Stax: Soulsville U.S.A. (3 CDs)

Stax: Soulsville U.S.A. (3 CDs)

Universal

VÖ: 22.09.2017

 

Wertung: 10,5/12

Tipp!

 

Das Staxlabel war einst legendär und ein Garant für gute Musik. Ähnlich wie Motown stand Stax für eine ganz bestimmte Musik. Das alles ist lange her, aber nicht vergessen. Damit das auch so bleibt, wird nun eine umfangreiche Zusammenstellung zum 60-jährigen Jubiläum des Labels veröffentlicht. Die gesamte Kampagne dauert übrigens ein ganzes Jahr! Stax hat der Welt aber auch derart wunderbare Musik beschert, dass dies durchaus gerechtfertigt ist. „Soulsville U.S.A.: A Celebration of Stax“ hat folgerichtig auch 60 Songs zu bieten. Das verteilt sich dann auf 3 CDs.

 

Das dicke Digipack ist schon ganz nett aufgemacht. Viele Informationen geben einen guten, ersten Ein- und Überblick. Zudem enthält das 3CD-Set einen Begleittext des Journalisten Jeff Slate. Gänzlich neu ist das nicht, kann aber als Update von „Stax 50: A 50th Anniversary Celebration“ aus dem Jahre 2007 gesehen werden. Betreut wird der Stax-Katalog immer noch von der Publizistin Deanie Parker. Das ganze Set schlägt mit knapp 20 Euro zu Buche, da kann man nun wirklich nicht meckern, denn Aufmachung und Inhalt können sich sehen und hören lassen.

 

Stax war immer sehr breit aufgestellt. Das vorliegende Set befasst sich mit den Anfängen der 60er bis Mitte der 70er Jahre. Rhythm & Blues-Soul Musik gibt es hier im Übfluss. Und selbstverständlich darf man da auch einigen Welthits lauschen. Zunächst muss man da überraschenderweise die Instrumentalstücke nennen. Wer kennt „Last Night“ von The Mar-Keys und „Green Onions“ von Booker T. & The MG´s nicht? Egal ob es die erstgenannte, von Bläsern dominierte Nummer oder das rockige „Green Onions“ ist, jeder Musikhörer dürfte diese Stücke auf dem Schirm haben.

 

Aber auch der Soul von „Let Me Be Good To You“ von Carla Thomas gehört mittlerweile zum Kulturerbe der Musikgeschichte. Das tieftraurige „Your Good Thing (Is About To End)“ von Mable John ist eine der Wiederentdeckungen dieser Compilation. Zwischen Jazz und Westernsaloon ist das als wunderbares Klavierstück angelegt. Die Stimme geht einem sowieso durch Mark und Bein. Mit „Knock On Wood“ von Eddie Floyd folgt in direktem Anschluss ein weiterer Klassiker. Und was soll man sagen: immer noch großartig! Zu Otis Redding und „Try A Little Tenderness“ muss man ja hoffentlich nicht mehr viel sagen! Ein weiterer Welthit und Klassiker der nichts von seinem Reiz verloren hat. Selbiges gilt natürlich für das schmissige „Hold On I´m Coming“ von Sam & Dave.

 

Albert King ist ein ganz Großer seiner Zunft. „Born Under A Bad Sign“ ist ein ganz spezieller Blues. „Soul Man“ von Sam & Dave ist ein weiterer Hit von Weltformat. Groovig, tanzbar und intensiv. Gar funky. Das sind überwiegend alles Songs, die in keiner Sammlung fehlen dürfen. „(Sittin´On) The Docks Of The Bay“ sowieso nicht. Eddie Floyd ist auch so eine Wiederentdeckung des gesamten Sets. Die eine oder andere Nummer findet sich hier nämlich wieder – macht Laune. „What A Man“ kennt natürlich auch jeder, allerdings in der Neuauflage. Hier kann man noch mal die Originalversion von Linda Lyndell, die Dame mit der beeindruckenden Stimme, hören. Es dürfte aber ja keine neue Erkenntnis sein, dass das Original immer die bessere Wahl ist. „The Weight“ der Staple Singers ist ebenfalls ein weiterer Song den man kennt. Die Stimme von Isaac Hayes ist bekanntlich als sensationell zu bezeichnen. „Walk On By“ ist ein Manifest! Gänsehaut vorprogrammiert.

 

Das lässige „Mr. Big Stuff“ von Jean Knight ist der Song, der im Herbst für die gute Laune sorgt. „Never Can Say Goodbye“ ist eine weitere Isaac Hayes-Großtat. Kennt man, liebt man. Oft kopiert, nie erreicht. „Respect Yourself“ der Staple Singer verliert sowieso nie an Aktualität. Wer kennt es nicht, „Theme From Shaft“? Natürlich auch von Isaac Hayes. „Son Of Shaft“ schließt sich da nahtlos an. Na gut, „Dedicated To The One I Love“ ist total kitschig. Es sifft regelrecht aus den Boxen. Gesanglich kann man The Temprees aber nichts vorwerfen. The Dramatics knüpfen mit „Hey You Get Off My Mountain“ aber noch mal an die großen Stax-Momente an. Das Set endet schließlich mit Shirley Brown und „Woman To Woman“ ganz entspannt, aber nicht ohne Botschaft!

 

Fazit: „Soulsville U.S.A.: A Celebration of Stax“ ist eine Fundgrube für Musikliebhaber. Ein wahres Schatzkästchen ist das. Auf den 3 CDs finden sich jede Menge Welthits und Klassiker wieder. Man kann hier sehr gut nachvollziehen wofür das Staxlabel einst stand. Sehr viele Highlights reihen sich da aneinander. Auch längst vergessene Songs werden so wieder mehr in den Fokus gerückt. Das ist eine tolle Compilation! Es ist aber Vorsicht geboten, denn es könnte durchaus sein, dass man danach den Laden stürmt und viele Alben der hier versammelten Künstler kaufen wird. Könnte unter dem Strich eine teure Angelegenheit werden. Aber auch dies zeigt letztlich, dass auf dem Sampler ganz viel Qualität versammelt ist!

 

Text: Torsten Schlimbach

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