Wiz Khalifa: O.N.I.F.C.

Wiz Khalifa: O.N.I.F.C.

Warner

VÖ: 07.12.2012

 

Wertung: 5,5/12

 

Wiz Khalifa tauchte vor knapp sechs Jahren auf der Landkarte des Hip-Hop auf und erlebt seitdem einen steilen Aufstieg. So ziemlich jede Genregröße möchte sich mittlerweile seine Dienste sichern. Sein Major-Debüt „Rolling Papers“ aus 2011 ist eigentlich noch recht frisch, aber wo es gerade so gut läuft, ist es natürlich nicht verkehrt direkt noch ein ganzes Album nachzuschieben – so lange das Songmaterial gut ist. „O.N.I.F.C.“ kann in dieser Hinsicht leider nur bedingt überzeugen und wird sicher nicht für seine Ideenvielfalt in die Geschichte eingehen.

 

„Only Nigga In First Class“ - so der vollständige Name – ist textlich und musikalisch eine ziemlich dröge Angelegenheit. Die erste Single „Work Hard, Play Hard“ steht keineswegs exemplarisch für die komplette Scheibe. Dieser Banger steht fast ganz alleine auf weiter Flur. Und der Rest? Vorhersehbar und gerade auf lyrischer Seite extrem einfältig. Wiz Khalifa feiert sich und sein Geld oder wahlweise Dinge die der Entspannung und Bewusstseinserweiterung dienen. Das ist für den Moment ja kein Problem, nur langweilt dies über die komplette Distanz des Album ungemein. Ist ja prima, dass Wiz die ganze Welt wissen lässt, dass er bekifft ist, sich gerade aber schon die nächste Sportzigarette vorbereitet und ansonsten in den Dollarchen baden könnte. Es sei im gegönnt, aber muss man das über eine komplette Platte ausschlachten? Vermutlich sind die Sinne derart vernebelt, dass für andere Erlebnisse gar kein Platz mehr ist.

 

Wäre ja alles halbwegs erträglich, wenn dann die Musik wenigstens den Hauch von ein bisschen Spannung zu bieten hätte. Aber auch dort sieht es ziemlich mau aus. Dieses Album brennt nicht gerade ein Ideenfeuerwerk ab. Hausmannskost statt Feinschmeckermenü lautet die Devise. Nichts, was man nicht schon genau so auf die Ohren bekommen hätte. Mit „No Limit“ übertrifft sich Wiz Khalifa dann endgültig. Die Drums muten zunächst ganz nett an, aber dann lauscht man knapp neuneinhalb Minuten in denen sich überhaupt nichts ereignet. Das ist alles derart vorhersehbar, dass es einen anfängt zu nerven. „Let It Go“ wildert zumindest ein bisschen im Pop, aber letztlich wird hier auch nur wieder die pure Langeweile vertont. Lola Monroe verleiht „Initiation“ immerhin etwas Größe – Wiz Khalifa fristet da schnell ein Schattendasein. Pharrell darf sich auch ein bisschen der gepflegten Langeweile hingeben und Amber Rose – seine bessere Hälfte – musste ja auch noch unbedingt auf der Platte untergebracht werden. Und Akon! Ein bisschen Spannung kommt immerhin beim poppigen „Got Everything“ und dem minimalistischen, aber eben auch abgedrehten „Fall Asleep“ auf.

 

Fazit: Wiz Khalifa legt nach dem gefeierten Major-Debüt nun eine eher zwiespältige Platte nach. Drei bis vier Tracks punkten richtig fett, aber der Rest ist leider reichlich misslungen. Die Beats überzeugen selten und die lyrischen Ergüsse sind erschreckend einfältig. Da muss sich der gute Wiz für die Zukunft aber etwas überlegen, denn mit einem derart langweiligen Album kann er seine Fans vermutlich nicht noch mal belästigen.

 

http://www.wizkhalifa.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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