Tracer: El Pistolero

Tracer: El Pistolero

Mascot Records/Rough Trade

VÖ: 26.04.2013

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Tracer aus Adelaide gibt es bereits seit zehn Jahren. So richtig auf die Truppe aufmerksam wurde man allerdings erst 2011, als sie das Debütalbum „Spaces In Between“ veröffentlichte. Vorher wurden aber in Eigenregie bereits zwei EPs heraus gebracht. Jetzt folgt mit „El Pistolero“ das schwierige Zweitlingswerk, aber wenn nicht alle Stricke reißen, dann dürfte das Ding zumindest in Indiekreisen für Furore sorgen. Als Produzent saß mit Kevin Shirley ein Schwergewicht hinter den Reglern und dass der Mann was von seinem Job versteht, wird einem mit diesen dreizehn Songs eindrucksvoll bewiesen.

 

Die Aufnahmen zu „El Pistolero“ gingen in Los Angeles über die Bühne und dauerten gerade mal sieben Tage. Erstaunlich, was man mit Leidenschaft alles bewerkstelligen kann. Es ist ja kein großes Geheimnis, dass dieses Trio über ausgesprochene Livequalitäten verfügt. Selbige wurden nun in den Revolver Studios eingefangen und alles kurz und knackig eingezimmert. „El Pistolero“ ist allerdings alles anderes als ein Schnellschuss und ein ziemlich amtliches Stück Musik. Noch erstaunlicher ist zudem die Tatsache, dass diese drei Mann Kapelle einen solchen Lärm veranstalten kann. „El Pistolero“ ist ein ziemliches Brett – in jeglicher Hinsicht. Das Ding rockt wie Hölle, groovt aber auch wie Sau. Abgesehen davon ist das auch noch vielfältig und hat für das Genre mitunter erstaunliche Hitqualitäten.

 

Und wie klingt die ganze Kiste nun? Der Auftakt „El Pistolero (Suite Del Desperado Part I)“ hört sich an als würde Chris Cornell Josh Homme bei den Queen Of The Stone Age ablösen. Das ist ein ziemlicher Tritt in die Fresse – voll auf die Zwölf. Stoner Rock der Extraklasse. „Lady Killer“ rockt sich auch quer durch die Wüste und das Riff hätte auch Kyuss einfallen können. „Dirty Little Secret“ groovt sich mit einer Art Wüstenblues um die Ecke und „Dead Garden“ hätte auch einen Platz auf den großen Alben von Soundgarden gefunden. „Wolf In Cheap Clothes“ packt noch eine Prise ZZ Top drauf, bevor „Scream In Silence“ die Langsamkeit von Black Sabbath entdeckt. Es kann aber auch mal kurz voll auf den Punkt gerockt werden. „Manic For Ya“ lässt schon ein bisschen den Punk durchblitzen. Das großartige „Theres A Man“ dürfte Josh Homme die Zornesröte ins Gesicht zaubern. „Until The War Is Won (Suite Del Desperado Part IV)“ fräst sich als Ballade durch den Sand in Richtung Sonnenuntergang. Tito & Tarantula waren in ihrer Hochzeit Vorreiter in dieser Rubrik. Mit „Now I Ride“ gibt es zum Schluss noch mal die volle Dröhnung.

 

Fazit: Tracer ist mit „El Pistolero“ ein Hammeralbum gelungen. Die zweite Platte des australischen Trios ist ein großartiges Brett zwischen Stoner Rock, Heavy und Grunge. Australien mag weit ab vom Schuss sein, auf der musikalischen Landkarte haben Tracer aber ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Dieses Album sollte man dieses Jahr unter keinen Umständen verpassen und zumindest mal reinhören!

 

http://www.tracer-band.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

 

http://www.laut.de/Tracer/Neues-Album-El-Pistolero-komplett-im-Stream/22-04-2013

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