Walk The Moon: What If Nothing

 

Walk The Moon: What If Nothing

Sony

VÖ: 10.11.2017

 

Wertung: 6/12

 

Walk The Moon haben es geschafft und nach „Anna Sun“ mit „Shut Up And Dance“ den nächsten Hit gelandet. Nach dem selbstbetitelten Album und besagtem Anna-Song wurde die Indiepopband schlagartig in größere Clubs und Hallen katapultiert. Die Kaiser Chiefs nahm die Truppe aus Cincinnati ebenso mit auf Tour, wie auch Weezer. „Shut Up And Dance“ ist ja heute noch ein Dauerbrenner und war auf allen Portalen und Kanälen immens erfolgreich. Nicholas Petricca (Gesang, Songwriting, Keyboards), Eli Maiman (Gitarre, Gesang), Kevin Ray (Bass, Gesang) und Sean Waugaman (Schlagzeug, Gesang) mussten dann aber auch mal eine lange Pause einlegen und eine Tour absagen. Petricca kümmerte sich um seinen Vater, der nach vierzehn Jahren Alzheimer-Erkrankung nicht mehr lang zu leben hatte. Es gibt eben so unglaublich viele Dinge, die wichtiger als eine Tour sind! Da dürfte auch jeder Fan Verständnis gezeigt haben. Mit „What If Nothing“ gibt es ja nun auch ein neues Album, welches die Anhängerschaft glücklich machen dürfte.

 

Es ist gar nicht so selbstverständlich, dass es „What If Nothing“ nun überhaupt gibt. Ray wiederum hatte eine Schulterverletzung und konnte zunächst überhaupt keinen Bass spielen. Die Band kam für lange Zeit zum Erliegen und der Kontakt untereinander riss fast komplett ab. So erklärt sich dann auch die Redewendung, aus der letztlich der Albumtitel hervorging. Getroffen hat sich die Band im Herbst 2016 in einem Studio in Austin. Das Quartett spielte nach eigenen Angaben einfach drauflos. Als Produzenten fungierten schließlich Mike Crossey und Mike Elizondo. Im Februar verstarb schließlich der Vater von Nicholas. Die Aufnahmen waren da noch nicht beendet. Das melancholische „Surrender“ dürfte danach entstanden sein.

 

„Press Restart“ ist der Opener und natürlich ist der Titel programmatisch zu verstehen. Allerdings ist das musikalisch nur leidlich spannend. Irgendwas mit New Wave, irgendwas mit Pop. „Headphones“ drückt zumindest ordentlich auf die Tube und hat Wumms. Soll wohl Alternativkrach sein. „One Foot“ ist anschließend allerdings Popmusik der schlimmeren Sorte. Leider trifft das auf einen Großteil des Album zu. Immer, wenn man denkt, dass es jetzt was wird, driftet das in eine unschöne Richtung ab. So auch bei „All I Want“. Der Bass ist schon nett und sorgt für ein wohliges Gefühl in der Magengegend, aber dann kommt dieser grausame Refrain und macht das gleich wieder zunichte. Die funky Gitarre rettet aber auch noch mal einiges. „All Night“ kommt mit treibenden Grooves und „Kamikaze“ macht sicher auch eine gute Figur auf dem Dancefloor. „Tiger Teeth“ ist sehr stark elektronisch angehaucht und „Sound Awaking“ vermutlich der experimentellste Song des Albums. Gut ist beides aber nicht. Beendet wird das Album mit der zweiten Hälfte von „Lost In The Wild“ allerdings ganz ordentlich – hier gibt es nämlich nur dezentes Pianospiel zu hören.

 

Fazit: „What If Nothing“ von Walk The Moon ist kein sonderlich spannendes Album. Dancepop, New Wave und der Versuch ein paar alternative Klänge unterzubringen, klingen auf dem Papier spannender als es in der Realität ist. Das mag zeitgenössische Musik sein, aber das ist im Jahre 2017 ganz sicher kein Qualitätsmerkmal. Fans der Band sind aber vermutlich begeistert - das ist ja auch schon mal was!

 

http://www.walkthemoonband.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch