The Wake Woods: Blow Up Your Radio

The Wake Woods: Blow Up Your Radio

Jayfish Records/Membran

VÖ: 02.02.2018

 

Wertung: 7,5/12

 

Wer erdigen Rock and Roll mag, wurde mit dem Debüt von The Wake Woods gut bedient. Im Vorprogramm von Deep Purple konnte die junge Berliner Band neue Fans gewinnen. Diese waren vielleicht schon älter als die Musiker selber, aber seit Jahrzehnten durch die sämtlichen Inkarnationen des Rock geschult. Es ist also schon eine Leistung, wenn mit einer Liveperformance bei diesen Menschen für offene Münder gesorgt werden kann. Genau das aber taten The Wake Woods. Mittlerweile können sie auf eine gut gemischte Anhängerschaft blicken: alte wie junge Leute. Auch das zweite Album „Blow Up Your Radio“ hält Kurs im Meer des Rock.

 

Es ist unschwer zu erkennen wo sich die Herren ihre Inspiration holen! Vornehmlich dürfte dies die Musik der 60er und 70er sein. „Out On The Sea“ klaut sich über mehr als sieben Minuten alles bei Led Zeppelin zusammen! Dies ist übrigens nicht als Kritik zu verstehen, sondern als Einordnung. Wer Led Zeppelin liebt, wird diesen Track zumindest mögen. Der kratzige Gesang von Ingo Siara ist freilich nicht mit dem von Plant zu vergleichen, weil die Stimme eben völlig unterschiedlich sind. „Mad Dogs On Fire“ geht in die Richtung der Spiritual Beggars, erinnert aber auch an „Fast Cars“ von U2! „Blow Up Your Radio“ ist rotziger Garagenrock, welcher Laune macht. Und so pflügt sich die Band durch das Album. Kennt noch einer die Jets aus Australien? „I Can´t Say It“ wird auch mit dieser Lässigkeit vorgetragen, wie es die Band einst auch tat. „Ships Ain´t Made For Sinking“ ist eine Art Ballade, die etwas unspektakulär dahinplätschert, aber immerhin einen ganz guten Groove hat.

 

„Songs For A Living“ knallt danach aber wieder. „Bad Dreams“ ist eine weitere Ballade, das Schunkelpiano kommt aber richtig gut. Erinnert ein bisschen an einen Saloonsong. „The Last Thing I Need (Is The First Thing I Get)“ erfreut wieder das Rockerherz mit allem was dazu gehört: auch Blues, gleichwohl das nicht offensichtlich erscheint. Mit dem entspannten „Downtown Daydream“ kann man ganz bequem den Highway entlang cruisen. „You Won´t Kick Me Out Of The Ring“ klingt genau so, wie man es bei dem Titel vermuten würde: rotzig, lässig, cool. Mit der entspannten Akustikballade „Missed Calls“ blickt man dann von der Veranda in Richtung Sonnenuntergang.

 

Fazit: „Blow Up Your Radio“ von The Wake Woods knüpft an das Debüt an – und zwar ohne sich zu wiederholen. Die Jungs haben den Rock and Roll wohl mit der Muttermilch verabreicht bekommen. Blues, Garagenrock, Indie und bei den ganz Großen der Branche wurde auch genau zugehört. Natürlich wird das Rad hier nicht neu erfunden, aber mit erdigem, authentischen und gut abgehangenem Rock macht man ja nichts verkehrt!

 

www.thewakewoods.de

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch