Tim Kamrad: Down & Up

Tim Kamrad: Down & Up

Roof Records/Rough Trade

VÖ: 02.03.2018

 

Wertung: 7/12

 

Tim Kamrad aus Velbert ist nicht der nächste Musiker, der einen mit Befindlichkeitspop nerven wird. Zum Glück. Mit seinem Debütalbum muss er sich auch nicht hinter internationalen Produktionen verstecken. Mit seiner Loop Station und der Gitarre erinnert er natürlich an Ed Sheeran, aber Tim Kamrad ist dann musikalisch doch etwas anders unterwegs. Der junge Mann ist für sein Alter schon beachtlich weit – er schreibt seine Songs immerhin selber mit. Auf „Down & Up“ sind nun sechzehn Songs versammelt. Als Oberbegriff ist das Popmusik – allerdings kann man diese in viele Unterkategorien aufdröseln.

 

Das Album ist letztlich um ein paar Songs zu lang ausgefallen. Diese gleichen sich dann vom Tempo und Rhythmus zu sehr. Da geht so eine kleine Perle wie „Changes“, die mit einer wunderbaren bluesigen Gitarre überraschen kann, schnell unter. Auch das eher dezent instrumentierte „Laugh In My Face“ wird vielleicht nicht wahrgenommen. Tim Kamrad hat hier nämlich einige wirklich schöne Nummern aufgenommen, die zumindest das Zeug haben das Popradio zu bereichern.

 

Mit dem Titelsong und der Albumeröffnung „Down & Up“ sollen zunächst wohl die Ed Sheeran-Anhänger eingesammelt werden. Arrangements bis zum Gesang erinnern nämlich frappierend an den Superstar dieser Tage. „Holdin´ On“ groovt zunächst lässig dahin und die Stimme von Kamrad klingt älter, als sie ist. Dann geht das ein bisschen in die Justin Bieber-Ecke – nein, nicht den Teenie-Bieber, sondern die erwachsenere Variante. Unter dem Strich ist das ein richtig guter Track. Dass der Mann auch die Gitarre liebt, hört man „Take My Time“ durchaus an, auch wenn das natürlich im Popgewand eingebettet wird. Auf dieser Schiene geht es dann weiter. „Words 4 U“ kann man mit dem Refrain fleißig punkten, der den Coolness-Faktor ziemlich nach oben schraubt. Erst mit „Help You Out“ folgt als achter Song so eine Art Ballade. „Love Me Right“ hat etwas mehr Drive, schält sich aber auch eher aus der ruhigen Schublade heraus. Die moderne Produktion wird von der Gitarre sehr schön konterkariert. Überhaupt sind in der zweiten Albumhälfte die sechs Saiten deutlicher zu vernehmen. Es bleibt aber alles in einem Popgewand hängen. Der rote Faden ist so immer vorhanden.

 

Fazit: Tim Kamrad hat – für alle, die zeitgemäße Popmusik schätzen – ein gutes Debüt aufgenommen, welches auch noch üppig ausgefallen ist. Wer Ed Sheeran und den gereiften Justin Bieber schätzt, kriegt mit Tim Kamrad die deutsche Antwort darauf geboten. Die Tracks haben Groove und die Produktion genügt durchaus internationalen Ansprüchen. Es haben sich zwar ein paar Albumfüller eingeschlichen, aber so gibt es natürlich auch genügend Material und gerade die junge Zielgruppe darf da aus dem Vollen schöpfen.

 

https://www.timkamrad.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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