The Neal Morse Band: The Great Adventure

The Neal Morse Band: The Great Adventure

Radiant Records/Metal Blade

VÖ: 25.01.2019

 

Wertung: 9/12

 

The Neal Morse Band ist dieser Tage aktiv und produktiv wie nie. Morse mag der Kapelle zwar seinen Namen geliehen haben, aber die Band ist auch das Baby von Mike Portnoy, der selbige mitgegründet hat. Portnoy hat ja sowieso eine ganz besondere Beziehung zu Morse, denn immerhin haben die beiden Ausnahmemusiker schon vier Formationen an den Start gebracht. Bassist Randy George hat den beiden nunmehr schon neun Mal treue Dienste erwiesen. „The Great Adventure“ ist jetzt  aber auch schon das dritte Album mit dem aktuellen Line-up, welches durch Bill Hubauer und Eric Gillette komplettiert wird.

 

Wer den Vorgänger „The Similitude Of A Dream” schätzt, wird auch ganz schnell „The Great Adventure“ in sein Herz schließen. Hierbei handelt es sich erneut um ein üppiges Konzeptalbum. Der Käufer kann bei den physischen Varianten zwischen drei Formaten wählen: Doppel-CD, Doppel-CD/DVD Special Edition und Triple-Vinyl. Es gibt also wieder reichlich Material und die Tonträger wurden dabei wieder ausgereizt.

 

Progmusik besticht aber ja nicht nur durch eine Fülle an Musik, sondern auch durch Können. Handwerklich ist „The Great Adeventure“ allererste Liga. Auch der brillante Klang reißt hin und wieder zu Begeisterungsstürmen hin. Musikalisch wird da – wie in der progressiven Musik üblich – ein ganz breites Spektrum abgebildet. Das reicht von Klassik über Jazz bis hin zum Rock und Metal. Die mehr als zehnminütige „Overture“ hat in dieser Hinsicht die ganze Palette zu bieten. „Overture 2“ hingegen ist in der Mitte des Albums dafür eine ganze Spur härter ausgefallen und entpuppt sich als kleine Raserei, die das Können der einzelnen Musiker herausstellt.

 

Das Album ist aber nicht die reine Leistungsschau. „Long Ago“ hat eine wundervolle Erzählstruktur und ist teilweise sehr folkig. „Hey Ho Let´s Go“ hat weniger mit den Ramones gemein, dafür aber sehr viele Beatles-Harmonien zu bieten. „Welcome To The World“ ist gar verkitschter Pop. Kompositorisch ist das durchaus sehr anspruchsvoll. Eine gute Melodie wird dabei gerne mitgenommen. Der opulent ausgearbeitet Titelsong „The Great Adeventure“ kann dabei mit Eingängigkeit und einem Harmoniegesang punkten, der auch Menschen abholt, die eigentlich weit entfernt von der Progmusik sind. „Fighting With Destiny“ holt dann ehr die härtere Fraktion ab. Und zum Schluss darf es dann mit „A Love That Never Dies“ auch noch mal kitschig werden.

 

Fazit: „The Great Adventure“ ist kompositorisch, handwerklich und soundtechnisch ein weiteres Meisterwerk von The Neal Morse Band. Hier sind noch echte Musiker am Werk, die - entgegengesetzt des Trends – das Albumformat mit allen Konsequenzen ausreizen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen. Wer sich darauf einlassen kann, wird in eine andere Welt eintauchen, die eine kleine Flucht aus dem Alltag sein kann.

 

http://www.nealmorse.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch