Styx: The Mission

Styx: The Mission

Alpha Dog 2T/Universal

VÖ: 16.06.2017

 

Wertung: 9/12

 

Wer hätte noch mit einem neuen Styx-Album gerechnet? Ganze vierzehn Jahre sind seit der letzten Veröffentlichung ins Land gezogen. Jetzt kommen die Amerikaner mit einem sehr ambitionierten Werk daher. „The Mission“ vereint auf vierzehn Songs eine durchgängige Geschichte. Dies lässt unschwer darauf schließen, dass es sich hierbei um ein Konzeptalbum handelt. Sänger und Gitarrist Tommy Shaw lässt dazu im Vorfeld verkünden, dass sich für The Mission im Vorfeld wirklich die kosmischen Kräfte vereint haben. Nun ja, solche abgedrehten O-Töne gehören zu einem solchen Werk wohl auch dazu. Stolz darf er natürlich trotzdem auf dieses Album sein. Dies ist sicherlich auch nicht zu hoch gegriffen, denn hört man sich „The Mission“ an, dann merkt man jedem Ton an, dass dahinter eine Idee und sehr viel Herzblut steckt.

 

Überraschenderweise wurde das Album in Nashville aufgenommen. Überraschend, weil natürlich nichts auf „The Mission“ nach dem typischen Nashville-Sound klingt. Die Band begab sich dazu in die „Blackbird Studios“. „The Shop“ und „6 Studio Amontillado“. Insgesamt zog sich der Aufnahmeprozess über zwei Jahre hin. Neben Songschreiber, Sänger und Gitarrist Shaw sind noch Gründungsmitglied, Sänger und Gitarrist James Young, sowie Keyboarder und Sänger Lawrence Gowan, Bassist Chuck Panozzo, Drummer Todd Sucherman und der weitere Bassist Ricky Phillips dabei.

 

Und worum drehen sich die Songs? Diese sind aus der Perspektive der sechsköpfigen Crew geschrieben, die sich im Jahre 2033 auf eine Marsmission mit der Raumfähre Khedive begibt. Styx haben dazu eine Klangwelt erschaffen, welche die Thematik des Albums absolut trägt und angemessen ist!

 

„Pieces Of Eight“ gilt gemeinhin ja als das Meisterwerk von Styx. „The Mission“ knüpft daran an! Hört man sich „The Outpost“ an, dann kann man gar nicht glauben, dass Teile der Band schon derart lange im Geschäft sind und somit auch schon ein paar Geburtstage mehr gefeiert haben. Das Album klingt natürlich futuristisch, ist aber gerade auch gesanglich unglaublich frisch. Natürlich darf man das unter Power-Pop verbuchen, zwischendurch donnern die Drums aber ordentlich los und die Gitarrenläufe sind auch nicht von schlechten Eltern. Die Melodien und der mehrstimmige Gesang sind zudem ein Gedicht.

 

Hymnische Refrains gibt es sowieso massenweise und die Hooklines sind mal wieder das Eintrittsgeld wert. Mit der „Overture“ geht es standesgemäß - in dieses ambitionierte Werk und auf die Reise zum Mars - los. „Gone Gone Gone“ ist anschließend ein Wahnsinnsritt auf den sechs Saiten. Zwischen Glam- und Progrock erinnert das teilweise an Queen. „Hundred Miles From Home“ bringt sogar ein bisschen Funk unter. „Trouble At The Big Show“ ist eine Art Zwischenstück, bevor es mit „Locomotive“ dann mal etwas gedrosselter zur Sache geht. Man hört förmlich, wie die Raumfähre sich immer weiter entfernt und sich so langsam eine melancholische Stimmung ausbreitet. Das wurde kompositorisch wundervoll umgesetzt. Das überträgt sich nämlich auch auf den Zuhörer. Der Bass ist übrigens sensationell. „Radio Silence“ und besonders „The Greater God“ führen das soundmäßig kongenial fort. Ein bisschen Theatralik und Pathos schwingt da mit. Der Refrain von „The Greater God“ rettet Leben – ehrlich. „Time My Bend“ und „Ten Thousand Ways“ sind wiederum nur kürzere Zwischenstücke und läuten das proggige „Red Storm“ (der Titel spricht ja für sich) ein. Das könnte man sich auch von Marillion vorstellen. „Khedive“ ist von der Klassikmusik inspiriert und ganz zum Schluss ist die „Mission To Mars“ erfüllt. Nicht endlich, sondern leider!

 

Fazit: Styx zählen zu den bekanntesten AOR-Vertretern. Bei den Hütern des Musikgeschmacks ruft das ja immer ein verächtliches Naserümpfen hervor. Das ist – zumindest auf das neue Album „The Mission“ - völlig unangebracht! Das Konzeptalbum ist gut durchdacht und kompositorisch sehr gut. Musikalisch wurde das alles sehr schön eingefangen und in Szene gesetzt. Der Gesang ist ebenfalls toll. Zwischen Power-Pop und Progrock ist das sehr ambitioniert, besticht gleichzeitig aber auch mit einer Leichtigkeit, die beeindruckend ist. Ein wirklich gutes Werk mit tollen Melodien!

 

http://transmissionmedia.com/styx/

 

Text: Torsten Schlimbach

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