The Crüxshadows: Astromythology

The Crüxshadows: Astromythology

Timezone

VÖ: 01.09.2017

 

Wertung: 5/12

 

The Crüxshadows aus Florida haben schon eine ganz lange Reise hinter sich. 1992 gründeten Sean Flanagan und Tim Curry die Band. Über die Jahrzehnte ist viel passiert und einige Besetzungswechsel musste die Synth-Rock Truppe schon überstehen. Die Liste der Ehemaligen ist extrem lang. Aufgeben war aber nicht und jetzt folgt mit „Astromythology“ mal wieder eine Platte. Die vorab veröffentlichte Single „Helios“ machte in den einschlägigen Kreisen ja schon gehörig Appetit auf mehr. Hierbei handelt es sich – Titel, Optik und Aufmachung lassen dies schon mehr als nur erahnen – um ein Konzeptalbum. Es geht um Physik, Astronomie, Numerologie, Philosophie, frühgeschichtliche Mythologie und Literatur.

 

Musikalisch ist sich die Kapelle durchaus treu geblieben. „Helios“ eröffnet das Album entsprechend futuristisch. Dark Wave, Dark Pop. Das ist natürlich ein Hit, keine Frage. Die Herrschaften kommen zwar aus Florida, es klingt aber auch sehr deutsch. Schiller fällt einem da ein. Die Produktion ist klar und fett. Das zieht sich selbstverständlich durch das gesamte Album. Mal bollert es mehr, mal weniger. „Singularities“ weicht im Grunde kein bisschen vom Weg ab. Wäre man böse, könnte man auch von Schlagerpop sprechen. Immerhin ist die klare Gesangslinie durchaus sehr hörenswert.

 

Ansonsten wird auf der Electroschiene geritten soweit die Hufe tragen. Das ist mitunter auch das Problem des Albums. Fans kommen da zwar voll und ganz auf ihre Kosten, aber „Stay“ hat kaum etwas Nennenswertes zu bieten. Mit „Home“ gibt es dann die Ballade, die immer an dieser Stelle kommt. Wenn man dafür empfänglich ist, kann man sich da durchaus an einen anderen Ort träumen. Das Album ist durch und durch berechnend, denn „Infinity (You Don´t See Me)“ macht auf ganz dicke Electrohose. Mit „Stargazer“ wird es dann düsterer. Alles dabei, was das Electro-Popperherz begehrt. Violinen und Gitarren legen zwar den musikalischen Teppich aus, aber im Grunde ist das alles so, wie man es eben von einem Genrealbum erwarten kann oder konnte.

 

Für „Of Angels“ wurde sich bei Depeche Mode bedient. Und das auch noch ziemlich offensichtlich. „My Telescope“ ist dann eher die Erasure-Ecke. „Uncertainty (In Space & Time)“ holt noch mal alles raus, was die Bollerkiste hergibt. „Starfall“, oder das schmalzige „In Gardens“ können auch nichts mehr retten – im Gegenteil. Wohin die Reise hätte gehen können, zeigt „Astronauts“, aber danach hat die Geschichte ja dann auch glücklicherweise ein Ende gefunden.

 

Fazit: „Astromythology“ heißt das neue Album von The Crüxshadows. Das klingt ambitioniert, ist musikalisch aber eine große Mogelpackung. Da wird alles in die Waagschale geworfen, was der Synthpop bisher zu bieten hatte. Da wird sich teilweise sehr dreist bei Depeche Mode oder Erasure(!) bedient. Eigene Akzente? Gibt es auch, aber die sind dann eher aus der Bollerbeatskiste. Fans des Genres werden sich freuen - wir hier warten lieber auf ein neues Album von Marilyn Manson.

 

http://cruxshadows.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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