Trade Wind: Certain Freedoms

Trade Wind: Certain Freedoms

End Hits Records/Cargo Records

VÖ: 03.05.2019

 

Wertung: 9/12

 

Was macht man, wenn man wie Jesse Barnett hauptberuflich ein Schreihals ist, mit seinem musikalischen Nebenprojekt? Barnett tobt sich bekanntlich bei Stick To Your Guns am Mikro ja nun wirklich genug aus und brüllt, was das Zeug hält. Mit der, nun ja, Supergroup Trade Wind hat er nun einen gänzlich anderen Weg eingeschlagen. Gebolze gibt es nicht. Das Album „Certain Freedoms“ ist voll schönstem Wohlklang. Melodien wohin man nur hört. Bitte kein Hardcore, denn der soll woanders stattfinden.

 

Das wird schon ziemlich schnell mit dem Opener „Surrender“ klar. Die Nummer hört sich dann auch folgerichtig mehr nach Snow Patrol denn irgendeinem Hardcoreverweis an. Das gilt beispielsweise auch für „How´s Your Head“. „Certain Freedoms“ ist übrigens jetzt kein Fast Food und leicht verdaulich auch nicht. „Cut“ ist die vertonte Emo-Traurigkeit und „No King But Me“ ist eine großartige Nummer, die sehr nahe bei den tollen Deftones zu finden ist. Trade Wind setzen auf viel Hall und hin und wieder ist die Gitarrenarbeit derer von The Edge von U2 nicht unähnlich.

 

„I Can´t Believe You´re Gone“ ist – auch aufgrund des Klaviermotivs – die vertonte Traurigkeit. Der Text gibt das natürlich auch her. Der vertrackte Rhythmus ist dabei fast schon beim Jazz angesiedelt. Die flirrende Gitarre verstärkt die Intensität, die von dieser Nummer ausgeht. Und wie das mit den Hooklines geht, zeigen Trade Wind beim Titelsong „Certain Freedoms“. Großartig! „Moonshot“ hat was von Radiohead, während „Flower Machine“ ein bisschen psychedelisch angehaucht ist. Der Gesang lässt durchaus ein bisschen den Hardcore zu. Aber nur ein klitzekleines bisschen…

 

„Untitled II“ ist der vertonte Frühling. Wie schön, wie nebulös! „Beige“ ist zunächst fast mehr Soundcollage denn ein Song und dann gibt es den emotionalen Ausbruch, wie es auch bei den Deftones immer wieder der Fall ist. „Nashinga“ ist wie eine Zusammenfassung des gesamten Albums – also ein würdiger Abschluss.

 

Fazit: „Certain Freedoms“ hat nicht einen Song anzubieten, der irgendwie komplett daneben wäre. Es ist ein gutes bis sehr gutes Album, welches sehr viel sphärische Melodien zu bieten hat und nicht immer leicht zu verdauen ist. Das ist auch verdammt gut so, denn Musik als Kunstform soll den Hörer schließlich auch fordern und genau das tut „Certain Freedoms“ auf eine gute Art und Weise!

 

https://www.facebook.com/Tradewindband

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch