The Human League: Anthology: A Very British Synthesizer Group

The Human League: Anthology: A Very British Synthesizer Group

Universal

VÖ: 18.11.2016

 

Wertung: 6,5/12

 

Hat David Bowie über The Human League wirklich gesagt „Ich habe die Zukunft der Popmusik gesehen“? Ob der Meister damit richtig gelegen hat, kann man nun noch mal auf „A Very British Synthesizer Group“ überprüfen. Hier kann man wahlweise zur zwei CD-Version oder drei CD-Variante mit DVD greifen. Alle Formate werden im charakteristischen Artwork von Pete McKee geliefert. Um den ausführlichen Text im Booklet zu lesen, braucht man allerdings ziemlich gute Augen. Für ältere Jahrgänge, und die dürften sich vornehmlich für das Set interessieren, wird das Lesen vermutlich zur Geduldsprobe. Die Aufmachung im dicken Digipack ist insgesamt aber sehr stylish und nett.

 

The Human League spiegeln den Sound einer ganzen Generation wieder. Das Trio sagt ja selber über sich, dass die Fähigkeiten eigentlich nur begrenzt wären und es diese Gruppe im Grunde gar nicht geben dürfte. Zusammen hätte man aber dann immer ein paar außergewöhnliche Popnummern aufgenommen. Diese Geschichte wird nun auf „Anthology: A Very British Synthesizer Group“ erzählt.

 

Chronologisch ist man bei der Anordnung der Songs jedenfalls nicht vorgegangen. Mit „The Diginity Of Labour (Part 3)“ folgt beispielsweise die Remaster-Version von 2003 auf „Being Boiled“ schon gleich als zweiter Song. Mit „Nightclubbing“ gibt es auch eine Coverversion des David Bowie/Iggy Pop-Hits. The Human League halten sich weitestgehend an die Vorlage. Danach ist das eine eher zähe Angelegenheit und man quält sich durch die Songs bis „Don´t You Want Me“ jener Durchbruchsnummer, die poppige und zugängliche Gefilde ansteuerte. Das ist natürlich einer der ganz großen Hits von The Human League. Ansonsten bleibt bis auf „Lebanon“ und „Louise“ nicht viel von der ersten CD hängen. Letztgenannte Nummer klingt dann auch tatsächlich sehr Brit-poppig.

 

Mit vierzehn weiteren Tracks geht es auf der zweiten CD dann in der Synthesizer-Welt munter weiter. „Life On Your Own“ geht als netter Popsong durch. Danach folgt „Human“, der vermutlich bekannteste und größte Hit der Band. Schöne, melancholische Nummer. Hier wird einer klaren Songstruktur und einer wundervollen Melodie gefolgt. Das ging ja nicht umsonst so durch die Decke. „Love Is All That Matters“ kommt auch noch als gefälliger Synthie-Pop daher. „Heart Like A Wheel“ im William Orbit Mix ist ganz forsch und verbindet die eine synthetische Musikwelt mit der anderen. Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass die zweite CD zugänglicher ist und The Human League sich da wesentlich ausgefeilter präsentieren. „Tell Me When“ ist sicher auch ein großer Hit. Immer noch. „One Man In My Heart“ hingegen ist ja eine süßliche Vollkatastrophe. Das druckvolle und tanzbare „Night People“ macht es besser. Und der Rest? Nicht meine Tasse Tee.

 

Fazit: The Human League haben unbestritten einige Synthesizer-Klassiker der Welt geschenkt. Wer nur diese Songs kennt, wird von den weniger zugänglichen Tracks sicher verschreckt werden. Die musikalische Reise von The Human League lässt sich nun auf „Anthology: A Very British Synthesizer Group“ noch mal nachvollziehen. Es gibt zwar schon einige Zusammenstellungen über die Gruppe, aber auf der vorliegenden hat man darauf geachtet, dass DJ Edits, Radio-Edits, Single-Versionen oder Remixe untergebracht werden. Eine nette Zeitreise, die aber nicht immer begeistert. Ein besonderes Faible für Synthesizer sollte schon ausgeprägt sein.

 

Text: Torsten Schlimbach

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