Zwei Von Millionen: dito

Zwei Von Millionen: dito

Odeon/Universal

VÖ: 14.04.2017

 

Wertung: 7/12

 

Das Duo Eva Croissant und Felix Räuber bringt eine ganze Menge Erfahrung mit. Räuber war einst mit Polarkreis 18 immens erfolgreich und Croissant hat sich als Singer/Songwriterin auch schon einen Namen gemacht. Als Zwei Von Millionen startete dieses auf dem Papier ungleiche Duo nun ein interessantes Pop-Projekt. Eigentlich müsste man sogar von einem Trio sprechen, denn die Musikerin und Songwriterin Jovanka von Wilsdorf ist die treibende Kraft hinter Zwei Von Millionen.

 

Den Anfang des Debüts macht konsequenterweise dann auch der Song, der im Grunde dieses Projekt startete: „Mensch Aus Glas“. Hier wird sich die Frage gestellt, was passiert, wenn ein digitales Wesen vollkommen wertfrei auf die Menschheit blickt? Erst jetzt kam Eva Croissant ins Spiel. Sie gab letztlich dem futuristischen Sound eine Stimme. Für sie war das natürlich Neuland, da sie bisher nur akustische Songs aufgenommen und vorgetragen hat. Ihre schöne Singstimme passt aber auch hervorragend dazu.

 

Dies trifft fast noch mehr auf „Unpferfekt Vollkommen“ zu. Das klingt wie eine Mischung aus Glasperlenspiel, Frida Gold und 2raumwohnung. In diesem Spannungsfeld bewegt sich sowieso das komplette Album. Bricht man das auf die reine Musik herunter, dann ist das moderner Pop. Der Ansatz ist aber durchaus interessant. „Unsichtbare Wand“ hebt sich durchaus von der Einheitskost der Radiolandschaft ab. Die Computerstimme von „Alle Farben“ passt zum modernen Dancesound. Natürlich klingt das künstlich und klinisch. Es ist aber eben auch stimmig.

 

Ein schwebender Popsong wie „Unsere Reise“ dürfte viele Hörer erreichen und begeistern. „Auf Deine Wahrheit“ nervt und ist überladen. „Wir“ ist eine ganz hübsche Ballade, während „Köing Der Welt“ fast düster wirkt. „Das Geht Besser“ lenkt die Musik noch weiter in Richtung Robotermusik. Dagegen schlängelt sich „Deine Melodie“ langsam durch die Soundlandschaft. „Wenn Der Himmel Fällt“ bringt das Projekt Zwei Von Millionen vermutlich soundtechnisch komplett auf den Punkt. Den Remix von „Auf Deine Freiheit“ hätte es da nicht mehr unbedingt als Albumabschluss gebraucht.

 

Fazit: Zwei Von Millionen widmet sich futuristischen Popsounds. Hier werden schöne Stimmungen erzeugt. Das ist natürlich künstliche Musik, aber nicht unintelligent. Wer Frida Gold, 2raumwohnung oder auch Glasperlenspiel mag, wird auch Zwei Von Millionen schnell in das Herz schließen.

 

http://www.universal-music.de/zwei-von-millionen/home

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch