The Record Company: Give It Back To You

The Record Company: Give It Back To You

Universal

VÖ: 12.02.2016

 

Wertung: 11/12

Tipp!

 

Mit Bandnamen ist das ja immer so eine Sache. Es ist aber schon einigermaßen überraschend, dass noch nie einer auf die naheliegende Lösung gekommen ist: The Record Company. Nun haben sich drei hoffnungsvolle Musiktalente endlich dieser Geschichte angenommen und ihre Band so benannt. Chris Vos, Alex Stiff und Marc Cazorla wollen nun mit „Give It Back To You“ so richtig durchstarten. Das sollte zumindest in ihrer Heimat gelingen. Das Trio veröffentlicht zwar jetzt erst das Debüt, aber als Hitlieferanten für so manchen Werbespot, aber auch als Live-Act, konnten sie sich schon einen Namen machen. Sie teilten sich zudem schon die Bühne mit einigen Idolen. Und diese sind im Blues tief verwurzelt und beheimatet. Aber nicht nur und dementsprechend klingt „Give It Back To You“ dann auch: erfrischend.

 

Ähnlich wie Gary Clark jr. sind die Herren von The Record Company nun für die Erneuerung des Blues zuständig. Das Genre wird hier in die Jetztzeit transportiert und aufgefrischt. Ein neuer Anstrich war auch nötig, damit auch ein jüngeres Publikum wieder die Liebe zum Blues entdeckt. The Record Company haben aber auch mal in der Garage vorbeigeguckt, die Stones besucht und dem siffigen Punkrock gehuldigt. Herausgekommen ist mit „Give It Back To You“ ein ziemlich starkes und rockiges Album. Eines der besten und erdigsten des Jahres 2016 – das kann man auch schon im Februar festhalten!

 

Zugegeben, es ist nicht unbedingt die neuste und innovativste Idee den Bass auch mal wie eine Gitarre zu spielen. Lemmy und Motörhead haben darauf schließlich ihre Karriere aufgebaut. Dobro Slide, Lap Slide, Pedal-Steel oder Mundharmonika hören sich jetzt auch nicht unbedingt nach den Instrumenten der Stunde an. Da kann man mal sehen, was gutes Songwriting ausmachen kann. Die Musik entstand für dieses Album auch zuerst und dann kamen die Texte dazu.

 

„This Crooked City“ ist ein ziemlich entspannter Song, der von vielen Akustikinstrumenten lebt. Das erinnert an The Rolling Stones zu "Exile On Main St.“ Zeiten. Auch das schmissige „Don´t Let Me Get Lonely“ basiert auf einem Fundament aus akustischen Instrumenten – inklusive Bass. Hier wird sauberer Rockabilly gespielt – eine Mischung aus Brian Setzer und Elvis. Der bluesige Rockauftakt „Off The Ground“, der den Geist des Mississippi ein- und ausatmet, ist zu Beginn derart lässig, dass einem die Spuke wegbleibt. Das Riff basiert dabei übrigens auf einem Slide auf der Bassgitarre. Später steht die Lap Steel-Gitarre im Zentrum. „Rita Mae Young“ wird ebenfalls vom Bass getrieben, aber nicht auf eine schnelle Art, sondern eher mit der Coolness des Soul. „On The Move“ wird erneut durch den Tieftöner bestimmt, bevor die Mundharmonika den Dampf aus dem Kessel lässt. Sehr geil. Sehr cool.

 

„Hard Day Coming Down“ ist eher wieder in der Stones-Ecke zu finden und sorgt tatsächlich dafür, dass man mal runterkommt. Die Hibbeligkeit des bluesigen „Feels So Good“ ist ja dann wieder das volle Brett. „Turn Me Loose“ baut sich langsam, düster und geheimnisvoll auf und kriecht dann aus der Garage hinunter in die Sümpfe. Mit „Give It Back To You“ gibt es ein musikalisches Best Of der Platte – vermutlich einer der Gründe, warum die Nummer dem Debüt den Namen gegeben hat. „In The Mood For You“ sorgt zum Schluss noch mal dafür, dass erst der Schweiß die Wände runterläuft und die Hütte dann endgültig abgerissen wird. Iggy Pop wird stolz auf die Jungs sein.

 

Fazit: Die Jungs von The Record Company legen mit „Give It Back To You“ eines der besten Rockalben des Jahres vor. Jedenfalls wenn es um die ursprüngliche Version des Rocks und nicht dieses glattgebügelte Zeug geht. Trotzdem ist das Songwriting derart gut, dass selbiges auch Hitqualitäten aufweist. Musikalisch ist das Feinschmeckerkost, die jeden begeistern wird, der auf erdigen Blues, Garagenrock und den ganzen Kram dazwischen abfährt. Sensationelles Debüt!

 

http://www.therecordcompany.net/

 

Text: Torsten Schlimbach

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