The Weyers: Out Of Our Heads

The Weyers: Out Of Our Heads

Weyerworks/Rough Trade

VÖ: 01.09.2017

 

Wertung: 7/12

 

Adi und Luke Weyermann sind Brüder. Das ist jetzt zunächst nicht weiter spektakulär. Das Duo spielt aber in einer Band und ob das eine gute Idee ist, kann man ja mal bei Oasis nachfragen. Die beiden sagen aber von sich selber, dass sie eben anders miteinander umgehen. Die Aufteilung sieht Gehirn (Adi) und Muskel (Luke) vor. Da kann es gar nicht erst zu großen Streitereien kommen. Die Liebe zur Musik eint sie sowieso. Wenn sie dann auch noch auf dem Boden bleiben, dann kann es was werden mit The Weyers. Und wie das klingt, kann man nun auf dem Album „Out Of Our Heads“ nachhören.

 

Elf Songs gibt es da auf die Ohren. Mit „Bout Love“ fängt die Platte sogar sehr vielversprechend an. Bluesrock, der ein bisschen Wüstenstaub gefressen hat, aber auch nach düsteren Sümpfen klingt, ist ein richtig guter Einstieg. Leider war es das dann auch schon. „Think Of You“ macht es sich eher als zahmer Pop für die Radios zwischen allen Stühlen gemütlich. Der Titelsong „Out Of Our Heads“ knallt manchmal rein, zumindest wenn man die Imagine Dragons für das Rockding der Stunde hält. Der Rest ist auch hier kalkulierter Pop mit hohem Nervpotenzial.

 

„Strange Things“ fängt allerdings sehr schön an. Zunächst mutet das wie eine Gospelnummer an, lässt aber schnell die Rocksau von der Leine. So ein bisschen Jack White-Schule schimmert da durch. „Darkness“ groovt schön und hat einen guten Flow. „Done With Love“ geht in die Theatralik-Richtung von Muse. Hätte man ein bisschen mehr Mut bei der Produktion bewiesen, dann wäre so ein Ding wie „Walk“ ein Brett. Leider hat man der Nummer aber jegliche Ecken und Kanten genommen. Live könnte das was werden. Potenzial hat nämlich hier so mancher Track, auch „White Elephant“. Bitte mehr Mut zu Rotz und Dreck, die Songs geben das ja her! „We´re Here“ gefällt noch mal mit seiner düsteren Note. Die wird mit „Voluntary Thears“ auch noch mal weiter ausgebaut, aber das hört sich dann letztlich nur wie der kleine Bruder von The Rasmus an. Mit „So Good To See You“ wird das Album in ruhigem und fröhlichem Fahrwasser beendet.

 

Fazit: „Out Of Or Heads“ von The Weyers hat gute Ansätze. Zwischen Blues, Rock, Garage und Wüste sind da doch ein paar schöne Sachen dabei. Leider hat man die Ecken und Kanten abgeschliffen und dann hört sich das doch sehr für das Mainstreamradio aufbereitet an. Da wäre mehr drin gewesen. Vielleicht könnten sich die Brüder darüber ja mal streiten und zu der Erkenntnis kommen, dass Dreck auch ganz schön sein kann!

 

http://www.the-weyers.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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