The Script: Freedom Child

The Script: Freedom Child

Sony

VÖ: 01.09.2017

 

Wertung: 4,5/12

 

Irgendwas muss das irische Trio The Script bisher ja richtig gemacht haben, denn immerhin können die Herren auf 29 Millionen verkaufter Tonträger stolz sein. Die Jungs treffen offensichtlich immer wieder einen Nerv bei den Zuhörern. Erklären kann man das nicht, denn die Musik, die sie bisher ablieferten, war viel zu oft seelenloser Popmüll. Dazu noch ausgelutscht und schmackhaft wie ein altes Kaugummi. Für das neue Album sollte sich nun eine ganze Menge ändern und The Script wollten raus, raus aus der Tretmühle. Das letzte Album entstand ja noch während der laufenden Amerikatour. Jetzt nahm man sich Zeit mal einen Blick auf das große Ganze zu werfen. „Freedom Child“ ist das Ergebnis.

 

Jetzt werden The Script auf „Freedom Child“ auch noch politisch. Nicht schon wieder eine Band aus Irland, wird jetzt manch einer denken. Richtig, das Feld sollte man doch lieber U2 und insbesondere Bono überlassen. Das wirkt bei The Script viel zu bemüht. Dieser Versuch scheitert. “I’m your Great White, you’re my piranha / We don’t give up, we love the drama” - nun ja. Musikalisch gibt es wieder den großen Popgemischtwarenladen. Und ja, es gibt – zumindest für Iren – immer noch die ungewöhnlichen Zutaten Hip Hop und EDM dazu. „No Man Is An Island“ und „Rain“ überraschen aber auch noch mit Dancehall-Klängen. Das ist in der Umsetzung aber wenig authentisch und wirkt sehr aufgesetzt. Die süßlichen Popmelodien, die dazu gereicht werden, verkleben nicht nur die Anlage, sondern auch die Gehörgänge.

 

„Arms Open“ schreit wieder nach Stadion. Sehr viel Pathos schwingt da mit. Früher hätte man Wunderkerzen dazu schwenken können. Die Zeiten sind ja vorbei und wenn man sich die Nummer anhört, dann trauert man diesen Zeiten auch nicht nach. „Rock The World“ geht als klassischer The Scirpt-Song durch. Fans wird die Nummer sicher schnell das Herz erwärmen. Wer aber kein Bock auf Bubblegumpop hat, wird da vermutlich das Weite suchen. „Mad Love“ ist ganz fluffig und groovy, aber schon mit „Deliverance“ wird es wieder grausam. Was will man aber auch in einer Musikwelt erwarten, in der David Guetta mit solchen Sounds erfolgreich für drei ist!

 

„Divided States Of America“ meint es textlich sicher gut, aber es haut einfach nicht hin, „Wonders“ erinnert an die Boygroupzeiten, aber die Zielgruppe dürfte bei The Script ja ähnlich sein. „Love Not Lovers“, „Eden“ oder „Written In The Scars“ - es passt alles in das Schema F von The Script. Der Erfolg spricht ja für sich. Eine bisschen Melancholie wird da noch obendrauf geträufelt und so wir so manches Mädchenherz etwas schneller schlagen.

 

Fazit: The Script veröffentlichen mit „Freedom Child“ das fünfte Album ihrer Karriere. Es sollte einiges anders werden, aber im Grunde ist alles wie gehabt. Nun gut, jetzt haben The Script auch noch politische Themen für sich entdeckt. Passt aber nicht. Musikalisch ist fast alles wie bisher: seelenlose Popsongs für den Mainstream und das Formatradio. Spielt aber alles keine Rolle, denn das Album dürfte wieder immens erfolgreich werden und Trillionen Einheiten an die Frau und den Mann(?) bringen.

 

https://www.thescriptmusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
Loading

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch