U96: Reboot

U96: Reboot

Believe Digital GmbH/Soulfood

VÖ: 29.06.2018

 

U96 waren in den 90ern eine große Nummer und für die Techno-Szene immens wichtig. Die Single „Das Boot“ sorgte schließlich dafür, dass U96 aus dem Untergrund bis nach ganz oben gespült wurden. Dreizehn Wochen hielt sich der Titel auf dem Spitzenplatz der deutschen Charts. Es folgten weitere achtbare Erfolge, aber nachdem die Danceszene, speziell Eurodance, auf dem absteigenden Ast war, wurde es auch für U96 immer schwieriger und der Erfolg blieb aus. Alex Christensen stieg schließlich aus, konnte aber mit seinen weiteren Projekten durchaus noch achtbare Erfolge einfahren. U96 gelang das nicht. Seit 2014 haben Hayo Lewerentz und Ingo Hauss nun an dem neuen Album „Reboot“ gearbeitet. Alex Christensen und Helmut Hoinkis, die anderen beiden Gründungsmitglieder von U96 sind allerdings nicht mit an Bord.

 

Nun liegt „Reboot“ dann endlich vor. Im Vorfeld wurde verkündet, dass man zurück zu den Dancewurzeln wollte. Und was soll man da als Laie sagen? Sie haben wohl Wort gehalten. Auch Technofreunde kommen mit so trockenen Tracks wie „F........Camera“ und „Monkeys“ voll und ganz auf ihre Kosten. Dazu gesellen sich eingängige Poptracks mit einer guten Hookline wie „Angels“ oder „60 Seconds“. Mit „Zukunftsmusik“ und „Hildebrandslied“ gibt es auch zwei Kollaborationen mit Wolfgang Flür. Das Ex-Kraftwerk Mitglied passt anscheinend hervorragend zu den beiden Herren, die im Jahre 2017 U96 sind. Das dürfte selbst Fans von Kraftwerk gefallen. Das ist aber auch weit von dem entfernt, was das Mainstreampublikum einst mit diesem Projekt verband. Bei „Quo Vadis“ darf Joachim Witt dann auch noch seine Gesangskunst zeigen. Das geht dann schon mehr in die Richtung, für die man U96 einst kannte. Natürlich wurde das auch auf Witt zugeschnitten. Auf dem Witt-Album gibt es übrigens eine andere Version. Rammstein lässt grüßen.

 

Was gibt es noch? Da dies ein Doppelalbum ist, gibt es neben den 13 regulären Tracks eine zusätzliche Bonus-CD mit acht weiteren Songs, unter anderem mit den sechs Stücken der bislang ausschließlich auf Vinyl erhältlichen 2015er EP „The Dark Matter". Fans kriegen also die digitale Vollbedienung.

 

Fazit: U96 gehen mit „Reboot“ ein großes Stück zurück zu den Techno- und Dance-Wurzeln. Zwischendurch gibt es auch mal einen etwas poppigeren Ansatz für das Mainstreampublikum, aber grundsätzlich ist das wohl in erster Linie etwas für Szenekenner. Eine Wertung entfällt aufgrund musikalisch anderer Vorlieben des Schreiberlings und somit Unkenntnis der Materie.

 

https://www.facebook.com/U96reboot/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch