The WheelWalkers: Can´t Fake It

The WheelWalkers: Can´t Fake It

MachMaMusik/Cargo Records

VÖ: 27.07.2018

 

Wertung: 7,5/12

 

Das Kölner Quartett The WheelWalkers ist dieses Jahr ein neuer, kleiner Punkt auf der deutschen Musiklandkarte. Letztes Jahr wurde zwar schon die EP „Can´t Fake It“ in Angriff genommen, aber selbige ist nun gar zum Album geworden. Für das Songwriting ist einzig und alleine Oliver Hehemann verantwortlich. Ihm zur Seite standen Jörg Meinhardt am Bass, Tonino Giannattasio am Schlagzeug und Robert Kril an der Gitarre. Aufgenommen wurde natürlich in Köln.

 

The WheelWalkers haben übrigens so überhaupt nichts mit der nervigen deutschen Musik dieser Tage am Hut. Die englischen Texte sind die eine Sache, aber auch die Musik ist völlig anders, als alles, was man momentan in unseren Breitengraden geboten bekommt. Natürlich erfinden The WheelWalkers das Rad nicht neu, aber das wird vermutlich auch keiner anderen Band mehr gelingen. Trotzdem setzt die Kölner Kapelle sehr schöne und frische Akzente. Auch das Instrumentarium setzt nicht auf Bollerbeats aus dem Computer, sondern fährt da Dinge auf, die eigentlich in der Popmusik nicht alltäglich sind. So gibt es bei dem luftig und leichten „I Don´t Know“ auch mal eine Geige zu hören.

 

Im Grunde ist „Can´t Fake It“ ein eher ruhiges und getragenes Album. Der Opener „Sail Away“ ist da noch die ruppigste Nummer, auch wenn es hier ganz viele Passagen gibt, die zurückgenommen sind. Das erinnert übrigens an eine Mischung aus The Smiths und Phillip Boa. Zumindest kann der Gesang nicht verleugnen, dass dahinter kein englischer Muttersprachler steht. Das kann natürlich auch charmant sein. Kann aber auch mal seltsam anmuten.

 

„Clouds Passing By“ gibt mit dezenten Gitarrenfarbtupfern die weitere Richtung vor. Das plätschert sehr gefällig dahin. Es ist anzunehmen, dass die Jungs von The WheelWalkers die Beatles mögen, trotzdem hört sich das dann eher nach Fools Garden an. Die Mischung aus Beat, Swing und Indierock bei „Turn Back Time“ holt einen sofort ab. Was eben noch die Beatles waren, ist bei „Rainbow“ dann eher Dylan. „Blowin´ In The Wind“ ist da der große Bruder. „Barracuda“ bittet anschließend zum Tango und zeigt die Vielfältigkeit der Band. Die Stimme bei „I Once Had A Dream“ dürfte Frauenherzen ein bisschen schneller schlagen lassen. Die Phrasierung und die dunkle Klangfarbe werden da für die eine oder andere Gänsehaut sorgen. Und das kurze, aber entspannte Gitarrensolo ist ziemlich fein. Mit „Hate´s A Waste“ geht es auf einen entspannten Roadtrip, der allerdings auch von The BossHoss sein könnte. „Hello Heather“ bleibt auf der staubigen Straße, „The Right Time“ lässt es danach ein bisschen melancholisch regnen. „I Don´t Know“ und der Titeltrack „Can´t Fake It“; aber auch der Rausschmeißer „Memory Of Me“ können dem Album auch keine weiteren Nuancen abringen. Es plätschert ein bisschen ereignislos dem Ende entgegen.

 

Fazit: The WheelWalkers aus Köln haben mit „Can´t Fake It“ ein nettes, kleines Album aufgenommen. Vielfalt zwischen Beat, Swing, Rock, Country und Indie wird da groß geschrieben. Nach hinten raus geht dem Album aber auch etwas die Luft aus und es rettet sich gerade noch so über die Ziellinie. Die angenehme Grundstimmung hält sich allerdings über die volle Distanz und man hört den Herren gerne zu. Luftige und leichte Songs, die man durchaus in diesem heißen Sommer in den Abendstunden auf der Terrasse hören kann.

 

https://www.thewheelwalkers.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch