Simon Lewis: Pilot

Simon Lewis: Pilot

Karmarama/Sony

VÖ: 26.10.2018

 

Wertung: 8/12

 

Die Musikkarriere von Simon Lewis begann nicht mit einem gut dotierten Vertrag, sondern vor den U-Bahnstationen in Österreich. Er ist einer dieser klassischen Straßenmusiker, wie es sie früher an jeder Ecke gab. In der heutigen Zeit ist das eher selten geworden. Simon Lewis hat sich aber genau so seine ersten Meriten verdient und legt nun mit „Pilot“ sein Debüt vor. Es gibt nicht wenige Menschen, die genau darauf gewartet haben. Der Songwriter setzte nach dem Ende seiner Beziehung sowieso alles auf eine Karte und kündigte seinen Job um dieses Album zu realisieren. Es ist ein gutes Album geworden.

 

Auffallend groß ist die Produktion von „Pilot“ geworden. Das kann in jeglicher Beziehung internationalen Vergleichen standhalten. Die Songs sind opulent ausstaffiert und wuchtig. Das ist Popmusik, aber von der guten Sorte. „All I Am“ könnte man sich beispielsweise auch gut von Snow Patrol vorstellen. Simon Lewis hat zudem eine sehr schöne Stimme, die einen als Zuhörer regelrecht einwickelt. Man hört dem Mann einfach gerne zu. In den etwas ruhigeren Momenten, wie in den ersten Takten des Albumauftakts „How Did We Come So Far“, zeigt sich das ganz besonders. Lewis könnte einem auch einfach das Telefonbuch vorsingen und es wäre gut.

 

Diese Stimme ist natürlich wie gemacht für Balladen. „Keep Me Close“ ist so eine, die in der richtigen Stimmung für reichlich Gänsehaut sorgen wird. Über dem gesamten Album schwebt immer eine große Portion Melancholie - selbst bei einem schmissigen Stück wie „Hey Jessy“. „Hideaway“ ist der Song, den Snow Patrol vielleicht gerne für die letzte Veröffentlichung geschrieben hätten – haben die Herren aber eben nicht. „Like A Pilot“ plätschert kitschig dahin und „All I Wanted“ braucht zu lange um auf den Punkt zu kommen. „Giorgia“ reißt das Ruder wieder herum. Wer George Ezra mag, wird auch diese Nummer lieben. „Home 2.0“ geht in eine ähnliche Richtung und holt einen aufgrund der Stimmung vollends ab. Mumford & Sons hat Simon Lewis bestimmt auch in der Sammlung stehen. „Break Your Wall“ ist gesanglich ganz stark und mit „Let Me Come Home“ gibt es zum Schluss noch mal eine Ballade.

 

Fazit: Simon Lewis hat mit „Pilot“ ein schönes Popalbum jenseits des austauschbaren Mainstreams aufgenommen. Ecken und Kanten gibt es logischerweise nicht, dafür aber eine unglaublich schöne Singstimme. Der Mann holt einen einfach durch die Art seines Gesangs ab. Ein bisschen Snow Patrol, ein bisschen George Ezra. Das kann man sich durch die Bank sehr gut anhören. Die Produktion ist zudem fett und kann internationalen Ansprüchen gerecht werden.

 

https://de-de.facebook.com/SimonLewisMusicpage/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch