Ten Years After: A Space In Time (2012 Reissue)

Ten Years After: A Space In Time (2012 Reissue)

EMI

VÖ: 21.09.2012

 

Wertung: 9/12

 

Die britische Bluesrock Band Ten Years After hat sich mit ihrem Auftritt beim Woodstock-Festival unsterblich gemacht und für immer in die Geschichtsbücher eingeschrieben. Das siebte Album „A Space In Time“ hat sich zudem bei vielen Menschen in die Herzen gespielt und dort für immer einen Platz eingenommen. Ten Years After sind mittlerweile wieder aktiv, aber ohne Alvin Lee ist es eine ganz andere Band geworden. Der Mann hat ja nicht umsonst in seinem Portfolio Zusammenarbeiten mit Mick Taylor, Ron Wood, George Harrison und Mick Fleetwood – um nur mal einige zu nennen – stehen. Auch ein gewisser Jimi Hendrix soll sehr von seinem Gitarrenspiel angetan gewesen sein.

 

„A Space In Time“ war lange Zeit vergriffen, ist seit den 00er Jahren allerdings wieder aufgetaucht und in verschiedenen Konfigurationen erneut erhältlich. Nun kommt die Platte auch im Jahre 2012 noch mal zu neuen Ehren und wird abermals aufgelegt. In den Charts war das Album zunächst nicht ganz so erfolgreich wie die Vorgänger, aber nach und nach erkannte man das Potenzial der Platte und auch in Amerika konnte man gerade auch durch die Single „I´d Love To Change The World“ einen nachhaltigen Erfolg erzielen.

 

Das hier vorliegende Remaster ist aus dem Jahre 2004, somit also bekannt. Das Album gibt es auf der Reissue 2012 allerdings gleich zweifach, denn das gesamte Tracklisting liegt auch noch als Stereo Quad Mix vor. Dieser entstand 1973, während der Original-Mix von 71 stammt. Die Frage nach dem besseren oder schlechteren Mix stellt sich sowieso nicht. Die Dynamik ist schon beeindruckend und der warme Klang bereitet eine wohlige Gänsehaut und lässt das Herzchen aufgehen.

 

Die Songs selber sind kraftvoll und doch von ganz unterschiedlicher Prägung. Nach dem rockigen Bluesstampfer „One Of These Days“ folgt mit „Here They Come“ ein manisches Akustikfolkstück, welches natürlich auch den Blues ein- und ausatmet, aber doch ganz zurückgenommen und leise aus einer gänzlich anderen Richtung wie noch der Opener kommt. „I´d Love To Change The World“ ist die Mischung aus Pop und Rock, die einen in den 70ern ins Radio spülte. Dazu wurden ein paar Effekte über und auf den Gesang gelegt, die der ganzen Nummer noch eine mystische Note verleihen. „Over The Hill“ legt gar noch ein paar Streicher in die Kuriositätenkiste. Der Rock and Roll kommt auf diesem Album natürlich nicht zu kurz. Die besonderen Momente entstehen immer dann, wenn Lee die sechs Saiten bearbeitet. Dabei geht es keinesfalls um Geschwindigkeit, sondern um viel Gefühl – nachzuhören bei „Let The Sky Fall“. Das kann man auch nicht lernen, das kriegt man einfach mit in die Wiege gelegt. Mit „I´ve Been There Too“ kratzen Ten Years After sogar ein bisschen am Progrock herum. Und um der ganzen Vielfältigkeit die Krone aufzusetzen, gibt es zum Schluss die finale instrumentale Fingerübung von „Uncle Jam“. Vom Blues zum Jazz, das ist also „A Space In Time“!

 

Fazit: Ten Years After waren zu Beginn ihrer Karriere ungemein produktiv und kreativ. Mit dem siebten Album „A Space In Time“ legten sie ein vielfältiges Album vor, welches trotzdem unglaublich gut als Ganzes funktioniert. Das Songwriting ist auf diesem Album erstklassig. Für den Sound gilt dies ebenso. Die Reissue 2012 hält für die Nerds dann sowohl den Original-Mix (als Remaster von 2004) und den Quad Mix to Stereo bereit. Bei dieser Vollbedienung gibt es nichts zu meckern und die Platte gehört sowieso in jeden gut sortierten Rockhaushalt!

 

http://www.tenyearsafternow.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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