Steve Miller Band: Selections From The Vault

Steve Miller Band: Selections From The Vault

Universal

VÖ: 11.10.2019

 

Wertung: 10,5/12

Tipp!

 

Das wurde ja auch Zeit! Endlich öffnet Steve Miller seine Archive und veröffentlicht nun ein umfangreiches Boxset! Auf 3CDs tummeln sich nun 52 Songs. Von den Demos, Probeaufnahmen, Outtakes und Livemitschnitten sind 38 Lieder bisher gänzlich unveröffentlicht. Fünf Tracks sind bisher unbekannt gewesen, da diese erst jetzt wieder im Archiv gefunden wurden. In der Box ist auch ein 100-seitiges Buch zu finden, welches einen umfangreichen Text von David Fricke enthält. Natürlich gibt es auch viele Fotos. Es erscheint auch eine abgespeckte Version als Einzel-CD, die konsequenterweise „Selections From The Vault“ betitelt wurde.

 

Zur Besprechung liegt uns die Einzel-CD vor, die zumindest einen kurzen Abriss von dem vermittelt, was einen da auf dem Boxset erwartet. Leider hat man sich bei der Aufmachung so überhaupt keine Mühe gegeben und das Booklet bietet keinen Mehrwert und selbiges ist lieblos zusammengeschustert. Schade, da hätte man sich auch bei dieser kleinen Version etwas mehr Mühe geben können.

 

Musikalisch ist das Set allerdings eine Ohrenweide. Der Sound ist durch die Bank ganz vorzüglich. Das fängt schon mit der erdigen alternativen Version von „Industrial Military Complex Hex“ an. Das erinnert in Teilen an „Foxey Lady“. Grandiose Nummer. Wie vielfältig und wandlungsfähig die Steve Miller Band stets war, zeigt sich im funky Sound von „Macho City“.  „Don´t Let Nobody Turn Around“ ist in seinem alternativen Gewand unglaublich stark. Bass und Gitarre nehmen eine irrwitzige Fahrt auf. „Love Is Strange“ ist der nächste Richtungswechsel. Reggae beherrschte die Truppe also auch.

 

Von „Rock `N Me“ gibt es ebenfalls eine alternative Version zu hören. Der brillante Klang macht auch diese Version zu einem Hochgenuss. Straighter Rock and Roll zwischen Americana und Southern Rock. Das entfesselte „Crossroads“ ist schier sensationell. Eine wirklich tolle Live-Version, die Steve Miller den Zuhörern da kredenzt. „Take The Money And Run“ ist nicht weniger hypnotisch, aber auch anders ausgerichtet. Zwischen Blues und Swing kommt die Nummer auf leisen und langsamen Sohlen daher. „Tain´t The Truth“ ist gesanglich interessant, während „Freight Train Blues“ durch die Sümpfe watet. „Fly Like An Eagle“ war einst ja einer der großen Hits der Steve Miller Band. Hier kann man sich an der Alternate Version erfreuen. „I Wann Be Loved“ gibt sich auf der Zielgeraden noch mal voll und ganz dem Blues hin. „Jet Airliner“ könnte auch von Cream sein, bevor die CD mit „Lollie Lou“ bluesig ihr Ende findet.

 

Fazit: „Selections From The Vault“ der Steve Miller Band ist zwar nur ein kurzer Abriss der üppig gefüllten Raritätenbox, funktioniert aber trotzdem prächtig. Der Sound ist ganz famos. So kann man die unglaubliche Vielfalt und das breite musikalische Spektrum der Band voll und ganz genießen. Es gilt einige sehr schöne alternative Versionen zu entdecken. Auch die Livesongs sind toll. Für Einsteiger ist die Variante mit der Einzel-CD vermutlich sinnvoll, aber Vorsicht: kann schnell süchtig machen!

 

https://www.stevemillerband.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch