natürlich exzellent, aber wie das hier adaptiert wurde ist schon nicht von schlechten Eltern. Man klebt förmlich an den Boxen und die Spannung ist zum Greifen! Wie schon erwähnt, es handelt sich hierbei mit um das Beste, was man in den letzten Jahren auf dem Hörspielsektor geboten bekommen hat!

 

Fazit: „Die Zeitmaschine“ ist ein Muss für alle Menschen, die Science Fiction-Hörspiele lieben. Sound, Synchronisation und Umsetzung sind ganz famos. Oliver Döring hat die Geschichte von H. G. Wells mit reichlich Leben gefüllt und sehr glaubhaft umgesetzt – auch aufgrund der famosen Riege der Synchronisationssprecher! Man darf sich jetzt schon auf „Das Imperium Der Ameisen“ und ganz besonders auf „Krieg Der Welten“ freuen! Wenn das ähnlich gelungen ist, dann wird das ganz groß!

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
Loading

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch