We Are Scientists: TV en Francais

We Are Scientists: T.V. En Francais

100%/Rough Trade

VÖ: 07.03.2014

 

Wertung: 9/12

 

Wenn eine Band so garnicht nach New York klingt, dann sind es We Are Scientists. Britischer geht es ja kaum. Und was macht der britische Ex-Razorlight-Drummer Andy Burrows? Er zog für ein Jahr in den Big Apple um mit Keith Murray und Chris Cain an der neuen Platte zu arbeiten. Sachen gibt es. Herausgekommen ist natürlich ein sehr britisches Album. Chris Coady griff den Herren dabei erneut unter die Arme. Die EP vom letzten Jahr war ja schon ein Fingerzeig in die Richtung, die sie nun mit „T.V. En Francais“ bis zum Ende gegangen sind. Folgerichtig gibt es jetzt nur sieben brandneue Tracks, denn drei Songs der EP wurden auf diesem Album auch noch mal mit verbraten.

 

Mit dem beschwingten „What You Do Best“ schrammeln sich We Are Scientist gleich gut in dieses Album. Der butterweiche Backgroundgesang sorgt dann für diese wohlige Beatles-Atmosphäre. Fein, fein. „Dumb Luck“ ist danach ein ganz anderes Brett. Kennt man ja schon von „Business Casual“, ist aber immer noch gut. Hier wird der Motor richtig angeworfen und mit voller Fahrt brettert „T.V. En Francais“ los. Erinnert ein bisschen an die britische Band Gay Dad, die leider längst vergessen ist, die mit „Leisure Noise“ in der zweiten Hälfte der 90er aber eine tolle Platte ablieferte. „Make It Easy“ zeigt, dass auch We Are Scientists auf dem Weg dorthin sind. Zunächst dominiert der Bass, dann klingeln die Gitarren wie es The Edge nicht besser machen könnte und dann ist da auch noch diese kleine, aber feine Melodie. Es könnte eine tolle Platte werden, dieses „T.V. En Francais“. Spätestens nach dem rockigen Ausbruch bei „Make It Easy“ ist man sich sicher.

 

„Sprinkles“ empfängt nicht nur den Pop mit offenen Armen, auch der Funk darf sich ein Plätzchen zwischen den lärmenden Gitarren suchen. Langsam schleppt sich „Courage“ dahin. Den Titel kennt man ja bereits von der EP, da allerdings noch in der Demoversion. Kommt sehr gefällig daher, aber eben auch nicht mehr. Man braucht ja auch mal Zeit zum Durchatmen. Für das luftige und poppige „Overreacting“ beispielsweise. Oder für die kleine lärmende Indiehymne „Slow Down“. „Don´t Blow It“ bedient sich noch ein bisschen bei den Beatles – McCartney federführend. „Take An Arrow“ hört sich zum Schluss wie eine Zusammenfassung von „T.V. En Francais“.

 

Fazit: „T.V. En Francais“ ist überraschend, überraschend gut. Nach „Business Casual“ war das nicht unbedingt abzusehen. Und das, obwohl drei Songs der EP auch auf dem Album zu finden sind. Zwischen luftigen Popmelodien und Indiegeschrammel richten es sich die Jungs gemütlich ein und legen ein sehr gelungenes Werk britischer Prägung vor. Damit hat der Indiepopsektor dieses Jahr schon mal eine feine Visitenkarte abgegeben.

 

http://www.wearescientists.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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