Stone Diamond: Don´t Believe What You Think (Vinyl)

Stone Diamond: Don´t Believe What You Think (Vinyl)

Davin Enterprises/Cargo

VÖ: 27.07.2018

 

Wertung: 8/12

 

Die Kölner Kapelle Stone Diamond hat 2013 als Trio angefangen, sich mittlerweile aber als Quartett eingegroovt. Mit „Don´t Believe What You Think“ wird nun schon die dritte Langrille veröffentlicht. Dies ist in diesem Zeitrahmen durchaus beachtlich. Vermutlich werden von dem neuen Werk wieder nur Musikliebhaber Kenntnis erlangen. So ist das leider in der heutigen Zeit, denn wer nicht blutjung ist und auf den Social Media-Kanälen aus allen Rohren feuert, findet kaum Gehör. Kunst und Können sind da ja eher zweitrangig. Trotzdem schön, dass es noch Musiker gibt, die sich auf das Kerngeschäft – nämlich Musikmachen – fokussieren.

 

Vinyl boomt ja wieder. Diese Platte hier ist fast schon als klassische Veröffentlichung des Segments zu sehen. Das Inlay hat auf der einen Seite ein Bandfoto und die Texte zu bieten, auf der anderen die Bandbesetzung und die beteiligten Gastmusiker – selbstverständlich nebst weiterem Foto des Quartetts. Die Musik wurde auf White Vinyl gepresst! Das freut doch das Sammlerherz. Es ist eine gute Pressung. Keine Verformungen. Die Nadel freut sich über die tiefen Rillen und dreht ruhig und gleichmäßig ihre Runden. Im wahrsten Sinne des Wortes eine runde Sache. Mittlerweile sind anscheinend auch wieder die richtigen Leute in den Presswerken tätig. Als der Boom so langsam wieder losging, musste man ja leider so manche Platte mit Bootlegqualität hinnehmen, da die ganzen Fachleute nicht mehr vorhanden waren. Klanglich ist das auch sauber abgemischt und alles andere als dumpf.

 

Ein Download-Code ist im Inneren beigelegt. Selbigen sollte man unbedingt beanspruchen, denn es gibt noch ein bisschen Content obendrauf. Die Platte ist von der Songanzahl ja eher spärlich ausgefallen – oder eben auch klassisch gehalten -, wird aber durch den Code noch um drei Tracks ergänzt. Die Unterteilung der A- und B-Seiten ist von der Auswahl und der Anordnung ebenfalls der guten, alten Zeit zuzurechnen.

 

Musikalisch haben sich die Herren von Stone Diamond ein ganz große Bandbreite der (Rock-)Musik auf die Fahnen geschrieben. Das fängt mit dem erdigen Schlagzeug bei dem souligen „Amy Van Dango“ an, geht mit dem funky R&B-Pop von „The Art Of Breaking Heart“ weiter und hört mit dem psychedelischen Geschwurbel von „Mine“ noch lange nicht auf. „1000 Suns“ rockt im Refrain dann auch mal ordentlich drauflos, ist in den Strophen hingegen fluffig entspannt. Wah-Wah gibt es in dieser Nummer aber auch ordentlich auf die Ohren. Hitpotenzial ist da definitiv vorhanden. „Endless October“ klingt wie es der Titel erahnen lässt. Eine gewisse Melancholie liegt in der Luft. „Now And Forever“ knüpft im Americana-Style nahtlos daran an. „No Sleep“ ist leider nicht sonderlich gelungen und erinnert eher an die furchtbaren The BossHoss. Dann doch bitte lieber so ein treibendes Ding wie „Let´s Go“. „Dark Water“ lässt es dann auch noch mal krachen. Live dürfte sich das zu einem Brett entwickeln. „Misty Eyes“ ist der entspannte Ausklang einer Platte nach alter Schule.

 

Fazit: Stone Diamond veröffentlichen mit dem dritten Album ein erdiges Album der alten Schule. Soul, Funk, Rock und ein paar psychedelische Anleihen lassen „Don´t Believe What You Think“ zu einem Musikalbum werden, welches wie aus der Zeit gefallen klingt. Dies ist übrigens als Kompliment zu verstehen. Vinyl und Aufmachung sind wertig und erfreuen das Fanherz.

 

https://stone-diamond.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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