The Darkness: Hot Cakes

The Darkness: Hot Cakes

Pias Recordings/Rough Trade

VÖ: 17.08.2012

 

Wertung: 6/12

 

Man weiß nie so richtig, ob The Darkness wirklich alles so ernst meinen, was sie da fabrizieren. So ziemlich alle Klischees des schlechten Rock and Roll Geschmacks werden hier erfüllt. Die Optik und die Verkleidung schlägt dem Fass dann endgültig den Boden aus. Das neue Album „Hot Cakes“ ist da keine Ausnahme Covergestaltung und Bandfoto im Inneren sind das pure Grauen. Man hatte gehofft, dass diese Zeiten seit 25 Jahren vorbei sind. Waren sie ja auch, bis The Darkness plötzlich auf der Bildfläche erschienen und große Erfolge feiern konnten. Aber gut, Steel Panther sind ja auch der heißeste Scheiß der Saison. Heißeste passt allerdings nicht, der Rest schon.

 

Das dritte Album von The Darkness wurde in Dans Leeder Farm Studio und teilweise in Wales aufgenommen. Bob Ezrin sorgte für die Produktion. Das passte insofern, da der Mann ja auch schon sehr häufig mit Alice Cooper und Kiss gearbeitet hat, beides musikalische Größen, die für den Sound von The Darkness immerhin Pate gestanden haben dürften. „Hot Cakes“ knüpft nahtlos an die ersten beiden Platten an. Spandexhosen, Haarspray, Pornomatte und Rotzbremse sind immer noch die Heiligtümer im The Darkness Universum. Soweit, so schlecht.

 

„Hot Cakes“ knallt für sich gesehen gar nicht mal so schlecht rein. Allerdings machen die ersten Töne von „Every Inch of You“ schnell klar, dass das obligatorische Augenzwinkern unbedingt zur Grundausstattung des Käufers gehören sollte. Ansonsten kann man die totale Vergewaltigung von der Radiohead Nummer „Street Spirit (Fade Out)“ nur schwerlich ertragen. Aber keine Sorge, The Darkness hören sich natürlich keineswegs nach Radiohead an. Chicago, Kiss, reichlich Queen oder Status Quo gehören zur Grundausstattung. Die Albumeröffnung „Every Inch of You“ klingt dann auch nach einem Zusammenschluss dieser Bands – und nach einer Prise Altherrenrock. Furchtbar.

 

Und wer sich jetzt fragt, auf welchem Queen Album denn „Nothin´ Gonna Stop Us“ zu finden war, muss nicht weiter im Gedächtnis kramen: das ist nämlich keine weitere Coverversion! Unglaublich, dafür müssten The Darkness eigentlich etwas an die Königin abdrücken. „With A Woman“ entpuppt sich dafür anschließend als straighter Rocker – geht doch! Mit Glam und Kitsch fährt die Truppe anschließend weiter die schmierige Straße entlang. Überraschend gut ist die Ballade „Living Each Day Blind“ gelungen, erinnert an die frühen Europe. „Forbidden Love“ ist ein weiterer Song aus der Glamballadenschublade. Es gibt wieder viele Queen-Anleihen auf die Ohren, aber auch ein bisschen Foreigner. Später wird die Band zum Ende mit „Love Is Not The Answer“ noch mal alles in die Waagschale werfen um ihren Comedy-Glam in Perfektion darzubieten.

 

Fazit: An The Darkness werden sich auch im Jahre 2012 wieder die Geister scheiden. Mittlerweile sind sieben Jahre seit der letzten Platte ins Land gezogen. Querelen innerhalb der Truppe und der zwischenzeitliche Ausstieg von Justin Hawkins – von Drogenproblemen war immer wieder die Rede – konnten dem Bandsound und dem ganzen Drum und Dran nichts anhaben. Es ist alles wie immer im The Darkness Universum! Ist das nun die reale Version von Spinal Tap? Irgendwann muss einfach die Meldung kommen, dass dies der größte Treppenwitz der Musikgeschichte ist. Bis dahin: habt Spaß! Demnächst im Vorprogramm von Lady Gaga zu bewundern - da schließt sich dann auch der Kreis...

 

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Text: Torsten Schlimbach

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