Welshly Arms: No Place Is Home

Welshly Arms: No Place Is Home

Universal

25.05.2018

 

Wertung: 7,5/12

 

In der heutigen Zeit zählen Platzierungen in den Hitparaden nichts mehr, stattdessen werden fleißig Streams gezählt. Welshly Arms aus Cleveland, Ohio vereinen beides in einem Ausmaß, welches für eine Indieband schon mehr als beachtlich ist. Die Single „Legendary“ ging in den USA immerhin in die Top Ten und wurde mehr als 30 Millionen Mal gestreamt. Das Debüt der Band erschien 2015, jetzt gibt es mit „No Place Is Home“ den Nachfolger. Das Wort Indie muss aber nun aus dem Sprachgebrauch gestrichen werden, wenn es um Welshly Arms geht. Dies hat nichts mit dem Erfolg der Band zu tun, sondern mit der musikalischen Ausrichtung.

 

Natürlich ist auch „Legendary“ hier enthalten. Wer die Nummer nicht kennt, dürfte die letzten Monate verschlafen haben. Die Nummer wurde ja geschickt in der Werbung eingesetzt und somit ist die Nummer mittlerweile berühmter als die Band. Den Namen Welshly Arms dürften weitaus weniger Leute auf dem Schirm wie den Songtitel haben. „No Place Is Home“ ist quasi das Album zum Song. Wer mit dem Lied aber ganz viel anfangen kann, wird auch mit dem Rest sehr glücklich werden.

 

Im Grunde ist alles in ähnlichem Fahrwasser angesiedelt. Die Westernnummer „All The Way Up“ kommt da noch ganz lässig, aber schon mit „Indestructible“ wird das Mainstreampublikum, welches auch die Imagine Dragons für die Könige der Musik hält, sehr glücklich machen. „Sanctuary“ ist im Grunde „Legendary“ in neuen Schläuchen. Ein Händchen für Hooklines und einprägsame Melodien haben sie auf jeden Fall. „How High“ groovt ganz nett und selbstverständlich darf die obligatorische Ballade auch nicht fehlen. Die gibt es dann mit „All For Us“.

 

Das hört sich jetzt vermutlich negativer an, als es gemeint ist. „Down To The River“ hat unglaublich viel Biss. Es fängt wie eine Gospel-Nummer an, groovt danach aber unfassbar toll. So geht das mit moderner Musik, die sowohl Indieanhänger und Tanzwütige zusammenbringt. „Locked“ ist etwas zu theatralisch ausgefallen, da ist „Hammer“ wesentlich besser austariert und in der Balance. „X“ ist ein weiterer überladener Song, da wird Schicht auf Schicht getürmt. „Wild“ kommt da luftiger und leichter daher. Lupenreiner und gefälliger Pop. „Love Of The Game“ sorgt dafür, dass die Hose noch mal ganz dick anschwillt. Die Ballade „Unspoken“ lässt das Album langsam ausklingen - aber auch hier wird mit sehr viel Dramatik und Theatralik gearbeitet.

 

Fazit: Welshly Arms haben mit „No Place Is Home“ nun das Album zum Song „Legendary“ veröffentlicht. Das hört man. Es stellt sich allerdings die Frage, ob das nun dem Trademark-Sound der Band geschuldet ist, oder ob sie die Nummer immer mal wieder neu verpackt haben. Letztlich ist das alles andere als ein schlechtes Album und so ein bisschen was davon wird auch der Radiolandschaft gut tun. Welshly Arms sind damit definitiv beim Mainstream gelandet.

 

http://welshlyarms.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch