White Night: Golden Heart

White Night: Golden Heart

Motor

VÖ: 01.03.2019

 

Wertung: 7,5/12

 

Ein Hoch auf die Möglichkeiten, die man heute nutzen kann. Das Duo White Night veröffentlicht mit „Golden Heart“ jetzt sein Debütalbum, welches seine ersten Formen per Mailaustausch genommen hat. Zwischen Berlin und San Francisco herrschte reger E-Mail-Austausch zwischen Sängerin, Violinistin und Co-Komponistin Elizabeth Boardman (USA) und Electronic Music Producer, Gitarrist und Co-Komponisten Willi Leinen (Deutschland). Mittlerweile sind beide aber in Berlin wohnhaft und somit kann sich dann auch im Real Life getroffen und ausgetauscht werden.

 

„Golden Heart“ hat sechszehn Songs zu bieten, die im Grunde aber auch nicht unbedingt gemeinsam in einem Raum erarbeitet werden müssen. Der Synthesizer-Pop kann ja durchaus mittels moderner Kommunikationsmittel auf den Weg gebracht werden. Das Album ist ein buntes Sammelsurium der elektronischen Musik. Ein Streifzug durch ein Genre. Eine Straffung hätte dem Album aber durchaus gutgetan, denn unter den Songs sind doch ein paar Füller, die dem Album letztlich auch ein Stück Langeweile einhauchen.

 

Der Beginn mit „Golden Heart“ – die Violine spielt da eine nicht unwichtige Rolle – und „Close“ ist ziemlich gelungen. Das schleppt sich irgendwo zwischen Björk und Clannad auf einer melancholischen Wolke dahin. Auch „Fade“ setzt das Streichinstrument sehr schön als Kontrast zu den Beats ein. Der schöne Pop von „Summer Love“ kann ebenfalls punkten. Das ist musikalisch eher in der Lounge zu finden. Mit „Strangers“ geht es dann in die Moloko-Ecke. Die auch weitestgehend mit „Don´t Care“ oder „Crush“ nicht verlassen wird.

 

Spätestens mit den 80er-Jahre-Klängen von „The View“ machen sich aber auch ein paar Ermüdungserscheinungen breit. „Dreamers“ mäandert langsam durch die Gegend und das düstere „Snow“ kommt auch etwas zu spät. Auf der anderen Seite sind die Songs von „Golden Heart“ bis „Love“ relativ kurz. Viele erreichen nicht mal die drei Minuten Marke.

 

Fazit: Freunde der Beats und elektronischen Musik sollten „Golden Heart“ von White Night dieses Jahr auf jeden Fall auf dem Zettel haben. Das nimmt den Zuhörer mit auf eine schöne Reise, ist in letzter Konsequenz aber auch um den einen oder anderen Track zu lang geraten.

 

https://www.whitenight-band.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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