The Gift: Altar

The Gift: Altar

La Folie/Broken Silence

VÖ: 07.04.2017

 

Wertung: 9/12

 

Wer kennt The Gift? Na? Alle mal die Hände heben! Hierzulande dürfte die Band aus Portugal ziemlich unbekannt sein und eher unter absoluter Geheimtipp laufen. In das Newcomer-Regal kann man die Kapelle nicht mehr einordnen, denn mit „Altar“ wird nun bereits das sechste Album veröffentlicht. Auf der iberischen Halbinsel sind The Gift längst Stars. „Altar“ wird nun sicherlich auch im Rest von Europa größere Anerkennung finden, denn Brian Eno hat nicht nur als Produzent mitgewirkt, sondern auch als als Co-Writer und Texter, Musiker und seine Stimme ist auf dem Werk ebenfalls zu hören. Flood hat die Songs übrigens abgemischt. Noch Fragen?

 

Nuno Goncalves traft Brian Eno 2010 im Urlaub in Brasilien! Das muss man sich auch mal vorstellen! Sie blieben in Kontakt und eine Art freundschaftliche Beziehung wurde daraus. Der Fokus lag dabei überhaupt nicht auf der Musik. In Spanien traf man sich schließlich wieder, wo The Gift ein Konzert spielten. Erst hier sprach Eno mit Goncalves über Musik. Eine Zusammenarbeit war von The Gift aber überhaupt nicht angedacht, denn die freundschaftliche Verbindung wollte man schließlich nicht ausnutzen. Sängerin Sonia fasste sich erst Jahre später doch ein Herz und sprach Eno darauf an.

 

Die unkonventionelle Arbeitsweise von Eno hört man diesem Album natürlich an und die hat „Altar“ sicher gut getan. Es ist trotzdem kein Werk, welches verschreckt oder zu den verschrobenen Arbeiten von Eno und Flood zu zählen ist. Coldplay-Hörer werden vor den feinen Melodien auch nicht gerade schreiend weglaufen. Das getragene „You Will Be Queen“ dürfte da auf viele wohlwollende Ohren stoßen. Das ist keine Mainstreamkost, geht aber trotzdem gut ins Ohr. Auf „Altar“ gibt es in erster Linie sehr viel Popmusik mit viel Liebe zu den Details zu hören. „Lost And Found“ könnte auch von Alison Moyet sein. Die verträumte Melodie hat eine Spur Melancholie zu bieten, macht hin und wieder aber auch ein paar Schlenker. „I Loved It All (Intro)“ könnte auch aus einem Score für einen Film entsprungen sein. „Clinic Hope“ geht es etwas forscher an und kommt im schicken 80ies-Gewand daher. Mit „Big Fish“ haben The Gift eine lässige, bassgetriebene Nummer auf dem Album untergebracht. Es darf getanzt werden!

 

Ist „Hymn To Her“ nicht ein wunderschönes Lied? Diese Stimme! Diese Melodie! Diese Langsamkeit! Selbige wird mit dem großartigen „What If...“ sogar noch auf eine neue Stufe gehoben. Es darf geträumt werden. Das ist Musik, die unglaublich schön und unglaublich entspannend ist. Eno tobt sich dabei eher im Hintergrund aus.

 

Fazit: Ob The Gift nun auch im Rest von Europa Megastars werden, muss bezweifelt werden. Dies liegt aber nicht an dem großartigen „Altar“. Dies liegt eher daran, dass mittlerweile der Fokus nur noch auf dem Einheitsbrei liegt. Den gibt es auf diesem Album nicht. Im weitesten Sinne ist das schöne Popmusik mit schönen Melodien! Der Einfluss von Eno ist deutlich hörbar, allerdings auf eine dezente Art und Weise. „Altar“ ist ein tolles Album, welches einem den Alltag versüßt.

 

http://www.thegift.pt/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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