Wanda: Bussi

Wanda: Bussi

Universal

VÖ: 02.10.2015

 

Wertung: 8,5/12

 

Das ist es also, das schwierige Album nach dem Hype. DieJungs von Wanda sind ja längst keine Unbekannten mehr und vom Geheimtipp zum Hoffnungsträger einer ganzen Generation avanciert. Das schürt natürlich eine Erwartungshaltung, der eigentlich keiner gerecht werden kann. Stellt sich ja auch die Frage, ob sie das überhaupt wollen und im Hinterkopf haben. Nach dem große abgefeierten „Amore“ vom letzten Jahr folgt nun mit „Bussi“ bereits das zweite Studioalbum der Österreicher. Und so viel kann an dieser Stelle schon verraten werden: Wanda werden mit „Bussi“ keinen „Amore-“Anhänger enttäuschen!

 

Die Presse in Österreich hat sich in der Vergangenheit im Flic Flac überschlagen, wenn es um Wanda ging. Nicht selten tauchte dann irgendwo in den Artikeln der Name The Clash auf. Eine schwere Bürde für Marco Michael Wanda (Gesang), Manuel Christoph Poppe (Gitarre), Christian Hummer (Klavier), Ray Weber (Bass) und Lukas Hasitschka (Drums), die aber mit sehr viel Schmäh, Ironie und tollen Live-Shows angenommen wurde. Und „Bussi“ wird nun der legitime Nachfolger sein und den ganzen Wahnsinn noch mehr befeuern.

 

Das Schöne an Wanda ist ja, dass man die Musik nicht so leicht in eine Schublade packen kann. Ist das Rock and Roll? Indiegeschrammel? Italopop? Im Gegensatz zu den Kollegen von Bilderbuch, wirkt die Musik von Wanda auf „Bussi“ nicht drüber, nie aufgesetzt und erst recht nicht kalkuliert. „Kein Herz Im Hirn“ hört sich dann sogar wie eine versoffene Version eines Rainhard Fendrich an. „Andi Und Die Spanischen Frauen“ ist Western, Country, Rock – und irgendwie würden die Stones vermutlich so klingen, wenn sie Indiemusik machen. Und noch nie wurde der Name Andi so schön gekrächzt.

 

„1,2,3,4“ dengelt sich zu Beginn schon durch die knapp dreieinhalb Minuten. So geht das mit einem Hit! Irgendwie ist alles unkonventionell an dem Sound von „Bussi“. Da ist der rotzige und manchmal windschiefe Gesang, die Polka von „Meine Beiden Schwestern“, die vertrackten Rhythmen von „Bussi Baby“, die vom Bass vorangetrieben werden, mit einem an Falco erinnernden Gesang – also alles großartig. Und dann strahlen Songs wie „Gib Mir Alles“ und „Nimm Sie Wenn Du´s Brauchst“ eine Unbekümmertheit aus, die einfach vielen Bands abgeht. Man weiß ja manchmal nicht, worüber da gesungen wird. Das holpernde „Mona Lisa Der Lobau“ ist deshalb ja nicht schlechter. Mit viel Hall wird da zu Werke gegangen, nur um im nächsten Moment mit „Das Wär Schön“ noch mal einen Hit der Güteklasse A von der Stange zu lassen. „Sterne“ ist eine Mischung aus Folk, Americana und Sauflied. Noch Fragen offen?

 

Fazit: Wanda werden auch mit „Bussi“ begeistern – sofern man sich darauf einlassen kann. In ein Schema kann man die Österreicher sowieso nicht pressen. Vielleicht kann man sich auf unbekümmerten Indiepop einigen? Man hat manchmal zwar überhaupt keine Ahnung worum es in den Songs geht, aber auch das passt ja wiederum gut ins Bild. Wanda machen einfach das, wonach ihnen der Kopf steht. Und ja, Wanda sind endlich mal wieder eine Band, die nicht in diesen langweiligen Einheitsbrei passt. Und egal ob man das nun mag oder nicht, schon dafür gebührt ihnen Anerkennung!

 

http://wandamusik.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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